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Gamescom 2015 – ein kleiner Nachruf

Vorbei sind die ganz großen Messen im westlichen Teil des runden Erdballes. E3, GC und in weniger als einem Monat zieht das Land der aufgehende Sonne mit der Tokyo Game Show nach und komplettiert das mittlerweile gut bekannte Trio.

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Es waren drei interessante, amüsante, heiße und vor allem volle Tage – vor allem voll – auf der Gamescom in Köln. Ein alt bekanntes Problem, welches auch in naher Zukunft nicht ohne weiteres gelöst werden wird/kann. Außer man würde die Messetage für die Öffentlichkeit verlängern und gleichzeitig die Besucherzahlen für die einzelnen Tage drastisch verringern. Ob das im Sinne der Veranstalter ist oder ob der Vorschlag überhaupt klug ist, weiß ich nicht. Die Idee tippte sich gerade ganz spontan. Angenehmer wäre es mit Sicherheit, denn gerade Frischluft war knapp und bereits in tausenden Lungen inhaliert und verbraucht, bevor es überhaupt möglich war, einen Atemzug davon zu bekommen. Oder ein kompletter Ortswechsel? Nur wo?

Konnte man am Mittwoch angenehm und bequem von A nach B gelangen, so schlagartig änderte sich die Bewegungsfreiheit am Donnerstag und der darauffolgenden Tage. Eine unglaubliche Anzahl von Menschen beförderte sich durch die Hallen und Flure. Das kann man sich kaum vorstellen. Von oben betrachtet ein riesig langer und breiter Mob aus Haaren. Irre und wahnsinnig zugleich. Dazu die überteuerten Leckereien und Erfrischungen. Die meterlangen Schlangen vor den Ständen + den stundenlangen Wartezeiten für zehn Minuten Ruhm. Die bereits angesprochene dicke Luft. Der zum Teil abartige Lärm – hallo EA! Das alles und noch mehr. Erschreckend abschreckend die Aufzählung und trotz der unzähligen, die schon oder eher gesagt „Gott“ sei Dank zu Hause bleiben, reißt der Ansturm nicht ab. Auch in Zukunft wohl nicht. Obwohl es mittlerweile äußerst fragwürdig ist, in 10 Stunden kaum mehr als zwei Spiele selbst spielen zu können. Will das wirklich die Gamescom sein?

Glücklicherweise sind mir die Videospiele deutlich positiver in Erinnerung geblieben. Das sollte in erster Linie vor allem anderen stehen. Dem ist auch so. Doch blättert der Lack von Jahr zu Jahr mehr. Einige davon konnten getestet und für gut oder noch besser befunden werden, zu anderen gab es die bereits bekannten Szenen – auch wenn diese live vorgeführt wurden. Das ist im Grunde nichts Neues und irgendwie schon. Klingt erst mal paradox. Ist aber so. Welche Spiele von welchem Entwickler und für welche Konsolen vor Ort waren, bedarf wohl keiner Aufzählungen. Ihr habt eure Informationsquellen.

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Microsoft konnte mit dem Line-Up punkten. Das wird nicht jedem schmecken, ist aber leider die Wahrheit. Rein objektiv betrachtet und ganz gleich, ob einem Spiele wie Crackdown, Quantum Break und Scalebound zusagen oder nicht – die Amerikaner boten ganz neues und exklusives Material. Aufgehoben und speziell für die Gamescom aufgespart. Sony hingegen ließ uns und ihren Slogan „this is for the players“ etwas verblassen. Ganz untypisch. Waren es doch die Japaner, die einst anfingen auch Pressekonferenzen in Köln abzuhalten und der Messe somit zu etwas mehr „Glanz“ verhalfen. Nur in diesem Jahr nicht. Weshalb? Europa habe man nicht vergessen hieß es – nur war die Gamescom in diesem Jahr zu nah an der E3 terminiert. Das sorgte für den Umstand, die Kölner Messe nur zu besuchen und sich für weitere Ankündigungen zunächst zurück zu halten. Vor kurzem gab Sony bekannt auf der Paris Game Week (28.10. – 01.11.) eine ca. zwei stündige Pressekonferenz am 27.10. abzuhalten. Titel wie Dreams von Media Molecule sollen dann ausführlicher enthüllt und vorgestellt werden. Womit man noch rechnen kann? Kommt Zeit, kommen Spiele. Man darf den Hype-Train also gerne schon mit ordentlich Kohle beladen!

Trotzdem möchte ich ein Dank in Richtung Microsoft werfen. Und das ganz ohne Ironie. Die Marke Xbox und ich werden zwar keine großen Freunde mehr, aber ich bin froh darüber, das die Damen und Herren rund um Phil Spencer, Köln auf der Landkarte gefunden haben. Und das bei den Geographiekenntnissen. MS musste die letzten zwei Jahre ordentlich Prügel und Häme für oder wegen der Xbox One einstecken, kampflos wird das Feld der Konkurrenz aber nicht überlassen. Und das sollte doch jedem bekannt sein, der den Sprung von der PS2 zur PS3 mitgemacht hat. Somit gewinnen WIR am Ende. Gut so!

Ob das auch für die Gamescom 2016 gilt, weiß keiner. Und ich schon gar nicht. Es ist zwar bekannt das zwischen der E3 und GC im nächsten Jahr etwas mehr als zwei Monate liegen, was im Moment ein positives Zeichen ist. Aber falls Sony für sich erkennen sollte – auf einer Paris Game Week, die Presse exklusiver für sich in Anspruch nehmen zu können, ohne das Microsoft oder Nintendo Störgeräusche senden, könnte man durchaus annehmen, das Sony sich was Enthüllungen betrifft von der Gamescom verabschiedet. Das wäre ein herber Verlust für den Standpunkt Köln.

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