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No Man’s Sky – Hype

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HELLO GAMES. Ein kleines Studio mit einem der wohl größten SciFi-Titel seit überhaupt im Gepäck. Bekannt sind die Briten bisher für die Joe Danger-Reihe. Sean Murray ist der bekannteste Kopf des Studios und wirkt auch lange nicht mehr so unsicher oder schüchtern, wie noch zur Veröffentlichung zu NMS. Der Mann und auch wohl das ganze Team – das Spiel eingeschlossen, sind seit der Bekanntgabe gewachsen. Während der VGX im Dezember 2013 wurde das nun aktuellste Projekt und jedem Möchtegernkosmonauten präsentiert: NO MAN’S SKY. Um zu verstehen, welchen Ursprung die Idee hat, sollte man sich am ehesten mit dem Kopf der Bande in Guildford unterhalten. Sean Murray verbrachte einen Teil seiner Kindheit im australischen Outback. Abgeschottet von größerer Zivilisation fristet er sein Dasein zusammen mit seiner Familie auf einer einsam gelegenen Farm. Diese Einsamkeit gepaart mit der gewachsenen Liebe für Science Fiction der 70er und 80er führte Sean und drei seiner Entwicklerkollegen nun viele Jahre später in einen separaten Raum innerhalb der Studios von Hello Games. Man tüftelte ein halbes Jahr ohne auch nur ein Wort an die anderen Kollegen zu verlieren. Bei der Präsentation der ersten Ergebnisse war nun auch den zuvor nicht involvierten Kollegen klar, warum „Project Skyscraper“ diese Art der Arbeitssplittung benötigte:

Ein Science-Fiction-Spiel, in einer unendlichen prozedural erstellten Galaxis. Der Satz liest sich leichter, als die Vorstellung einiger von euch reichen mag. Heruntergebrochen heißt es – 18.446.744.073.709.551.616 Planeten wird es in NMS geben. Ich weiß nicht mal wie diese Zahl genau ausgesprochen wird. Ein A. Einstein hätte es bestimmt gekonnt. Auch jetzt fällt mir die schier unglaubliche Größe und die Vorstellung ein klitzekleiner Punkt in diesem System zu sein, verdammt schwer. Das fällt es mir schon außerhalb der Pixelwelt. Was ich aber sehr wohl weiß, das gab es noch nie und ich bin nicht alleine. NMS lebt!

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Spieglein, Spieglein an der Wand: Was bin ich?

Du weißt es nicht. Du weißt nicht wer. Du weißt nicht was. Du weißt nicht ein mal wie du aussiehst. Und am Anfang weißt du auch nicht wo du dich zwischen all den Sternen befindest. Irgendwo hinter den unzähligen Planeten befindet sich der Mittelpunkt der Galaxis. Und alles bewegt sich und kreist um diesen einen Punkt. Mit nicht weniger und auch nicht mit mehr schickt man dich ins Cockpit auf die unendliche Reise. Den Planeten, den Berg, die Höhle, die tiefste See, den Punkt X oder Y wirst du begehen, bereisen und erreichen können. Irgendwann und irgendwie. Alles Phrasen für die sich jedes Open-World-Spiel bewirbt. Alles schon gehört. Aber No Man’s Sky sprengt die Normen und bekannten Muster. Alles ist der mathematischen Ordnung unterlegen. Das mag zunächst nicht unbedingt bei jedem Begeisterungsstürme auslösen. Die Mathematik sorgt aber dafür, dass die generierte Welt in NMS Sinn und Verstand hat. Jeder noch so unscheinbare Grashalm, jeder noch so einfach daliegende Stein und jede noch so bizarre Kreatur – der mathematische Code hinter den Pixeln bringt den Unterschied. Aus einem chaotisch zusammenhängenden Zahlentopf reiht sich eine Kette, die uns die unterschiedlichsten Welten zaubert. Mit all ihren Gegebenheiten und Lebewesen.

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Du sitzt also im Cockpit …

… und befindest dich irgendwo im nirgendwo. Zwischen blauen und gelben Zwergen. Umzingelt von grünen und roten Riesen. Dazwischen ein gelber heißer Fleck. Dort ein Asteroidengürtel. Und in der Ferne kannst du gerade noch so kleine Punkte erkennen, die in den unterschiedlichsten Farben immer wieder aufblitzen. Was ist da los? Spätestens jetzt und das ist noch ziemlich früh im Spiel – was will ich denn eigentlich? Steuere ich direkt ins Zentrum? Solltest du dich auf den langen Weg machen, würdest du laut Sean Murray ca. 40 – 100 Stunden brauchen. Ganz abhängig davon, wie viele Planeten und System du links liegen lässt. Das eigentliche Interessante ist das Mysterium um das galaktische Zentrum. Denn immer wieder war die Rede davon, durch das Zentrum der Startgalaxie weitere Galaxien zu erreichen. Das könnte für den Anfang vielleicht etwas zu viel für den menschlichen Verstand sein. Also erkunde ich doch erst mal die umliegenden Planeten? Reise ich in die komplett entgegen gesetzte Richtung? Lande ich in der nächsten Raumstation? Allzu weit wirst du ohnehin zum Anfang nicht kommen. Ohne Hyperantrieb keine „Sprünge“ von Solarystem zu Solarsystem. Also wohl doch erst kleinere Brötchen backen. Du bist dein roter Faden. No Man’s Sky hat keine fest abgesteckten Grenzen. Also setze dir auch keine. Könnte ein möglicher Rat sein. Ob Spieler sich selbst in bekannte Korsetts pressen, bleibt also dir/euch überlassen.

Deine Cockpit-Käseglocke öffnet sich.

Die Umlaufbahn und die damit verbundene Entfernung zu einer Wärmequelle ist der Schlüssel zum Leben. Auf unerforschten Planeten, leben unerforschte Lebensformen auf dir völlig unbekanntem Terrain. Ein Zustand der den Entdecker Instinkt in dir weckt. Mit den ersten Schritten sicherst du deine direkte Umgebung und versuchst dich an markanten Gesteinsformen zu orientieren. Für den Weg zurück zu deinem Raumschiff willst du dich nicht nur auf verteilte Brotkrümel verlassen. Die ersten bizarren Kreaturen kreuzen deinen Weg. Du beginnst zu sammeln. Neben den ersten Erfahrungen füllt sich deine Datenbank mit deinen Entdeckungen. Stetig und immer weiter. Lebewesen an Land, der Luft und im Wasser sind für dich bald keine Unbekannten mehr. Zumindest hier. Auf diesem kleinen Fleck im großen Ganzen. Du erklimmst weitere kleine Berge, richtest deinen Blick in die Weite und siehst am Horizont zum ersten mal etwas Erschaffenes. Eine Form von Gebäude, das dir nicht ganz so fremd erscheint. Ein so genannter Beacon – du verknüpfst dich an solchen Orten mit dem Atlas und speist all deine gesammelten Informationen in ein galaktisches Netzwerk. Bist du der „erste“ auf einem Planeten, oder hast als erster eine neue Kreatur entdeckt – obliegt es dir wie du deine Entdeckungen benennst. Jeder andere Spieler wird erkennen dass du es warst. Und nur du. Neben dir werden es unzählige andere Spieler gleich tun.

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Es gibt noch so viel mehr.

Keine Angst. In NMS deckst du nicht nur grauen Nebel auf und bist im Dienste der Allgemeinheit unterwegs. Auch wird dir die Wahl vom Schwierigkeitsgrad abgenommen. Denn es gibt keinen. Einzig die Aussage – je näher du zum Zentrum gelangst – desto lebensfeindlicher ist die Umgebung, gibt eine ungefähre Richtung vor. Du wirst uralte Artefakte finden, durch die ihr wiederum neue Technologien erreichen könnt, die eurem Anzug, eurem Raumschiff oder eurem Multi-Werkzeug neue Eigenschaften verleihen oder verbessern. Dazu möchte ich nun ein wenig mehr ausholen. Denn mit jedem Gameplay-Video, Interview oder sonstigem Kommentar zu NMS, wird einem schnell klar was für große SciFi-Fans die Entwickler selbst sind. Deren Aspekt und so scheint es mir, liegt größtenteils auf die reine Entdeckung und Erkundung des Unbekannten. Das mag wohl möglich der Kern des Spieles sein, aber um diesen Kern gibt es viele weitere Schichten, die Ebene für Ebene mehr vom großen Potenzial zeigen.

Da wäre zum Beispiel das Raumschiff – Ihr, also du und ich, könnt jeweils nur ein Schiff besitzen. Dazu sollten wir uns im Vorfeld Gedanken machen, wie wir überhaupt spielen wollen. Wer wollen wir sein? In welche Richtung mag unser Vorhaben gehen? Sei es nun Handel (hohe Frachtkapazität), Kampf (hohe Geschwindigkeit und Waffen) oder Erforschung (hohe Reichweite des Sprungantriebs). Nun mag es ja sein, das ihr vielleicht im Laufe der Zeit merkt, dass eure Entscheidung vom Anfang möglicherweise die falsche war. Ihr seid zwar an euer Schiff gebunden, aber eine Umorientierung ist möglich. So habt ihr die Wahl ein neues Schiff in einer Raumstation zu kaufen. Sollte euch eines gefallen, schlagt ihr lieber zu, bevor neue Ware eintrifft. Bei den Gefahren auf die ihr stoßen könnt, haltet euch immer den Gedanken im Hinterkopf, dass ihr nach eurem Pixeltod ein neues/anderes Raumschiff bekommt. Wenn ihr kein Geld habt, gibt es ein kostenloses Schiff mit Grundausstattung. Ohne Hyperantrieb. Das heißt – mühselig von Planet zu Planet fliegen und von vorne anfangen. Das kann ziemlich bitter werden. Dazu weiter unten etwas mehr. Immerhin braucht ihr keine Bange davor zu haben, mitten im kalten Nichts stehen zu bleiben. In Sternensystemen könnt ihr beliebig lange umher fliegen, nur für den vorhin kurz erwähnten Hyperantrieb braucht ihr Treibstoff. Den könnt ihr bequem kaufen, oder aber auf Planetenoberflächen abbauen. Wo wir zum nächsten Thema kommen.

Der Kampf – euer Multiwerkzeug ist auf der einen Seite eine Waffe zum Angriff oder zur Verteidigung. Auf der anderen Seite hilft sie euch Rohstoffe abzubauen. Ihr könnt euch sogar bis zu 128 Meter tief in den Planeten graben um nach verborgenen Höhlensystem suchen. Oder was es auch immer dort geben mag. Zunächst mit einem Standardfeuermodus ausgerüstet, werdet ihr nach und nach neue Technologien zur Verbesserung finden. In jeglicher Hinsicht. Solltet ihr in klassischer Menschenmanier alles abbauen oder töten wollen, zerstört ihr somit aber unweigerlich das Gleichgewicht eines Planeten und ihr gelangt schneller auf die Fahndungsliste als euch lieb ist. Die Wächter bewachen viele Planeten – aber nicht alle. Sollte es im Kosmos zu Auseinandersetzungen kommen, so habt ihr bald die Polizei am Hals. Da heißt es clever sein und dem Ruf „der Mensch ist ein Herdentier“ folgen. Ihr könnt euch Gruppierungen durch diverse Gefälligkeiten anschließen, die euch bei Feuergefechten mit Feuerkraft zur Seite stehen. NMS wird hier ein bisschen zu GTA: Am oberen Bildschirmrand erkennt ihr euer „wanted level“. Flüchtet oder kämpft euch den Weg raus aus diesem Verfolgungssystem. Aber nicht nur die Weltraum-Polizei schaut euch auf die Finger – neben eurer Fraktion lauern überall weitere, die nicht zwingend friedvoll an euch vorbeifliegen, sondern gerne ganze Territorien für sich beanspruchen wollen. Wie und ob ihr euch ins Geschehen einschaltet und dem Feind erst mal zeigen wollt, wo der virtuelle Weltraumhammer so hängt, bleibt euch überlassen. Wie einige Zeilen weiter oben schon kurz angesprochen – der Tod ist nicht das Ende. Wenn ihr auf einem Planeten zu Tode kommt, werdet ihr in eurem Schiff wiederbelebt. Nicht verstaute Gegenstände und nicht hoch geladene Entdeckungen gehen dabei verloren. Wenn ihr im Weltraum umkommt, werdet ihr auf der am nächsten gelegenen Weltraumstation wiederbelebt – und zwar ohne Schiff, Gegenstände und Entdeckungen.

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Zu den Lebewesen – jeder Planet wird von unterschiedlichen Lebensformen bewohnt. Nun solltet ihr aber weit Abstand davon nehmen, auch wirklich überall Leben zu finden. Wie Leben genau funktioniert und welche Voraussetzungen gelten müssen, solltet ihr in den unterschiedlichsten Bildungsformen kennengelernt haben. Sonst gibt es Suchmaschinen, die helfen auch. 90% der Planeten die du besuchen wirst, werden kahl sein. Kein Zeichen von Leben. So bleiben 10% der Planeten übrig, auf denen es wächst, gedeiht, kriecht, schwimmt und fliegt. Bei 90% dieser 10% handelt es sich jedoch nur um rudimentäres Leben wie ein paar Gräser, Pflanzen oder Büsche. Bei 10% dieser 10% sollte es sich um richtiges Leben handeln: Kleinere Lebensformen wie Fische oder Vögel. Um komplexeres Leben wie 4-Füßler zu Gesicht bekommen, bedarf es schon etwas Glück. Die Wahrscheinlichkeit einen 20-Meter Dinosaurier zu Gesicht bekommen liegt bei 1 zu 1 Million. Alles wird, ganz genau, vom mathematischen Code prozedural generiert und unterscheidet sich somit in Größe, Farbgebung, Form und auch im Verhalten. Daneben werden sogar die Laute prozedural erzeugt. Eine Software modelliert speziell die Kehlen, sodass Tierlaute durch Form und Größe ihrer Körper bestimmt werden.

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Die unterschiedlichen Lebensformen gehen ihrem eigenen Rhythmus nach. Sie fressen, trinken, schlafen. Die einen bei Tag – die anderen bei Nacht. Wie auch bei uns heißt es: Fressen oder gefressen werden. Es kann also durchaus sein, das ihr euch nicht oben in der Nahrungskette findet, sondern ihr auf der Speisekarte steht. So überlegt es euch zweimal ob und wie ihr zurückschlagt. Merke: Die Wächter are watching you. Meist ist es besser zu fliehen oder die Kreaturen zu verscheuchen.

Die Ökonomie – wenn ich vorher von Geld sprach, so hätte es richtig „Units“ heißen müssen. Nicht gerade der spektakulärste Name für eine Währung, aber definitiv einprägsam. Units erhaltet ihr für vielerlei Dinge. Zum einen vom Verkauf von Rohstoffen in Handelsposten, das Abschießen von Piraten oder z. B. das Hochladen von Entdeckungen in die Atlas-Datenbank. Ist also für alle was dabei. Was die Rohstoffe betrifft ist der Preis nicht gleich der Preis. In unterschiedlichen Arealen werdet ihr entweder schlechter oder besser entlohnt. Solltet ihr also gerade rein zufällig an einer beliebten Handelsroute angekommen sein, so könnte man auch eine Abkürzung nehmen. Schließlich steht uns ja frei, selbst Pirat zu sein. Man muss das Echo nur vertragen können. Und wie ihr euch bestimmt schon denken konntet, bringen Rohstoffe nicht nur Units ein – nein, neben den Artefakten gebraucht ihr auch Rohstoffe, um aus Technologien Verbesserungen herzustellen. Für euren Anzug, euer Raumschiff und euer Multi-Werkzeug.

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Einen Mitspieler anzutreffen ist höchst unwahrscheinlich, selbst wenn dieser sich zufällig auf dem gleiche Planeten aufhalten sollte. Doch Umsicht ist erwünscht: Solltet ihr auf Erkundungstour auf einem Planeten unterwegs sein und erkennt einen aufblinkenden Stern am Himmel, nichts wie in den Flieger. Nehmt Kurs auf das Himmelsgestirn. Vielleicht habt ihr Glück und trefft auf einen menschlichen Mitspieler. Genau hier liegt der Reiz: Erforscht das Unbekannte. Sei für dich verantwortlich. Welche Entscheidungen triffst du? Erforscht fremde Welten, die meisten davon als erster und wohl möglich als einziger, und katalogisiert eure Reise zum Mittelpunkt der Galaxie. Findet und akzeptiert euren Platz in einem künstlichen Universum. Es geht darum zu lernen, dass ihr in NMS nur ein kleines Teil des Ganzen seid. Welche Geschichte ihr schreibt, liegt ganz bei euch.

Zu guter Letzt – NMS wird auch komplett offline spielbar sein. Euer PS4-System ist der Architekt. Reist ihr weiter, „löst“ sich alles auf, was bereits hinter euch liegt. Kehrt ihr nun zurück, generiert sich alles wieder so – wie es war und wie ihr es in Erinnerung habt.

 

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  1. Nachtrag! NO MAN’S SKY wird am 22. Juni 2016 erscheinen!


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