Videospiel

Openworld … und es hätte so schön sein können

Nichts boomt diese Gen so sehr wie Spiele mit Openworld bzw. Sandbox-Setting bzw. Elementen. Als es in den letzten Konsolengenerationen noch einzelne Genres waren (Action-Adventure auf PS2/Gamecube/Xbox und First Person Shooter auf 360 & PS3) ist nun eher der Schauplatz. Große Welten müssen es sein, eine Frage die ich mit etwas Belustigung gelesen habe zu Fallout 4 war z. B. “Was, nur genauso groß wie Teil 3 … WTF?!?”.

Und genau da hab ich mittlerweile ein Problem. Ich liebe es wenn Spiele mich nicht durch Schläuche zwängen. Auf PS3 und 360 wurde ich oft genug in suuuuuper lineare Level gezwängt, weil technisch einfach nicht mehr drin war. Diese Gen ist es anders und das hat einen richtigen Boom gestartet. Während man sich den bei “alten” Kisten freuen musste, wenn mal ein Spiel etwas freiere Areale boten (Bioshock fällt mir hier z. B. ein) und richtige Openworld-Spiele trotz der (auch wiederum technisch bedingt) oft leeren Welten leicht zum GotY-Kandidaten wurden, hatten wir quasi schon zum Launch der Neuen erste brauchbare Openworld-Titel.

Bioshock (Teil 1&2) fühlten sich dank dem intelligenten Design und Setting fast Openworld an, obwohl das nur kleinere und größere Arenen waren

Nur zeigt dieser Trend erste Schwächen. Gerade Ubisoft, welche das Setting in einen Großteil ihrer dicken Blockbuster einbauten (egal ob FPS mit Far Cry oder Action/Adventure mit Assassin’s Creed) muss sich zuletzt der Kritik stellen, dass ihre Spiele nur noch nach Schema F gebaut werden. Egal ob ich mit Stealthgameplay meinem Charakter über die Schulter schaue oder in Ego-Ansicht durch die Welt ballere, ich erklimme Türme um die Welt nach & nach freizuschalten, erledige oft einfache Sammelaufgaben um mir die Hauptstory leichter zu machen bzw. mir mehr Optionen freizuschalten und gehe dann kurz vor dem völligen Einsetzen der Langeweile die Storymissionen an.

Selbst London als recht modernes Setting halt Assassin’s Creed zuletzt nicht mehr

Wären das nur die jährlichen bzw. 2-jährlichen Blockbuster von Ubi würde ich die abwechselnd immer noch mit Begeisterung spielen, aber mittlerweile drängen sich hier immer mehr Spiele mit immer weniger Inhalt abseits der (oft kurzen) Hauptstory und Sammelmist. Wo Batman Arkham Knight noch wunderschön die Kurve kriegte, schlittern ein Just Cause völlig in die Bedeutungslosigkeit. Wo ich das erfrischende Setting von Mad Max noch interessant fand, graut mir bereits von meinem 2ten Versuch bei Metal Gear Solid 5.

Selbst das technisch beeindruckende Metal Gear Solid V bot viel Leere in den offenen Level

Dabei zweigen gerade die (spielerisch) recht simplen gestrickten RPGs was man mit diesen Welten alles so anstellen kann. Ausgerechnet ein Fallout zeigt mir wie spannend es sein kann, trotz der einen oder anderen eintönigen Auflevelmission einfach nur die Welt zu entdecken. Ich stolpere hier immer wieder zufällig auf Quests mit denen ich nie gerechnet habe und suche freiwillig Sammelmist weil es mich spielerisch weiterbringt. So sollten Sandboxen heute aufgebaut sein, ich kann selbst bestimmen wie ich das Spiel angehe. Klar hat es seine Mängel, aber hier stecke ich gerne 30-60h rein und warte schon sehnsüchtig auf DLC. Nächstes Vorzeigebeispiel Witcher 3. Ja. auch hier hab ich ein paar Punkte auszusetzen (das träge Gameplay oder die zu kleine Inventarschrift), aber so liebevoll wie hier einige Nebenquests designt sind, da schämt sich jedes Assassins Creed in Grund und Boden. Auch hier bringen Sammelaufgaben mehr als simpler Zeitvertreib.

Warum kann ich sowas nicht auch bei anderen Genres haben? Ich habe schon langsam Mitleid mit dem RPG-Fans, da ich im Gegensatz zu ihnen mir immer direkteres Gameplay wünsche. Dadurch dass ich hier nicht alleine bin, haben wir mittlerweile bei Mass Effect mehr Third Person Shooter, bei Fallout mehr First Person Shooter und bei Witcher mehr Hack & Slay als ursprünglich für die Reihe geplant war.

Stattdessen könnten doch auch mal die FPS, die TPS, die Action und was weiß ich noch Genres versuchen mir eine Sandbox ohne fest vorgegebener Bauanleitung zu servieren. Mal nicht auf einen Turm kraxeln um die Karte aufzudecken, mal nicht zig Sachen einsammeln für nicht gameplay relevante Upgrades, mal den Spieler entscheiden lassen wie er Mission XYZ angeht. Etwas in die Richtung ging das allererste Crysis doch schon. Durch die Rüstung kann der Spieler schnell und simpel seinen Spielstil frei wählen und erlebt das Spiel so auf seine eigene Art & Weise. Leider haben hier Grafik und der Konsolenzwang einen Strich durch die Rechnung gemacht und ich muss mich mit einem Far Cry begnügen wo ich wieder nur Türme besteige … schade!

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3 comments

  1. Ich finde die Flut an RPG-Spielen, deren Message oftmals nur noch “Ja, die Karte ist größer als im Spiel davor/oder verglichen mit Titel X”, dermaßen nervig – das mir jede weitere Meldung über ein neues RPG-Spiel mittlerweile sauer aufstößt. Wobei sauer schon etwas übertrieben ist.

    Aber gerade Phänomen, was du bei der Assassin Creed oder Far Cry-Reihe beschreibst, hat mir jeglichen Spielspaß und jegliches Interesse an der Serie genommen. Das war aber schon zu PS3/360-Zeiten so. Das macht mir einfach gar keinen Spaß und es nervt mich einfach nur. Ich kann und will das einfach nicht mehr sehen!

  2. Ich bin ja erst mal froh das die AC-Reihe eine Pause einlegt. Auch wenn ich mir kaum vorstellen kann, das die Spielmechanik, finde Turm X und das Areal ist freigeschaltet sich ändern wird. Die ist ja mittlerweile so krankhaft in jedes Ubisoft Spiel gepresst …

    1. Ja da hast du leider recht. Wenn ich drann denke wie gerne ich bei AC1&2 auf JEDES historische Gebäude geklettert bin und wie mich das dann (selbst wenn es deutlich einfacher war) bei Far Cry 4 nervte.

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