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Road to Call of Duty 2016 – Teil 1 Superlativen überall

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Call of Duty Modern Warfare 2 oder wie es damals Entwickler Infinity Ward gerne genannt hätte Modern Warfare 2 (ohne dem Call of Duty oder wenn dann nur klein geschrieben) ist DIE Definition von AAA-Gaming.

Nach dem überraschenden bombastischen Erfolg von Call of Duty 4 war es nur eine Frage der Zeit bis eine Fortsetzung kommen würde. Zwei Jahre später war es soweit und stand gleich mit dem berühmten (gewollten) “no russian” Skandal in den Nachrichten.

Aber was bot das Spiel? Ich habe es jetzt nochmal auf Veteran auf der PS3 durchgezockt und muss sagen, dass es einerseits deutlich an Faszination eingebüßt hat, andererseits sich noch immer so fließend spielen lässt wie schon der Vorgänger.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=TiFSSpYdPuc
So hat man D.C. nur in Modern Warfare 2 gesehen

Warum eingebüßt?
Weil IW in Teil 2 öfters den Vorgänger nur erweitert und zitiert, statt weiter zu entwickeln. Gerade der Anfang erinnerte etwas zu stark an die berühmte “Charlie don’t surf” Mission aus Teil 4. Auch später bedienten sich die Entwickler an ihrer eigenen Arbeit mit einem Ausflug auf einer Ölplattform und einem Einbruch in ein russisches Gefangenenlager.

Dabei wurde leider jedoch nie die Einzigartigkeit des Vorgängers erreicht. Level wie “One Shot One Kill” (Scharfschützenmission in Pripyat) oder “Death from Above” (AC-130 Einsatz) sucht man hier vergeblich, stattdessen gibt es unnötige Abschnitte wie der Skandallevel “No Russian”, etwas an den Haaren herbeigezogene Story-Wendungen und belanglose Sequenzen wie die Navy SEAL-Sequenz beim Start der Öhlplattform-Infiltration. Wo MW1 dem Genre noch einen gewaltigen Schubs in Richtung mitreisender Hollywood-Action brachte, wurde MW2 zur Michael Bay-artigen Fortsetzung die mit größer ist besser überzeugen wollte.

Warum fließend wie Vorgänger?
Weil IW zwar einige Nervstellen (gerade auf Veteran) einbaute, aber der Schwierigkeitsgrad trotzdem großteils linear ansteigt, die Gameplay-Abwechslung stimmt und trotz Zitate wie das Stealth-Level das Spiel bei Laune halten kann.

Der berühmte Schnee-Level
Der berühmte Schnee-Level

Erstmals zeigte die Serie aber auch technisch Schwächen. Gerade auf der PS3 merkt man, dass die 60fps des Vorgängers öfters zugunsten der aufgebrezelten Grafik liegen gelassen werden mussten. Aber wo 2007 CoD4 wie die Quadratur des Kreises wirkte (geile Grafik, die selbst neben einem PC-Augenschmaus wie das zur selben Zeit veröffentlichte Crysis noch überzeugen konnte und 60fps (während CryTek’s Vorzeigetitel selbst auf Highend-Kisten nur mit 30fps vor sich hin dümpelte)), sah man dem Nachfolger die linearen Level und matschigen Texturen schon öfters an. Nur einen Monat zuvor erschien Uncharted 2 Among Thieves und stellte MW2 deutlich in den Schatten, doppelte Framerate hin oder her und erst Anfang des Jahres zeigte Killzone 2 wie ein Plattform-exklusiver Shooter aussehen konnte. Halo Reach wiederum wirkte im direkten Vergleich fast wie ein Open-World Spiel dank der großen Arealen.

Aber auch wenn der Singleplayer ein Wechselbad der Gefühle war, der Mehrspielermodus schlug dieses Mal wirklich wie eine Bombe ein.

der SEALS-Level ist ein Lieblings-Projekt der Entwickler
der SEALS-Level ist ein Lieblings-Projekt der Entwickler

Trotz oft überlasteter Matchmaking-Server, trotz super latenz-sensitivem Gameplay, trotz glitches und Hacks bereits im ersten Monat schufen die Entwickler fast die besten Karten und den besten Waffen/Gameplaymix der gesamten Serie. Dank NAT 3 und dank >60ms Internet habe ich oft den Entwicklern schlimme, wirklich schlimme Sachen gewünscht und trotzdem lief das Spiel fast durchgehend bis zum Release von Bad Company 2 in meinem PS3-Laufwerk.

Wer das Spiel noch in seiner Sammlung hat: 
Der Mehrspielermodus läuft noch immer 1A, sprich die Matchmaking-Server sind immer noch verfügbar. Ihr werdet auch (vor allem im Team Death Match) schnell eine brauchbare Runde finden, also keine Wartezeiten von mehreren Minuten wie man es von anderen älteren Spielen gewohnt ist. Schön ist auch dass unfaire Spieler also “Glitcher” und Leute die künstlich mit Lags arbeiten die Ausnahme darstellen. ABER das Spiel ist immer noch sehr latenzlastig, wer also von aktuellen Shootern mit ihren dedicated oder Proxy-Servern (also Server dient als Vermittler und Host, traffic trotzdem auf Clients) anderes gewohnt ist bekommt hier einen kleinen Kulturschock. Auch werdet ihr im Gegensatz zu heute oft Hostmigration lesen, wenn ein Spieler angewidert aussteigt und es sich um den Host des Matches handelte. Man kann also noch online zocken, sollte sich aber keine großen Verbesserungen zu damals erwarten.

Damit beende ich Teil 1 des Rückblicks. Modern Warfare 2 hat mich auch heute noch fasziniert, aber gerade KI-Gegner, lineare Level und Animationen wirken wie aus einer anderen Zeit … fast Retro.

One comment

  1. Die Death from Above Mission war ungefähr so spannend wie eingeschlafene Füße.
    Die MW2 Kampagne bot zwar nicht mehr diesen Impact wie MW1. Aber welcher Titel der Serie hatte das noch?

    Da bot Treyarch den interessanteren Weg mit der WAW bis BOII Geschichte. 3 ignorieren wir mal.

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