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The Last Guardian – Hype

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Seit fast zehn Jahren ist das Spiel in Entwicklung und seit nunmehr sieben Jahren warten wir auf den Release. The Last Guardian vom japanischen Entwickler Team Ico soll tatsächlich Anfang Dezember 2016 erscheinen.

Auf der PlayStation 3 lief das Spiel eigentlich nie so richtig, das gab Shuhei Yoshida im letzten Jahr bekannt, nach dem wiederholt Fragen über die Entwicklung und dem Verbleib von TLG gestellt wurden. Dann kam die erneute Ankündigung auf der E3 2015 und Fans von Ico und/oder Shadow of the Colossus rissen die Arme nach oben. Endlich. Endlich. Endlich!

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Wie kann es also sein, das Entwicklungen in der heutigen Zeit so derart misslingen können? Eine Frage die ich im Detail nicht beantworten kann, aber Schuld waren die technische Legitimationen der PlayStation 3 und die Visionen von Fumito Ueda. Beides fand nie zueinander. Denn, verständlicherweise, war Herr Ueda nicht gewillt, von seinen Vorstellungen und Ideen Abstand zu nehmen. Er wollte keine Abstriche machen oder Spielmechaniken gezwungenermaßen ändern. Auch die Hilfe von westlichen Entwicklern, 2011 half Sony Santa Monica um den schweren Klotz ins Rollen zu bringen. Aber selbst für die fundierten und für regelmäßig technisch gute Arbeit abliefernden Menschen aus dem westlichen Teil des Erdballes war es nicht möglich den Motor anzuschmeißen. Später gründeten viele Mitarbeiter aus dem Hause Team Ico eigene Unternehmen und verließen das Studio. Das klingt alles andere als rosig und wenn man so darüber spricht, kann einem schnell der Gedanke kommen: “Solche Spiele können gar nichts mehr werden.” Aber Sony glaubte an den Titel und tut dies auch nach wie vor und so fand Fumito Ueda treue und geduldige Begleiter. Dafür kann man zu heutigen Zeiten schon den Hut ziehen und Lob aussprechen. Erst mit der PlayStation 4 konnte man den im Treibsand befindenden Karren aus dem Schlamassel ziehen.

Soweit Spoilerfrei. Ab hier möchte ich eine Warnung aussprechen. Ich weiß natürlich nicht mehr als alle anderen über die Geschichte und die Hintergründe, wer sich aber bis heute noch nichts weiter durchgelesen/angeschaut hat und noch immer unbefleckt das Spiel starten möchte, der sollte den Artikel wieder schließen.

Für alle anderen geht es weiter. Fumito Ueda gab eines Tages zu, beeindruckt gewesen zu sein – wie eng und tief die Bindung der Spieler zu Wander und Argo war (Charaktere aus Shadow of the Colossus). Er hatte es eigentlich anders erwartet. Daher kam ihm die Idee, in seinem nächsten Spiel den Fokus noch stärker auf diese Eindrücke zu legen und es noch stärker mit dem Spiel zu verbinden. Aus dieser Idee wurde The Last Guardian geboren.

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Die Geschichte soll wohl von einem alten Mann erzählt werden, der als kleiner Junge in eine riesige Burg entführt wurde. Als er erwacht und überhaupt erst realisiert wo er sich befindet, fallen ihm die über den gesamten Körper verteilten Tätowierungen auf. Irgendwann kann er entkommen und findet auf der Flucht Trico. Angekettet und durch viele Pfeile und Speere verletzt. Der junge Bursche befreit das Katzenvogeldrachenhybriden ähnliche Wesen und eine neue Freundschaft entwickelt sich – wenn auch langsam. Denn Trico ist sich nicht sicher ob der kleine Junge Freund oder Feind ist. Und so versucht ihr das Wesen vom Guten in euch zu überzeugen. Zwar sprecht ihr nicht die gleiche Sprache, aber Ruflaute, Gesten, Reaktionen und Bewegungen helfen um eure Kommunikationsbarriere zu überwinden. Auf beiden Seiten. Ihr befindet euch ja schließlich noch immer auf der Flucht und wollt das unbekannte Gebiet auf die schnellste Art und Weise verlassen.

Gegner und Rätsel werden die größten aller Hürden darstellen. Der kleine tätowierte Bengel verfügt über keinerlei Kampferfahrungen und ist den Rittern völlig schutzlos ausgeliefert. In diesem Punkt könnt ihr auf Trico zählen. Auf der anderen Seite sind die Rätsel. Das wird ein-Mann-Job und eure grauen Zellen sind gefragt. Ihr befehligt euren Begleiter, wobei ihr dafür keine direkte Aktion, wie z. B. bei einem X-COM ausführen könnt – also gehe nach A und führe Aktion B aus. Vielmehr basieren die Handlungen auf das gewonnen Vertrauen und das was ihr bereits voneinander gelernt habt – denn hinter Trico steckt eine künstliche Intelligenz und diese könnte durchaus auch mal ihren eigenen Kopf haben. Stellt euch also vor, ihr würdet einen Hund erziehen und ihm Tricks und Kommandos beibringen wollen. Dann habt ihr eine ungefähre Idee was euch bei The Last Guardian erwartet.

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Ob am Ende wieder jemand stirbt? Wer glaubt das eigentlich nicht? Das Spiel schreit förmlich danach. Und auch wenn ich sofort daran denke, bin ich mir irgendwie doch nicht so sicher. Man kann davon ausgehen ja, schließlich erzählt ein alter Mann eine Geschichte. Das klingt schon nach Abschied und Melancholie. Und trotzdem bin ich mir nicht sicher. Machen die das wirklich schon wieder? Wäre das nicht zu einfach?

Die technische Umsetzung zollt ganz am Ende ihren Tribut. Ich ganz persönlich finde das Spiel schön, das Alter merkt man dem Titel trotzdem an. Es ist stimmig und passt. Farben, Architektur und Stil der Grafik gefallen mir und überzeugen mich. Es ist am Ende wohl eines der hübschesten PS3-Titel, die noch ordentlich für die PS4 aufpoliert wurden. Wobei ich mich zu solchen Aussagen auch nicht hinreißen lassen wollte, denn mehr als diesen einen Levelabschnitt kennt man überhaupt noch nicht. Und der ist neben den kleineren Abstrichen absolut stimmig. Ein nächstes Uncharted 4 kann sowieso nicht erwartet werden. Weiter hat man in den letzten Tagen mehrfach gelesen, das die Steuerung etwas sperrig wäre und die Kamera gerne ein Eigenleben entwickelt. Das mag sein und ich kann es im Grunde überhaupt nicht beurteilen, weil ich erst Anfang Dezember dazu kommen werde es endlich zu spielen. Aber ich möchte trotzdem die Journalisten und Redakteure zumindest etwas in Frage stellen – kann man das immer so schnell beurteilen? Darf man sich nicht auch an Steuerungsmechaniken gewöhnen oder muss gleich alles nach Schema F und Einheitsbrei funktionieren? Scheiße bleibt scheiße, egal wie oft man es versucht – das weiß ich selbst. Dennoch wird mir da manchmal zu schnell mit negativen Äußerungen geschossen. Im Dezember weiß auch ich mehr.

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Video-Link: http://www.youtube.com/watch?v=ZC1Jr_EZi3M

Ich freue mich auf das Spiel, weil ich großes Vertrauen in Fumito Ueda habe. Ich wurde weder bei Ico noch bei Shadow of the Colossus enttäuscht. Und auch die unzähligen Verschiebungen, die lange Stille um das Spiel und der allgemeine Werdegang stimmen mich nicht negativ. Der Mensch mit seiner Idee steht noch immer hinter dem Projekt. Und wenn er darauf so lange vertrauen konnte, dann kann ich es auch. Gerade wenn ich mir den obigen Trailer anschaue. Gänsehaut über beide Arme. Ich erhoffe mir ein dramatisches Meisterwerk und bin wahnsinnig gespannt wie wuchtig und temperamentvoll Trico werden kann. Ich habe es vorbestellt und am 07. Dezember 2016 ist es hoffentlich endlich, endlich, endlich (!) soweit.

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One comment

  1. […] der Entwicklung möchte ich nicht eingehen, das habe ich bereits in einem HYPE-Artikel beleuchtet. Klick mich. Also, wie fängt das Spiel denn un […]

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