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Road to Call of Duty 2016 – Teil 4 Neue Fisch-Engine!

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Auf Xbox One und PlayStation 4 wird alles gut oder? Leider wurde aber der Neubeginn Call of Duty Ghosts schon bei der Ankündigung zur Lachnummer.

Stolz zeigte man auf Microsoft’s E3-Bühne das neue Sub-Franchise von Serienschöpfer Infinity Ward. Animationen & Grafik sollen vor allem auf den “Next-Gen” Konsolen dank neuer Engine glänzen, der Mehrspielermodus erstmals dank dedicated Servern auf Konsolen wieder das Aushängeschild des Genres werden und dank erweiterter Physik auch zerstörbare Umgebungen bieten. Am Papier auch alles gut, nur wie man das damals präsentierte…

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=Zxnx3W-HA18

Eric Hirschberg (PR-Chef des Franchise) wollte die neue Grafikpracht tatsächlich anhand eines Hundefells unter Beweis stellen und zeigte mit individuell reagierenden Fischen in einem Unterwasser-Level seiner Meinung nach eine Revolution im Genre. Man könnte meinen, dass EA sich 2013 das Marketing für BF4 hätte sparen können. Doch wie war der Titel abseits der Marketing-Floskeln?

6 Plattformen, 5 Entwickler-Studios

Nachdem Black Ops 2 schon einen Achtungserfolg auf Nintendo’s WiiU feierte, erweiterte sich das Plattform-Angebot nun um Xbox One und PlayStation 4.

Warum also nicht mit dem Franchise neu durchstarten? Infinity Ward sollte sich um eine völlig neue Kampagnen-Erfahrung kümmern, Treyarch portete das Spiel auf die WiiU, Raven hatte freie Hand beim Mehrspielermodus und Neversoft sorgte für den Kooperativen Modus.

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Klang abseits der fraglichen Präsentation doch alles sehr vielversprechend, oder? Tatsächlich wirkte das Grafikgewand frischer, vor allem auf PS4 und Xbox One. Gerade die lächerlichen hölzernen Animationen waren endlich Geschichte und online gab es auf den (nun offeneren) Karten tatsächlich hier und da etwas zerstörbare Umgebungsteile.

Auch die Kampagne hatte mit dem Guerillakrieg-Setting einen deutlich anderen Ton und stellte mit einem Hund den Spieler tatsächlich einen steuer bzw. befehlbaren KI-Charakter an die Seite. Damit boten sich neue Ansätze im angestaubten Franchise.

Bombast, Bombast, Bombast!

Leider wurde der Untergrundkrieg kaum genutzt. Statt mit der unterbesetzten, provisorisch ausgestatteten und ständig improvisierender Ghost Einheit überlege Gegner geschickt zu bekämpfen, bekommt ihr neben dem Hund ständig irgendein Hightech-Spielzeug in die Hand gedrückt. Lenkraktenwerfer, ferngesteuerte Geschütze und generell die neuesten Ballermänner stehen der Ausrüstung in MW in nichts nach.

Es lag aber leider nicht am Equipment, denn auch der Bombast musste anscheinend bleiben und das passt überhaupt nicht in die Untergrund-Thematik.

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Da wird bei einer groß angelegten Invasion eine ganze Stadt unter Wasser gesetzt, der Angriff auf den (alles Andere als kleinen) Heimatstützpunkt wirkt pompöser, als die Landung in der Normandie und wenn das nicht reicht geht es auch noch ins All!

Klar macht das Spaß, aber fühlt sich mittlerweile so over-the-top an, dass die Ermüdungserscheinungen sogar größer sind als in einem Michael Bay-Film.  Da hilft auch nicht, dass es die Konkurrenz auch vergeigt, wenn die Kollegen von Treyarch mit weniger Badabum mehr bleibenden Eindruck hinterlassen.

Machts Online Spaß?

Aber da haben wir ja noch die Extinction Koop & den großen neuen Online Versus-Modus. Tja aber auch hier gibt es Schwächen. Extinction gegen die Alien-Invasion fühlte sich irgendwie nach Zombie-Modus für Arme an. Zwar fanden sich auch hier einige Fans, aber nicht umsonst hat das nächste IW-Spiel im Koop auch Zombies.

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Gerade Online wo man nun mit ded. Servern und großen offeneren Karten sich endlich etwas von den Altlasten entfernte, merkte man das sich die Entwickler einfach zuviel vorgenommen hatten.

Kleiner Balancing-Fehler gabs auch schon in früheren Teilen, jedoch waren hier essentielle Konzeptteile wie die Infrarot-Sichten in Verbund mit den offeneren Karten ein Problem, welches man nicht so leicht in Griff bekommen sollte.

Zusätzlich war der Netzcode auch hier verbesserungswürdig, ded. Server hin oder her.  Ein halbes Jahr nach Release gab es noch immer Problem, welche bis dato nicht vollständig behoben wurden.

Dann ab ins All?

Trotz interessanter Ideen gelang IW kein beeindruckender Einstieg in die neue Konsolengeneration. Ghosts ist sicher kein schlechtes Spiel, aber leider eben ein ungünstig veröffentlichter Titel, dessen Ambitionen an zu vielen Plattformen und zu vielem Bombast scheiterten.

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Nun muss Infinite Warfare zeigen, dass IW von früheren Fehler gelernt hat. Aber darüber lest ihr mehr in unserem Review.

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