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NiOh – Review

Wir schreiben das Jahr 1600, Japan wird von einer Armee von Dämonen überrannt und William Adams oder Miura Anjin, wie er von den Japanern genannt wird, ist die einzige Hoffnung für das Land. Das ist im ungefähren die Story von NiOh, allerdings basieren die Charaktere auf historischen Personen, allem voran unser Protagonist William, dieser war ein Samurai, welcher aus England kam und den Japanern das Bauen von westlichen Schiffen beibrachte.

Aber wir kümmern uns heute um NiOh, das neue Spiel von Team Ninja, welches schon Ninja Gaiden machten und gerne etwas härtere Spiele auf heimische Konsolen brachten und das alles vor From Software mit ihrer Souls-Reihe. Trotzdem leiht sich NiOh einige Elemente aus den sogenannten Soulsborne (Genre von Dark Souls und Bloodborne) Spielen aus, allerdings bringt Team Ninja auch einige neue Elemente hinein.

Das wichtigste Element und auch leider das etwas nervigere Element ist das Leveln, dies funktioniert im Großen und Ganzen genauso wie in einem Souls Spiel, ist aber auf Dauer mit einem großen Problem behaftet, da jede Mission eine Level-Empfehlung besitzt, welche im späteren Verlauf, sofern man nicht jedes Level mehrfach spielt, astronomisch hoch ist. Eigentliches Problem an der ganzen Sache ist, dass extrem krasse Ansteigen der Level-Kosten, welche in keinem Verhältnis zu den Gegnern im Level stehen. Allerdings kann man dies als geübter Souls-Spieler getrost ignorieren, da die meisten Bosse recht einfach sind, aber dazu kommen wir noch mal etwas später. Ansonsten ist das Leveln extrem ähnlich zu Dark Souls oder Bloodborne, bedeutet allerdings auch, wer stirbt verliert seine Erfahrungspunkte, bis er sie wieder aufgesammelt hat und falls man noch einmal stirbt sind diese komplett weg.

Dann gibt es noch Skills, mit denen man sich Kombos oder Jutsus freischalten kann. Die Kombo-Skilltrees werden auf die verschiedenen Waffen aufgeteilt, wie z. B. das Katana. So kann man dann Todesstöße oder Dash-Angriffe freischalten. Die Jutsus teilen sich in Ninjutsus, also Ninja-Techniken und in Omnyo-Magie auf. Ninjutsus sind Wurfsterne, Rauchbomben usw., dass viel spannendere ist die Magie, denn wer diese zu beherrschen weiß, kann sich das Leben in NiOh stark vereinfachen, da man Angriffe von Gegner abschwächen, die Rüstung senken und sogar Gegner stark verlangsamen kann. Natürlich muss für die Jutsus auch das passende Attribut gelevelt sein, ansonsten bringt einem das Freischalten nichts, da man diese nicht nutzen kann.

Aber was wäre ein Japanisches Rollenspiel ohne etwas abgedrehtere Mechaniken, wie die Schutzgeister und Kodama, aber fangen wir erst einmal mit den einfachen Kodama an. Diese sind kleine, grüne extrem putzige Männchen, welchen wir den Rückweg zum letzten Speicherpunkt zeigen müssen und diese schalten bestimmte Segen frei, wie zum Beispiel, dass man mehr Waffen oder Rüstung findet. Man erkennt außerdem welchen Segen sie freischalten anhand ihres Helms. Kommen wir jetzt zu den sehr viel spannenderen Schutzgeistern, diese gewähren uns Passive-Fähigkeiten wie zum Beispiel stärkerer Nahkampf, verringerter Schaden oder stärke Elementar-Angriffe. Aber sie können auch aktiv eingesetzt werden, in dem man sie mit getöteten Feinden auflädt. Dann können wir unseren Schutzgeist beschwören und dieser fährt in unsere Waffe. So kriegt die Waffe das Element des Schutzgeistes und man selber ist für kurze Zeit „unverwundbar“. Es gibt außerdem für so gut wie jeden erlegten Boss einen neuen Schutzgeist, welchen ihr dann auch ausprobieren könnt.

Aber natürlich gibt es auch, wie in jedem Rollenspiel, verschiedene Rüstungen und Waffen, so können wir immer zwei Nahkampfwaffen und zwei Fernkampfwaffen ausrüsten, welche außerdem nicht auf das Ausrüstungsgewicht gehen. Es gibt natürliche allerhand verschiede Waffen wie Katana, Äxte, Bögen, Gewehre, Kanonen und Speere. Dann gibt es noch extrem viele verschiedene Rüstungsteile, einige mit Set-Boni, also Boni, welche man erhält desto mehr Teile man trägt. Da kommen wir auch schon zu einem extrem seltenen Problem, es gibt einfach viel zu viel Loot, so gut wie jeder Gegner lässt Items, Waffen und Rüstung fallen und das sogar mehrfach. So braucht man extrem lange, um seine Ausrüstung zu verwalten und um sich welche auszusuchen.  Außerdem sind viele der Rüstungen extrem hässlich … sofern man nicht auf fernöstliche Rüstungen steht. Aber es gibt Möglichkeiten, die Rüstungen, welche man nicht nutzt in Geld, Schmiedematerialien oder Erfahrungspunkte und andere Items umzusetzen, denn durch das Opfern von Gegenständen erhalten wir Erfahrungspunkte und Items, wie zum Beispiel extrem wichtige Medizin und Levelkristalle.

So viel zu den eigentlichen Kernmechaniken, welche nichts mit Hauen und Schlitzten zu tun haben. Außerdem wurden hier nicht die korrekten Itembezeichnungen genutzt, um euch nicht zu sehr zu spoilern.

Kommen wir aber nun zu den sehr viel spannenderem – Gameplay, welches natürlich auch stark an den Soulsborne Mechaniken angelehnt, aber etwas bestrafender ist aber auch einige interessante Kniffe einbaut. Ganz klar ist schon mal, dass Lebenspunkte nicht regenerieren, sondern durch Medizin wiederhergestellt werden muss und natürlich darf man nur eine einstellige Anzahl mit sich herumtragen. Etwas spannender ist das schon das Ausdauersystem, welches extrem bestrafend ist, aber auch eine interessante Mechanik bringt. Kommen wir erst mal zum interessanten, ihr könnt durch einen Impuls, Ausdauer, welcher durch Angriffe verbraucht wurde, wiederholen, ähnlich wie das Regain-System aus Bloodborne, mit dem ihr euch Gesundheit wiederholen konntet. Außerdem könnt ihr Verunreinigungen von Dämonen entfernen, welche eure Ausdauerregenration stört und Ausdauer zu verlieren ist extrem mies, denn wenn ihr keine mehr habt und euch dann treffen lasst, müsst ihr stehen bleiben bis ihr genug neue Ausdauerregeneriert habt, um euch eben wieder zu bewegen. Das bedeutet, dass Button-Smashing extrem bestraft wird, genauso wie das Blocken von extrem starken Angriffen, denn diese können eure Ausdauer auch komplett killen. Das bedeutet, starke Gegner können euch bei falscher Herangehensweise schnell töten.

Andere allgemeine Sachen unterscheiden sich ansonsten so gut wie gar nicht von dem Klassischen Soulsborne-Gameplay, außer die Stellungs-Mechanik, so könnt ihr bestimmen, wie schnell ihr spielen wollt. Denn hohe Schläge sind langsamer und wuchtiger, tiefe Schläge sind schnell und schwächer und mittlere Schläge sind halt mittel ;).

Wie schwer ist NiOh jetzt eigentlich?

Um die Frage richtig zu beantworten, muss man natürlich seine eigene Frustgrenze kennen. Denn der Prolog ist extrem einfach und somit nicht ausschlaggebend. Viel interessanter wird es wenn man sich da die ersten paar Bosse anschaut, denn die ersten beiden Bosse sind extrem schwer, da man viele der Mechaniken noch nicht verinnerlicht hat und die Bosse einfach nur extrem schlecht platziert wurden. Denn ein Boss, welcher eine große Reichweite hat, in einem sehr kleinen Raum zu platzieren, ist leider etwas unfair, aber immer noch machbar. Problematisch ist eher, dass Gegner sich nicht an dieselben physikalischen Gesetzte der Spielwelt halten. Man sieht die Ausdauer der Gegner und wenn bei menschlichen Bossen die Ausdauerleiste leer ist, heißt das nicht, dass sie euch nicht noch mit einer Kombo töten; weil Gegner können trotz fehlender Ausdauer euch normal angreifen und ausweichen. Aber sobald man Magie freigeschaltet hat und die Bosse etwas größer sind, relativieren sich diese Aussagen und werden teilweise viel zu einfach, denn Verzauberungen halten genauso lange, wie bei „Untoter Soldat 9999“, damit werden viele der Bosse viel zu einfach und für den Fall, dass man gar nicht mehr weiter kommt, kann man sich noch Hilfe von anderen Spielern holen. Nur sollte man bei dem online Modus nicht erwarten, dass man das Spiel im Koop durchspielen kann, ein Level muss erstmal geschafft sein, um Fremden zu helfen UND es müssen beide das Level geschafft haben, um gezielt miteinander spielen zu können und das ist leider extrem schade, da NiOh ein sehr schönes Koop-Spiel sein kann.

Aber kommen wir jetzt einfach mal zur Technik. NiOh ist ein PlayStation exklusives Spiel, dies bedeutet, im Normalfall extrem gute Grafik und sehr wenig Bugs. Ist bei NiOh leider etwas anders, da man die mehr als zehnjährige Entwicklungszeit sieht. Für PS4 Pro Besitzer gibt es ein paar super Einstellungsmöglichkeiten: Es gibt den Actionmodus, der euch erlaubt, das Spiel bei 1080p mit 60 FPS zu spielen und es gibt natürlich auch einen Filmmodus, welcher das Spiel in 4k mit 30 FPS rendert. Für Besitzer einer Standard PS4 ändern sich in den Modi die Auflösungen in 720p und 1080p. Leider gibt es allerdings ein komisches Steuerungsverhalten, welches schon mal gerne Eingaben ignoriert oder verdoppelt, gerade wenn man ausweichen muss und der Kerl dann noch mal draufhaut. Es ist es etwas ätzend, ansonsten ist die Steuerung sehr direkt und macht Spaß.

2 comments

  1. […] ist kein Dark Souls und will es auch nicht sein. Wer mehr Überzeugungskünste benötigt, kann sich diese Review […]

  2. […] war besser gelungen, manches leider nicht. Für ein vollständiges Review, schaut euch diesen Beitrag […]

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