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Life Is Strange – Rückblickend

Life Is Strange ist ein Point-and-Click Adventure vom Entwickler Dontnod, welches schon Titel, wie Remember Me, herausbrachte. Life is Strange entführt uns in die packende Welt der Max Caulfield, einer Videographiestudentin mit der Gabe, die Zeit zurückzudrehen. Diese Gabe wird ihr zuteil, nachdem sie eine Vision von einem riesigen Wirbelsturm, der ihre Heimatstadt verwüsten soll und viele Todesopfer zur Folge haben wird, verliehen. Um diesen Wirbelsturm und den Tod ihrer Liebsten zu verhindern, muss sie die Ereignisse verändern, die dazu führen.

 

Natürlich hat Max anfangs genauso viel Ahnung davon, einen Tornado zu stoppen, wie wir es tun, weshalb sie erst einmal versucht, an ihrem College zu überleben und sich das Leben zu erleichtern – sie schließt Freundschaften/Feindschaften und verändert Ereignisse nach ihrem Belieben immer wieder neu, bis sie mit ihren Entscheidungen zufrieden ist. Zumindest vorerst, denn jede Entscheidung hat weitreichende Konsequenzen und so manche Entscheidung, die das Leben ihrer Kommilitonen auf schmerzhafte Weise verändern kann, kann sie nicht zurückspulen. Hier ist der Spieler voll und ganz seinem Gefühl für die richtigen Dialoge ausgeliefert und diese Momente erzeugen eine immense Spannung.

Neben den immer wiederkehrenden Entscheidungsmöglichkeiten, die nebenbei gesagt, hervorragend eingebunden worden sind, da sie sich echt anfühlen, kommt Max immer mal wieder in die Situation, nichts ausrichten zu können oder sich eben zwischen Pest und Cholera entscheiden zu müssen. Ein kleines Beispiel, das relativ am Anfang der ersten Episode vorkommt ist, dass Max einen Schüler mit einer Waffe erwischt. Der Direktor merkt Max an, dass sie etwas gesehen hat und fragt sie, was das denn sei. Max kann entweder schweigen und der Direktor wird sie verdächtigen oder sie erzählt es ihm, und er will es ihr nicht glauben. Beides wird später weitere Konsequenzen nach sich ziehen.

Solche fragwürdigen Entscheidungen stellen aber das eigentliche Point-and-Click Adventure in keiner Weise in den Hintergrund. Immer wieder müssen wir kleine Puzzles lösen, Gegenstände suchen oder sogar in den Dialogen anderer NPCs Hinweise finden, die wir später verwenden können. Einmal sah Max eine Kommilitonin traurig vor einem Baum sitzen. Sie fragte sie, was los sei und diese antwortete patzig, dass sie um ihre Mutter besorgt sei und wies Max ab. Nach einem kleinen Zeitsprung in die Vergangenheit fragte Max, wie es denn ihrer Mutter ginge und die Kommilitonin war sehr dankbar für Max’ Mitgefühl.

Wie ihr seht, spielt Life is Strange nicht immer nur in einem actiongeladenen Sci-Fi Szenario. Es hat sehr viele Etappen und gerade die ersten beiden Episoden spielen rund um Max und ihren Bekanntenkreis. Hier wird man nah an ihren Charakter herangeführt, der einer “Sozialzecke” wohl am gerechtesten wird, und dass nicht etwa, weil sie nicht versucht, sich in andere einzufühlen und sich mit ihnen zu unterhalten, sie weiß einfach nur nicht, wie. Und dies ist einer der wenigen Punkte, die Max Leben einhauchen und das Spiel so emotional, traurig und lustig machen, dass es kein Spiel ist, das man da spielt, sondern eine Erfahrung, die man nicht verpassen sollte.

Das Spiel wird vor allem in den letzten beiden Episoden (4-5) so traurig, dass es kaum mit den ersten beiden in Verbindung gebracht werden kann. Es spricht Themen, wie Vergewaltigung, Selbstmord und Mord offen an und macht auch keinen Hehl aus seinen Schrecken. Es zeigt aber auch keine übermäßige Gewalt, sondern lässt dem Spieler einen gewissen gedanklichen Freiraum und spielt auch mit diesem. Wenn man anfangs noch glaubt, es sei ein Teeniabenteuer, das von der Sexualität und der Freundschaftenbildung handelt, der wird spätestens nach der dritten Episode einen krassen Wandel wahrnehmen, der sehr düster und erwachsen ist.

Viel mehr zur Geschichte darf man leider nicht verraten, da diese der Hauptbestandteil des Spiels ist. Die Chloe Staffel, die Anfang August 2017 erscheinen soll, wird aber bestimmt viele Lücken rund um Max’ beste Freundin schließen und vielleicht der Vergangenheit als Prequel ein gewisses Leben einhauchen, dass das Spiel noch emotionaler und packender gestalten könnte…

 

Fazit: Ihr habt es noch nicht gespielt? Na dann aber schnell, denn es lohnt sich wirklich. Der Anfang mag etwas zäh wirken, aber die weiteren Episoden machen es mehr denn wett. Die Charaktere sind super, die Entscheidungen tun weh und die Grafik ist passend. Auf PC läuft es ganz gut, auf PS4 und XBOX läuft es auch super. Als jahrelanger Telltale Fan wurde ich überzeugt und bin konvertiert. Lasst es euch nicht entgehen, das Sommerloch wird noch etwas andauern.

2 comments

  1. […] Entwickler Dontnod, bekannt durch Life is Strange (Rückblickend), und der Publisher Focus Home Interactive haben soeben verkündet, dass ihr bald erscheinendes […]

  2. […] erste Season von Life is Strange konnte in allen Belangen überzeugen. Es gab eine angemessene Grafik, ein wunderschönes Art Design, spannende Dialoge und eine […]

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