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Resident Evil – The Final Chapter: Ein würdiges Ende?

Resident Evil – The Final  Chapter ist der sechste Teil der Spielverfilmung und somit auch der letzte. Kann der letzte Teil von Produzent Paul W.S. Anderson sowohl qualitativ als auch technisch an seine Vorgänger herankommen?

Die Geschichte ist sehr schnell und auch schon in den ersten 10 Minuten des Films erklärt: Alice (Milla Jovovich) trifft nach dem Betrug Weskers auf die Red Queen, der Künstlichen Intelligenz, die eigentlich für Umbrella tätig ist, dem Unternehmen, das für den Ausbruch des Zombie Virus in erster Linie verantwortlich ist. Dieses Mal erzählt sie Alice aber, dass es einen Antivirus in Racoon City im Hive gibt, der über die Luft übertragen wird. So hat Alice nun 48 Stunden Zeit, den Antivirus zu besorgen und die restlichen 4.000 Menschen zu retten, die es noch auf der Erde gibt und dabei alle zu töten, die infiziert sind.

Resident Evil schafft eine sehr dichte Atmosphäre. Es gibt eine leicht düstere, bläuliche Lichtstimmung, die eine Mischung aus Wüste und Kriegsfilm darstellt. Die Welt ist nicht mehr ganz so tot, wie sie es in dem dritten Teil war, es gibt jetzt einfach mehr und größere Monster, die die restlichen Menschen jagen. Zombies kommen hauptsächlich nur noch in Scharen vor und bleiben leider dabei nicht ganz so tödlich, wie in den anderen Teilen, denn die Hauptcharaktere werden alle mit wenig Mühen mit diesen fertig.

Der eigentliche Gegner in dem Film ist dieses Mal menschlicher Natur und deshalb auch um einiges schlauer, als eine Schar Zombies, die einen 2m hohen Panzer nicht erklimmen kann. Es kommen auch sehr viele Elemente des ersten Teils vor, und damit ist nicht nur der ursprüngliche Hive mit seinen Fallen gemeint. Es wird auch der ein oder andere alte Charakter noch einmal auftauchen, der die Stimmung vergangener Teile etwas auferleben lässt. Dass Alice in diesem Teil ihre Kräfte verloren hat, schadet dem Film weniger als dass er ihn nach vorne treibt und ihn mehr an die Stimmung des ersten Teils anpasst.

Das Pacing in dem Film ist fürchterlich. Alice hat 48 Stunden Zeit und nach 12 Stunden oder für uns, einen Cut später, ist sie eigentlich schon an ihrem Ziel angekommen. Natürlich passiert noch irgendwas, es muss ja immerhin versucht werden, eine Handlung aufzubauen, aber dass sie am Ende nur noch 30 Minuten Zeit hat, verrät, wie viele schnelle Cuts hintereinander folgen und wie stark das Zeitgefühl durcheinandergebracht wird. Zeit kann ein Element sein, um etwas spannender zu machen, leider missglückt dieser Effekt bitterlich, denn meistens fragt man sich einfach nur, wieso sie denn jetzt so lange für eine so kurze Aktion gebraucht hat. Als kleines Beispiel: Alice lädt eine Maschinenpistole nach, gibt sie einem Kameraden und nimmt sich selbst noch eine aus dem Koffer – dafür braucht sie 6 Minuten!

Wenn solche Fehler in der Zeit gemacht werden, dann hätten sie vielleicht nicht so oft die Uhr einblenden sollen, damit keine falsche Spannung und somit Frust aufkommt.

Schön gelungen ist dem Film dafür aber der Abschluss. Blieben in den vorangegangenen Teilen noch die ein oder andere Fragen offen, so hat dieser die meisten Fragen halbwegs anständig beantwortet, u.a. was es mit der Red Queen auf sich hat und welche Rolle Alice für Umbrella spielt. Dies wird alles gegen Ende sehr schön aufgelöst. Auch wenn der Anfang teils etwas zu schnell abgehandelt wird, so nimmt sich der Film wenigstens am Ende ein wenig Zeit, um die losen Enden zu verknüpfen und den ein oder anderen Komplott aufzudecken.

Die Schauspielleistung von Milla Jovovich lässt leider zu wünschen übrig. Mal abgesehen von ihrem mimiklosen Auftreten und den teils statischen Texten, in denen sich Charaktere mehrmals gegenseitig unterbrechen, zeigt sie nicht gerade ihre Bestleistung. Dafür brilliert aber vor allem Iain Glenn, der schon in Game Of Thrones Glanzleistungen zeigte als Ser Jorah Mormont. Der Charakter schafft es sogar fast, dass man über die etwas holprig, dämlichen Texte hinwegschauen kann, wie etwa:

“Die Dreifaltigkeit der Schlampen” – Dr. Alexander Isaacs. Aber wirklich nur fast.

Der Film war leider wirklich nicht gut, da er nicht nur unter Logiklücken leidet, sondern auch die Geschichte an sich seit Teil 3 bzw. schon vorher seit der Einführung der Klone und Kräfte stark stagniert. Die neuen Charaktere bleiben meist nur für einen Teil und jeder, der nicht direkt mit seinem Namen angesprochen wird, stirbt sowieso. Der Film kann leider keine Spannung aufbauen und Alice befindet sich auch nie wirklich in einer gefährlichen Lage, da sie auch ohne Superkräfte zu stark dargestellt wird. Es ist schön, dass die Reihe ihr Ende mit diesem Film gefunden hat, denn ich persönlich, würde mir keinen weiteren Teil anschauen. Zwar sind Filme wie Sharknado mal ganz lustig, jedoch ist es schade zu sehen, wenn eine geliebte Filmreihe vom Zombie-Horror-Feeling zu Schwachsinn mit übergroßen Monstern übergeht.

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