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XCOM 2: War of the Chosen – Review

XCOM 2 beschäftigt sich damit, dass die Aliens die Menschheit bereits invaded haben und unter ihnen leben, aber dennoch die totale Herrschaft an sich reißen wollen. Dies gelingt ihnen zum einen, da sie sich als Beschützer der Menschheit in den Medien präsentieren und zum anderen, weil sie genug Advents (so eine Art Militärpolizei) haben, die die Bevölkerung im Zaum hält.

Einer von vielen Reportern, die Advent eingewickelt hat

Wir spielen den Commander, einen Menschen, dem ein Alien-Chip eingepflanzt wurde, auf dem alle möglichen Kampfszenarien gespeichert wurden. Der Commander ist mit seinem Wissen von unschätzbarem Wert für beide Parteien – den Rebellen und den Aliens.

Badass – Commander bitte melden

Die Rebellen schaffen es jedoch, den Commander zu befreien, sich neu zu organisieren und einen vernichtenden Schlag auf die Aliens vorzubereiten.

Im Hauptspiel hat man sich also darauf konzentriert, Alien-Einrichtungen aufzuspüren und somit das große, menschheitsbedrohende Projekt “Avatar” der Aliens aufzuhalten und sie nach Hause zu schicken. Und das war dann auch so ziemlich die ganze Story des Hauptspiels…

Ah, dafür ist der Helm also da

In War of the Chosen ist das zwar immer noch der allgemeine Plot, jedoch kommt sowohl spieltechnisch als auch storytechnisch so viel mehr dazu, dass es sich vielmehr wie ein XCOM 3 anfühlt, als ein Addon, das vielleicht mit seinen knapp 40€ teurer ist als andere. So viel schon einmal vorweg: Ja, der Preis IST gerechtfertigt, denn War of the Chosen ist so viel mehr als eine Erweiterung zur Hauptkampagne, es schreibt diese quasi neu.

So stellen wir uns als Rebellen gegen die Horden der Aliens und suchen uns auf dem Weg nun auch andere Rebellenorganisationen: Von den Schnittern, die menschlich sind und ebenfalls rebellieren bis hin zu den Templern und Scharmützlern, die ehemalige Advent-Soldaten sind, die befreit wurden und nun einen eigenen Willen haben. Advents sind nämlich alle untereinander in einem Netzwerkt verknüpft, sodass sie sogar nach ihrem Tod  noch ferngesteuert werden können. Nun ja, diese haben sich befreit und wollen jetzt ebenfalls die Aliens tot sehen – gut für uns, denn sie sind so vielfältig wie die Schnitter und schenken dem Spieler dadurch so viel Spielspaß, dass es fast schon schade ist, dass diese noch nicht früher berücksichtigt wurden.

Warlock, Titan und Jäger …ähm Templer, Scharmützler und Schnitter

Die Schnitter sind also Rebellen, die uns immer wieder mit Informationen versorgen, uns in Situationen beistehen oder uns ihre besten Kämpfer zur Verfügung stellen, um gegen die Auserwählten zu kämpfen. Wir bekommen also eine Scharfschützin, die ungemein präzise und tödlich ist.

Und diese Trefferwahrscheinlichkeit: God-like!

Die Scharmützler sind Nahkampfexperten, die mit einem Grabbling Hook Feinde an sich heranziehen und töten können. Zudem sehen sie ein wenig wie die Titans aus Destiny aus.

Titan, definitiv.

Die Warlocks bzw. Templer haben besondere Psi-Fähigkeiten, die ihnen in schrecklichen Experimenten aufgezwungen worden sind.

Schaut ein wenig wie ein Warlock aus, findet ihr nicht?

All diese neuen Kämpfer sorgen für einen guten Ausgleich zu den neuen Gegnern, die teils wirklich sehr stark sind. Vor allem die Auserwählten, also jene, die die Erde zugesprochen bekommen möchten, wenn die Ältesten fort sind, sind eiskalte und schwierig zu bezwingene Gegner. Diese platzen mitten in Gefechten ins Geschehen und räumen ziemlich auf.

Und doch müssen wir jeden Auserwählten gefühlt 100 Mal bekämpfen

So kann die Jägerin bspw. untertauchen, sodass man sie nicht mehr sieht, ist gegen Feuerschutz immun und kann jederzeit nach einer abgeschlossenen Aktion selbst in den Feuerschutz gehen. Mit unseren neuen Kämpfern können wir mehr Schaden anrichten, müssen aber auch die restlichen Gegner auf dem Schlachtfeld im Auge behalten, diese stellen nämlich eine immense Gefahr dar.

Die Erste der drei Auserwählten

Aber auch die Verlorenen machen uns immer wieder zu schaffen. Diese Gegner sind sehr einfacht – mit einem Schuss – zu töten. Das einzige Problem ist, dass sie immer in Scharen auftauchen.

Oh oh…

Dafür dürfen wir aber noch eine Aktion ausführen, wenn wir einen Verlorenen getötet haben. Hier steckt sehr viel Potential drin, da die Verlorenen – also die Menschen, die nicht geflohen und somit durch die Alientechnologien verändert wurden – nicht nur uns, sondern auch die Advent angreifen.

Ja, einer nach dem Anderen, bitte.

Das Quest-System ist immer noch sehr ähnlich zum vorangegangenen Hauptspiel. Wir untersuchen die Weltkarte auf Ereignisse und hier und da sehen wir mal eine kleine Rettungsaktion, eine Zerstörungsmission oder eine Geiselrettung.

Hier sehen wir eine neue Mission … ganz kleiner Spoiler

Während mancher Missionen darf man eine gewisse Rundenanzahl nicht überschreiten, sodass man ziemlich unter Zeitdruck gerät und das Neuladen unvermeidbar wird. Hier hilft einem aber auch der ein oder andere Explosionstank, um mehrere Gegner oder das Ziel selbst schnell auszuschalten.

XCOM ist kein schnelles Spiel. Es gibt Permadeath, sodass man sich zweimal überlegen muss, ob ein erneutes Laden nicht sinnvoll wäre und es gibt auch noch Prozentanzeigen beim Schießen. Zielen wir also auf einen Gegner, der direkt vor uns steht und haben eine Trefferwahrscheinlichkeit von 93%, ist es durchaus möglich, daneben zu schießen – und ja, manchmal regt man sich wirklich darüber auf. An anderen Stellen kann es aber auch umgekehrt der Fall sein. Da steht dann ein Auserwählter hinter dem letzten Baum auf der anderen Seite der Karte und man trifft bei einer Trefferchance von unter 20% – juhu!

WTF?! Bist du zu blöd zum Schießen?!

Neben dem Eliminieren von Gegnern, kann man in dem Spiel auch noch hacken, und hier haben wir dieselben guten bzw. schlechten Wahrscheinlichkeiten wie beim Schießen selbst. Manchmal klappt es sofort, wir übernehmen einen Roboterriesen, töten alle Aliens und haben die Mission makellos überstanden oder wir scheitern, der Mech tötet uns und die Mission ist gescheitert – puh!

Nur noch diese Tür, dann weiter…

Außerdem kann man in dem Addon nun auch Fotos von seinem Squad machen

Blitz und Donner!

und Kameraden können untereinander Beziehungen eingehen, die ihnen weitere Boni gewähren.

Nein, XCOM ist nicht rührselig, wir stauben einfach nur die Boni ab und gehen dann wieder unserer Wege

Fazit: XCOM ist ein wunderbares Rundenstrategiespiel, dass sowohl schick aussieht als auch gute Mechaniken bietet. Es wird durch Herausforderungen spannender, durch Zeitlimits frustrierender und durch neue Gegner und Handlungsstränger so viel interessanter und visuell ansprechender.

Wer Rundenstrategiespiele mit ein wenig Sci-Fi, einer guten Optik und ganz vielen entscheidenden Spielstunden mag, wird bei diesem Spiel nichts Falsch machen. Das Hauptspiel war schon ein echtes Schmankerl, aber die Erweiterung macht einfach so vieles besser und angenehmer, dass ich schon fast dazu tendiere, dass man sich lieber diese Edition kaufen sollte. Leider aber, und das muss man leider dazu sagen, kostet die Erweiterung alleine schon 40€ und man muss das Hauptspiel besitzen, um diese spielen zu können. Zwar ist das hin und wieder mal im Angebot, aber eine Collection der beiden Titel wäre wünschenswert.

Ich bereue jedoch den Kauf auf gar keinen Fall. XCOM macht auch noch beim zweiten Mal Spaß und die Neuerungen machen es so viel besser, dass es von einer guten 9/10 auf meiner Skala auf 10/10 geschafft hat.

 

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One comment

  1. […] haben sowohl ‘XCOM 2’ als auch ‘Civilization VI’ […]

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