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Free Fire – Review

Ende der 70er. Frisuren, Musik und Kleidung warten noch darauf, von den durchaus amüsanten 80ern abgelöst zu werden. In Boston soll es zu einem Austausch von Gewehren und Geld kommen. Die IRA Männer rund um Chris und Frank treffen sich in einer verlassenen und in die Jahre gekommenen Lagerhalle mit den stilsicheren Vernon und Martin.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Waffen wurden bestellt. Geld soll übergeben werden. Im Grunde könnte es nicht einfacher sein. Nur leider sind die bestellten M16-Gewehre nicht vor Ort. Die scheinbar chronisch gereizten und stets spitz formulierenden Charaktere schaffen es, diesen schwierigen Umstand durch Höchstleistung ihrer geistigen Fähigkeiten zu meistern. Leider kommt ein Hitzkopf selten allein. Zwei der Teilnehmer erkennen sich prompt von einer Kneipenschlägerei am Vorabend wieder und die Dinge beginnen komplett aus dem Ruder zu laufen. Bevor es zu ersten Feuergefechten kommt, wird verdammt schnell verbal ausgeteilt und auch Fäuste dreschen ins Gesicht und auf andere Körperstellen ein.

Danach geht es ordentlich zur Sache. Kugel fliegen, Wörter hinterher und meist auch andersherum. Aus den zu Filmbeginn noch anfänglich bestehenden zwei Gruppen, werden schnell viele und man weiß gar nicht mehr, wer zu wem gehört und wer genau gegeneinander kämpft. Das ist kein Team-Deathmach mehr. Hier geht es allein ums nackte Überleben. Und um das Geld natürlich. Frei nach dem Motto: “Bekomme ich es nicht, soll es auch niemand anderes haben.”

Das Ganze ist nicht nur gut gespielt, mit herrlichen Dialogen, die unter die Gürtellinie gehen, nein – es wirkt auch wunderbar realistisch mit einer großen Prise Slapstick obendrauf. Da glänzt der Film ganz besonders und macht verdammt viel Spaß. Die einzelnen Kontrahenten liegen schreiend auf dem Boden, humpeln von links nach rechts und denken gar nicht daran, nachzugeben. Schließlich hat er mir ins Bein geschossen, also darf ich das doch wohl auch! Hände zittern beim Zielen und Schießen will auch gelernt sein. Da hilft auch nicht der noch so coole und lässige Anzug, keine perfekt sitzende Frisur und auch der Schnauzbart lenkt die Kugeln nicht automatisch ins Ziel. Wer Filme wie Reservoir Dogs mag, der sollte auch bei Free Fire einen Blick hineinwerfen.

Harry kann noch zurückgehalten werden

Für mich war es kurzweiliger Spaß, mit gutem Humor und einer realistischen Gewaltdarstellung. Während andere Filme mit Pauken und Trompeten auf das große Finale hinarbeiten und den Shootout in ihrer Ästhetik, sofern man das überhaupt sagen kann, präsentieren – treffen sich hier 12 Vollidioten, die aufeinander losgelassen werden. Keine austrainierten Superkiller. 90 Minuten Vollidiotengas.

Zur Bild und Tonqualität sei Folgendes gesagt: Das Bild ist sauber, klar und kräftig. Der Sound passt und zeigt sich auf einem ebenso realistischen Niveau, wie der gesamte Film an sich. Soll heißen, nicht jede Knarre hat einen derben Bums nach jedem Schuss. Der Soundtrack ist gut gewählt und stimmig zur Epoche in jener der Film spielt. Man hat sich da besonders an John Denver, der Hits wie Take me home country roads, Leaving on a jet plane oder eben den Annie’s Songder mehrfach im Film zu hören ist, bedient.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=D3YLrGb8PMQ
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