ActionReviewRollenspieleVideospiel

Destiny 2 – Besser als der erste Teil?

Destiny 2 ist am Mittwoch, dem sechsten September erschienen, doch taugt es was oder ist es viel mehr eine lieblose Fortsetzung?

Bevor wir diese Frage in unserem Fazit beantworten, fangen wir erst einmal ganz von Vorne an: Vor drei Jahren ist Destiny erschienen, ein Multiplattform-Sci–Fi-Shooter-MMO, und musste viel Kritik einstecken, da die Story, welche durch Cutscences erzählt werden sollte, völlig zerschnitten und zusammenhangslos war. Trotz, dass Bungie, der Entwickler hinter Halo eins bis drei, eigentlich das Potenzial gehabt haben, eine geniale SciFi-Story zu erzählen. Stattdessen hat ein sehr lustloser Peter Dinklage (Game Of Thrones), den Geist, unseren Begleiter, gesprochen und ist so als “Dinklebot” in die Geschichte von Destiny eingegangen.

Dabei war die Sprecher-Besetzung alles andere als minderwertig, da mit Nathan Fillion (bekannt aus Firefly und Castle), der Cayde-6 spricht und Lance Reddick (bekannt aus Fringe und John Wick) , der Commander Zavala spricht, bekannte Schauspieler die Schlüsselrollen übernommen haben. Sogar die Sprecherin von Ikora Rey, die eine weibliche Schlüsselrolle ist, ist kein unbeschriebenes Blatt, denn Gina Torres hat Zoe Washburne in Firefly gespielt. Aber das alles half nicht, die Kritikpunkte zu überdecken und so hat es ein ganzes Jahr gedauert, bis mit einer Erweiterung viele der Kritikpunkte beseitigt wurden und Destiny mit The Taken King zu einem richtigen Kracher wurde. Zwischenzeitlich kamen auch zwei kleinere DLCs raus, die viel zu wenig Umfang hatten und völlig überteuert waren.

Letztes Jahr ist Destiny mit Rise of Iron in sein drittes und letztes Jahr gegangen und hat eine wirklich fesselnde Story und neue Aktivitäten gebracht. Nur Umfang und Preis standen leider wieder einmal in der Kritik.

Nun ist es soweit, Bungie hat uns Destiny 2 gebracht und in der ersten Präsentation konnte man sehen, dass sich viel getan hat: So gibt es jetzt vermehrt Cutscences und  die Story steht klar im Vordergrund, ohne uns zu nerven. Aber die Frage, die sich wirklich stellt, ist: Was hat sich im Vergleich zum ersten Teil getan?

Um das zu beantworten, fangen wir erst einmal bei der Grafik an, die ist minimal besser, gerade was Beleuchtung angeht, hat sich viel getan, aber allgemein sieht Destiny 2 nicht viel besser aus als Destiny 1. Vielmehr hat sich einiges in der Präsentation und in den Kernmechanismen getan.

Das Erste, was auffällt, sind die neuen Waffen-Slots. Zur Erinnerung: in Destiny gab es Primärwaffen (Scout-, Automatik- und Impulsgewehre), Spezialwaffen (Pistolen, Fusionsgewehre, Sniper und Schrotflinten) und schwere Waffen (MGs und Raketenwerfer). Nun sieht das alles etwas anders aus. Denn wir haben unsere Kinetikwaffe, ein normales Gewehr ohne Element , was aber alles sein kann, außer Sniper oder Schrotflinte. Dann gibt es unsere Energiewaffe, die kann auch alles sein, außer Sniper oder Schrotflinte, hat aber einen Elementarschaden (Arkus, Leere oder Solar). Zu guter Letzt gibt es die Powerwaffen, die es in sich haben. Dazu gehören Sniper, Fusionsgewehre, Schrotflinten und fast alle schwere Waffen aus Destiny. Es wurden allerdings MGs entfernt und gegen Maschinenpistolen ausgetauscht, die in den Kinetik- oder Energieslot gehören. Zudem gibt es auch noch so genannte Linear Fusionsgewehre, diese sind vergleichbar mit der Sleeper Simulant aus Destiny.

Generell hat sich bei Waffen und Panzerung so einiges verändert, denn es gibt jetzt Ausrüstungsmods, diese können zum einen das Element einer Energie- oder Powerwaffe ändern oder bei Rüstung: Mobilität, Erholung oder Belastung (Rüstung) hinzufügen. Zusätzlich gibt es diese Mods in legendär und fügen noch fünf Power zur Ausrüstung hinzu, um das Powerlevel zu steigern. Die zweite allgemeine Änderung ist, dass es kein Lichtlevel mehr gibt, dieses wurde allerdings einfach nur in Powerlevel umbenannt.

Bei der Rüstung hat sich auch etwas getan, so wurden Intellekt, Stärke und Disziplin gegen Mobilität, Erholung und Belastung getauscht. Diese Werte waren schon früher vorhanden, wurden aber durch die Sub-Class definiert. Nun wurden die ursprünglichen Werte ersatzlos gestrichen und gegen die Sub-Class spezifischen Werte getauscht. Zusätzlich könnt ihr nun auch jedes einzelne Rüstungsteil einzeln mit unterschiedlichen Shadern (Skins) einfärben, das gilt auch für die Waffen.

Kommen wir jetzt endlich mal zu den wirklich wichtigen Aspekten von Destiny 2, denn Loot ist das A und O in solch einem MMO-Shooter, wer aber jetzt Loot wie in Diablo erwartet, hat sich geschnitten, denn der Loot ist immer noch sehr begrenzt, wenn nicht sogar noch etwas abgespeckter, als im ersten Teil. Zuerst einmal: jeder Planet hat sein eigenes Gearset, genauso wie jeder Questgeber, also Lord Shaxx, Zavala oder Ikora. Leider muss man Token sammeln, um diese gegen Loot eintauschen zu können, diese gibt es für die Planeten, die Vorhut, den Schmelztigel, den Raid und Ikora. Das alles löst etwas Frust aus, da ihr so Münzen für eine Slot-Maschine bekommt und nur hoffen könnt, dass es irgendwas Gutes wird. Allerdings hat das auch Vorteile, so könnt ihr Token, für eure Zweit- oder Dritt-Chars sammeln. Eine andere Neuerung ist, dass sich Engramme an eurem allgemeinen Powerlevel orientieren, so wird nicht nur angelegtes Gear mit einberechnet, sondern auch das Gear, dass ihr im Inventar habt. So müsst ihr euch keine Sorge mehr darüber machen, wie ihr an besseres Gear kommt, denn das dropt einfach so. Die Quellen haben sich allerdings etwas verändert. So ist die aktuell beste Möglichkeit, um an Exotics, also dem besten und stärksten Gear zu kommen, Public Events zu farmen. Diese waren in Destiny meist etwas verhasst, da sie wenig gute Belohnungen gaben und meistens viel zu selten stattgefunden haben.

Das hat sich jetzt allerdings geändert, da sie jetzt auf der Karte angezeigt werden – ja es gibt jetzt eine Karte mit Schnellreisepunkten – und sehr viel regelmäßiger stattfinden, so können bis zu drei Events gleichzeitig aktiv sein. Die Belohnung für das Schaffen der Events sind Gearteile, Token, Glimmer (die Währung) und eine Chance auf legendäre oder exotische Gegenstände. Zudem könnt ihr diese Events auch noch heroisch machen, das bedeutet, dass es etwas schwerer wird, aber auch mehr Loot gibt.

Dann gibt es noch die Strikes, diese dauern meist etwas länger, sind aber herausfordernder, bringen aber genau den selben Loot wie die Public Events, sind aber eine schönere Beschäftigung, als die ganze Zeit die selben Events zu machen. Leider sind die Strikes nicht so belohnend wie die Public Events.

Es gibt aber auch noch den Schmelztigel, also den PvP-Modus, hier hat sich außerdem mit am meisten getan. So tretet ihr nicht in sechs gegen sechs Partien an, sondern mit vier gegen vier. Das bringt eine ganz andere Dynamik, die vor allem Pre-Matched Teams zu Gute kommen, aber das bedeutet auch, dass Einzelkämpfer oft keine Chance mehr haben. Hier könnt ihr euch außerdem auch, wie überall anders, Token verdienen, die ihr gegen Gear von Lord Shaxx tauschen könnt. Es gibt auch Modi, die sehr taktisch sind. Darunter eine Form von Suchen und Zerstören, aus Call of Duty und einen Last-Man-Standing-Modus mit acht Leben pro Team. Leider dauern diese Runden so extrem lang, dass es teilweise einfach keinen Spaß macht, besonders, wenn man verliert.

Jetzt aber zum größten Stück aus Destiny 2: die Story. Diese wird in vielen Cutscenes und die Gespräche während der Mission erzählt. Das klappt schon sehr gut, ist allerdings manchmal etwas schwer nachzuvollziehen. Die Story spielt sich in vier neuen Gebieten ab. Diese sind auf IO, Titan, Nessus und der Erde angesiedelt und geben sogar etwas tiefere Einblicke in die Welt von Destiny, aber es fehlen immer noch extrem viele Hintergrundinformationen. Aber auch das ist viel besser geworden, denn es fehlen keine grundlegenden Informationen mehr, die für das Verstehen der Story notwendig sind.

Nach der Story kommt ja in einem MMO das Endgame, hier sieht es leider für Destiny 2 recht düster aus, da viele Endgame-Aktivitäten einfach nur Farmen beinhalten. Fangen wir aber einfach mal mit der Dämmerung an, diese ist eine besonders schwere Variante eines Strikes, die auch noch kleine Modifikatoren hat. In Destiny 1 waren das meist irgendwelche Elemente, die verstärkt wurden. Nun habt ihr zum einen die Modifikatoren, aber auch Zeitdruck, denn die Dämmerung geht jetzt auf Zeit. Ihr habt insgesamt 12 Minuten und bekommt Zeit durch Töten von Gegnern, durch Ringe springen oder das Zerstören von bestimmten Würfeln dazu, aber die Art und Weise, wie ihr Zeit dazu bekommt, ändert sich jede Woche. Dann gibt es noch Modifikatoren, wie, dass sich die verstärkte Schadensart jede Minute ändert oder ihr keine Lebensenergie mehr regenerieren könnt. Gerade der Zeitdruck macht die Dämmerung noch einmal schwerer, besonders wenn ihr Punkte erobern müsst oder ihr Türen habt, vor denen ihr warten müsst.

Es gibt aber noch die Prüfungen der Neun, diese sind wie die Prüfungen von Osiris aus dem ersten Teil. Ein Hardcore-PvP-Modus, der jede Niederlage bestraft und nur für Schmelztiegel Profis ist. Hier für wurde sogar ein eigener Social-Hub designt.

Dann gibt es noch die Meilensteine. Diese gewähren Loot für das Abschließen der Endgame-Aktivitäten und führen Flashpionts und den An die WaffenMeilenstein von Lord Shaxx ein. An die Waffen bedeutet nur, dass ihr eine bestimmte Anzahl an Matches im Schmelztiegel spielen müsst, um sehr starken Loot zu bekommen. Die Flashpoints sind auch sehr einfach, hier farmt ihr auf einem bestimmten Planeten, der sich jede Woche ändert, Public Events, um den starken Loot zu bekommen.

Kommen wir zum Raid, der absoluten Königsdisziplin. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Am 13. September wurde der Raid freigeschaltet, ca. sechs Stunden später, hat es auch die erste Gruppe geschafft, ihn zu beenden. Das Erste, was beim Betreten des Raids auffällt, ist, dass es keine schmutzige oder verfallene Absteige ist, wie bei Oryx oder Atheon, sondern ein schöner in Gold erstrahlender Plast. Optisch ist es schon einmal was völlig Neues, spielerisch wurden einige Sachen entfernt: So gibt es nur noch Rätselräume, in denen wir bestimmte Aufgaben erfüllen müssen, aber es gibt keine richtigen Bosse mehr, bis auf den Endboss. Stattdessen müssen unsere Hüter durch Ringe springen, Bäder säubern und auf Hunde aufpassen – viel mehr kann man, ohne Spoiler, nicht beschreiben. Zusätzlich wurden die klassischen Checkpoints gestrichen, denn es gibt jetzt eine Zwischenebene, auf der ihr Türen öffnen könnt. Diese werden mit sogenannten Standarten geöffnet, welche euch eine wahnwitzige Anzahl an Gegnern versucht, streitig zu machen. Das müsst ihr jedes Mal wenn, ihr den Raid betreten wollt, machen , und wenn ihr zur nächsten Aufgabe gelangen wollt. Alles in allem ist der Raid ein Rätselraum nach dem Nächsten mit Millionen von Gegnern. Das schlimmste sind allerdings die Belohnungen. So könnt ihr klassisch Gear bekommen, nach einer Aufgabe, oder aber ihr bekommt Token, welche man erst nach Abschluss des Raids abgeben kann, um diese gegen Raid-Gear zu tauschen, der natürlich nicht höher als euer Powerlevel sein kann, sofern ihr schon über 265 seid.

Fazit:

Am Anfang habe ich die Frage in den Raum geworfen, ob Destiny 2 wirklich eine Verbesserung ist, oder ob es eine lieblose Fortsetzung ist. Die Frage kann man aber leider mit Ja und Nein beantworten, da die Story und Open World eine richtige Verbesserung darstellen, aber das Endgame so stark beschnitten wurde, dass es schon fast wie ein Verkaufsstrategie für DLCs wirkt. Vielmehr fehlt es an unterschiedlichen und vor allem neuen Aktivitäten, die wir zum Looten nutzen können. Der Raid wirkt, was Loot angeht, leider auch viel zu mager, da der Aufwand sich nicht lohnt, wenn nur zwei von sechs Leuten überhaupt etwas Anderes bekommen außer Token. Aber versteht mich nicht falsch: Destiny 2 macht Spaß, fühlt sich aber in manchen Belangen wie ein Rückschritt an. Trotzdem sind Fans wie Newcomer sehr gut aufgehoben, denn Destiny 2 ist der perfekte Einstieg in das Universum!

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.