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Metroid Samus Returns: Gelungene Rückkehr?

Remake, Remastered, HD- , 4K-, PC/Konsolen-Port sind Stichwörter die man diese Generation oft hört. Manche mögen sagen schon etwas zu oft. Doch manche Entwickler gehen einen Schritt weiter. Sie nehmen sich die Thematik eines alten Titels und kreieren ein völlig neues zeitgemäßes Spiel. Dabei besteht natürlich die Gefahr dass man zu viel neu macht und die Fans von damals gegen das Schienbein tritt, oder sich zu stark an Vorgaben von damals hält und dadurch jüngere Spieler verliert, weil sie manche Features von aktuellen Spielen gewohnt sind.

MercurySteam, die schon die Castlevania-Reihe erfolgreich mit Lords of the Shadows modernisierten, haben sich der Aufgabe angenommen, den Game Boy Klassiker Metroid II: Return of Samus von 1992 neu zu interpretieren. Damals schaffte Nintendo den Spagat mit den Limitationen des Handhelds ein lineareres aber trotzdem offenes (wenn auch eher durch geschicktes Design der Level) Spiel zu schaffen.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=cuqiQdHMPfc

Angeblich versuchten einige Mitglieder des spanischen Entwicklers MercurySteam schon länger Nintendo von einem Metroid-Titel unter ihrer Führung zu überzeugen. Zwar passte dies nicht 100% in die Pläne der Japaner, aber sie waren überzeugt genug dem unabhängigen Studio einen anderen Vorschlag zu machen: eine Überarbeitung des Handheld-Klassikers.

Ist es ihnen gelungen, oder hat der 3DS-Titel mit ähnlich vielen Problemen wie zuletzt ihre Castlevania-Spiele zu kämpfen?

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=lbS_Vnhd7x0

Ehrlich gesagt habe ich mir für dieses Spiel extra einen New 3DS XL gekauft und das war eine der besten Plattform-Anschaffungen der letzten Jahre, gerade im Verbund mit diesem Spiel.

Wie oben schon beschrieben klebt Samus Returns nicht zu dicht an der Vorlage Return of Samus. Ja die Story ist immer noch gleich: Nach den Ereignissen aus Metroid wird Samus Aran damit beauftragt den Heimatplaneten der Metroid  Parasiten aufzusuchen um ihnen den Gar auszumachen. Es handelt sich dabei nicht um eine große offene Welt, sondern um viele miteinander verbundene Level, welche ihr nur nach und nach mit neuen Upgrades eurer Rüstung oder Waffen erkunden könnt. Neben der feindlichen Umwelt trefft ihr dabei immer wieder auf die namens gebenden Wesen, welche ihr in einem (zunehmend umfangreicheren) Bosskampf erledigt. Erst wenn ihr eine vorgegebene Anzahl erledigt habt, werden größere Bereiche frei geschaltet.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=VPMLiJV7C74

Ihr könnt und müsst dabei aber auch in alte bereits bekannte Gebiete zurück um Upgrades für eure Munition oder die Rüstung eures Anzugs freizuschalten. Die sind mal mehr mal weniger gut versteckt, dank einer Impulsfähigkeit könnt ihr aber die Level auf eurer Karte aufdecken und dabei auch diese Geheimnisse entdecken. Dies ist der erste bedeutende Punkt, an welchen sich das 3DS Spiel von der Vorlage unterscheidet. Das Entdecken wird so um eine Spur einfacher, ihr lauft aber auch so weniger in die Gefahr einen Abschnitt zum x-ten Mal zu durchsuchen, nur weil ihr irgendeinen Gegenstand benötigt um weiter zu kommen. Ich habe dieses Feature extensiv genutzt, musste trotzdem bei manchen Secrets in der Lösung nachschlagen und hatte am Ende trotzdem über 20 Stunden an Gameplay in der Statusanzeige.

Zwischensequenzen sind selten

Eine weitere Änderung ist ein Nahkampfangriff. Dieser wird am Besten zum Kontern verwendet. Hier bedient sich MercurySteam an den Kampferfahrungen von Castlevania, einen Punkt welche diese Serie den Abenteuern von Samus immer voraus hatte. Am Anfang muss man sich noch an das Timing und der Steuerung des 3DS gewöhnen, aber spätestens in der Mitte des Spiels habt ihr das Manöver richtig drauf und könnt damit schon die leichteren Gegner auf einen Schlag erledigen.

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An einigen wenigen Stellen bekommt ihr es dann auch zur Abwechslung mit einem richtig großen Bossgegner zu tun, der deutlich schwerer zu bezwingen ist, als die Metroids. Hier ist auch mein einziger und größter Kritikpunkt am Spiel. Diese Kämpfe sind nicht ohne und verlangen oft perfekte Beherrschung der Steuerung. Hier merkt man leider dass selbst der überarbeitete New 3DS in der XL-Ausführung dafür leider nicht die beste Wahl ist. Ich hatte hier einige Probleme und habe gut 4-5h vor allem mit zwei Bosskämpfen verbraten, bei denen mein größter Feind die (vor allem in zeitkritischen Situationen) hakelige Steuerung war.

Denn (und hier kommen wir zu der letzten erwähnenswerten Änderung gegenüber dem Original) ihr zielt nicht mit dem D-Pad, sondern mit der Analogscheibe des Handhelds. So könnt ihr erstmals in einem 2D Metroid punktgenau zielen. Problem ist, dass ihr euch ohne Tastendruck bewegt und gleichzeitig zielt, was zu den oben genannten Problemen bei zeitkritischen Situationen führen kann. Hier hätte eine Einbindung des weiten Analog”sticks” des News 3DS wahre Wunder bewirkt, aber vermutlich wollte man die Besitzer der älteren Hardware nicht vor den Kopf stoßen.

Leicht frustrierend auch, dass die Bosskämpfe in mehrere Phasen aufgeteilt sind, man aber bei Scheitern immer bei Phase 1 anfängt. Gerade bei den letzten Beiden kostet dies Nerven.

360° Zielen ist Fluch und Segen zugleich

Hätte hier der Entwickler die selbe Sorgfalt walten lassen, wie beim Rest des Spieles stünde ehrlich gesagt Samus Returns bei mir ganz oben auf der Game of the Year Liste. Ich hatte selten soviel Spaß, gerade bei einem Handheld-Spiel und das obwohl die Story auf einen Bierdeckel passt und auch bei den Kämpfen gegen die Metroids durchaus ein paar weitere Formen zusätzlich zur Abwechslung beigetragen hätten.

Ebenfalls erwähnenswert ist der 3D-Effekt. Kaum ein Spiel liefert so einen tollen räumlichen Effekt wie Dieses hier. Dies geht soweit das ich mir bei der Orientierung und einigen Kämpfen mit aktivierten 3D etwas leichter getan habe. Wer also kann, sollte diese Option nutzen.

Nicht viel fehlt diesem Spiel also auf ein echtes Meisterwerk und das obwohl es sich nur ziemlich grob an die Vorlage hält. Sound, Grafik und Gameplay erzeugen hier eine einzigartige Atmosphäre, wie man sie heute nur von wenigen Spielen kennt. Man fühlt sich wirklich alleine auf einem fremden Planeten.

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