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Yakuza 6 – The Song of Life

Yakuza 6 – japanische Sprachausgabe, englische Untertitel. Was braucht das japanophile Herz mehr, um glücklich zu schlagen?

In Yakuza 6 spielen wir wieder Kiryu, einen ausgestoßenen Ex-Yakuza, dessen Ziehtochter angefahren wird und ein kleines Baby zurücklässt.

Als knallharter Typ, der gerade erst aus dem Gefängnis kommt, weil wir den Kopf für jemand anderes hingehalten haben, suchen wir unser Waisenhaus auf, um nach unseren Kleinen zu sehen. Schnell müssen wir uns auf die Suche nach unserer Ziehtochter begeben, die spurlos verschwunden ist. Als klar wird, dass diese angefahren wurde und nur ein kleines Baby zurücklässt,

begeben wir uns mit Kiryu auf eine weitere Suche: Dieses Mal suchen wir den Vater des Kindes, im Hinterkopf haltend, dass wir immer noch von den Untergrundbossen bekämpft werden, sobald sie uns entdecken und ein Problem aufkommen sehen. Denn wir sind der legendäre Kiryu, der alle bezwingen kann und sich nicht nur einmal, sondern mindestens bis Teil 6 gegen alle Bosse zur Wehr setzen konnte.

Mit dem kleinen Haruka im Arm stürzen wir uns also in ein Gefecht nach dem anderen, prügeln uns in Bars, auf der Straße und auf Sportplätzen – Kein Ort ist vor unseren Schlägen sicher. Denn auch noch mit gut 50 Jahren können wir ordentlich zuschlagen. Ob nun mit bloßen Fäusten oder mit dem Ladenschild, wir zerkloppen alles und jeden, der uns vor die Füße läuft.

Doch was wir überhaupt nicht können, sind Computer und Handys zu bedienen. Wir haben ein schickes Smartphone, das uns das Speichern jederzeit ermöglicht und uns unsere Quests anzeigt.

Manchmal begegnen wir seltsamen Typen, die Nebenquests für uns haben. Dass Kiryu mittlerweile in die Jahre gekommen ist, lassen sie uns dabei nur allzu gern spüren. Spätestens wenn wir uns an einen Computer setzen und versuchen, Mädels zum Ausziehen zu bringen, fallen Kiryus fehlende PC-Kenntnisse auf. Der Arme tippt so langsam …

Und das ist es auch, was Yakuza immer wieder glänzen lässt: die japanische Philosophie. Wir haben lange Zwischensequenzen, wunderbar verbaute Nebenquests und sehr viel Humor, Brutalität und Sexualität. Das Spiel ist ab 18 Jahren und das merkt man auch. Meistens ist das Spiel auch sehr dämlich.

Wir prügeln uns beispielsweise in einem Krankenhaus, in einem Zimmer, in dem Kinderbettchen und ein Baby liegen. Und wir benutzen sogar noch die Bettchen, um uns gegenseitig auf’s Maul zu hauen.

So cool!

Ein paar Dinge sind aber im Gegensatz zu den Vorgängern anders: Dieses Mal konzentrieren wir uns auf Kiryu als einzigen Charakter. In den vergangenen Teilen hat man immer mehrere gespielt. Wir haben auch nur einen Kampfstil und nicht mehr vier. Wobei dieser eine Kampfstil alle anderen umfasst und auch noch gut von der Hand geht. Wir können in der Ego-Perspektive spielen, wenn wir denn wollen.

Und ja, das war es eigentlich schon mit Änderungen.

Fazit:

Als absoluter Einsteiger in das Yakuza-Universum muss ich sagen, dass es gar nicht so schwer war, die Geschichte zu verfolgen, wie ich zu Beginn glaubte. Viele Hintergrundgeschichten werden noch einmal in Flashbacks erläutert und wenn es hart auf hart kommt, kann man immer noch nachlesen.

Kurze Zeit zuvor hatte ich Yakuza Zero einmal angefangen und ich muss gestehen, dass das Spiel noch einmal besser wird, wenn man die Personen kennt und sie mit Ereignissen in Verbindung bringt, die man selbst gespielt hat. Im Gegensatz zu den Vorgängern ist das Kampfsystem aber auch um einiges einfacher, denn die Steuerung ist angenehmer. Manchmal hakt es an der ein oder anderen Stelle, aber das ist eher eine Seltenheit.

Was mich positiv überrascht hat, war, dass man Yakuza 6 in  flüssigen 60 FPS genießen kann. Dabei sieht es auch noch gut aus, hat sehr schöne Lichteffekte und die Gesichtsanimationen sind zumindest besser als in einem Mass Effect Andromeda.

Die Charaktere wachsen einem schnell ans Herz und auch die Geschichte hat sehr viele Wendepunkte und lädt zum Weiterspielen ein.

Für Spieler, die nun aber nicht gerne Zwischensequenzen schauen, ist Yakuza der reinste Albtraum. Manche Zwischensequenzen gehen gut eine halbe Stunde und es gibt nicht wenige davon. Meist schaut man sich eine Sequenz an, spielt ein paar Minuten, läuft ein wenig herum und kloppt auf Gegner ein. Wenn man zum Beispiel einen Boss ausgeknockt hat, gibt es noch einmal eine Sequenz, die das Ganze ein wenig abhebt und einen als Super-Saiyajin darstellt.

Manchmal müssen wir auch einfach mal ein Baby beruhigen, können alte Sega-Klassiker spielen oder uns mit einer KI streiten. Wer Dumm-Dämlich und witzig mag, wird hier vollends bedient.

Ich liebe es!

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2 comments

  1. […] Wie gut wir Yakuza 6 fanden, könnt ihr euch in diesem Review durchlesen: Yakuza 6 – Review. […]

  2. […] wurde dann der letzte Teil der Saga, Yakuza 6 (Review), auf der PlayStation veröffentlicht. Auch Yakuza 1 kam bereits auf der PS4 heraus, wenn auch unter […]

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