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Destiny 2 Kriegsgeist – Weiterhin auf KRIEGSpfad mit den Fans oder totale BeGEISTerung?

Was haben Destiny 2 und das DCEU (DC Extended Universe) gemeinsam? Beide versuchen, zwei Universen aufzubauen, welche möglichst viele Leute begeistern sollen. Und beide versagen vor der breiten Masse und sorgen sogar bei den Hardcore-Fans für Tränenausbrüche und Kopfschmerzen. Doch damit nicht genug. Beide machen immer und immer wieder die gleichen Fehler. Beide können einfach die Erwartungen und Wünsche der Konsumenten nicht erfüllen oder vielleicht härter gefragt, wollen diese überhaupt nicht erfüllen? Ja, und beide verlieren an Jüngern. Immer mehr sagen “bye bye” und schauen sich nach Alternativen um.

Ob das nun auch auf das neuste Destiny 2 DLC „Kriegsgeist“ zutrifft, will ich hier mal etwas näher beleuchten.

Ich habe nun ein paar Wochen das neue DLC mehr oder minder ausführlich gespielt. Nachdem ich über den letzten DLC „Fluch des Osiris“, noch gelinde ausgedrückt, zutiefst enttäuscht war, stand ich nun „Kriegsgeist“ skeptisch gegenüber. Aber da ich ja so intelligent war, mir den Season Pass direkt am Releasetag zu Destiny 2 zu besorgen, hatte ich ja kaum eine andere Wahl, als es zumindest mal auszuprobieren.

Komm zum Punkt. Was erwartet uns da denn nun eigentlich?

Also los geht’s. Der DLC startet mit einem Notruf von Ana Bray. Zur Info, die Familie Bray hat die Exos (Die Roboter Rasse in Destiny) erschaffen und Experimente an den Vex vorgenommen. Außerdem haben sie an der Währung “Glimmer” mitgearbeitet und waren maßgeblich an der Erschaffung von Siva beteiligt. Sie befindet sich im neuem Patrouillien-Gebiet auf dem Mars und will den Kriegsgeist Rasputin neustarten, nachdem dieser sich nach dem letzten großen Angriff der Schar beleidigt zurückgezogen hatte. Zavala stufte ihn für zu mächtig und unberechenbar ein und wollte den guten alten Rasputin deswegen abschalten. Nachdem allerdings der Reisende wiedererweckt wurde und nun alle Gegner durchdrehten, will die Ana die Kriegs-KI reaktivieren. Sie hält Rasputin für die letzte Hoffnung auf Schutz für unser Sonnensystem.

Es geht wieder auf den Mars. Aus alt mach neu.

Also rennt ihr nun in ihren Namen los und vermöbelt alle Scharabkömmlinge rundum besagten Supercomputer. Mal wieder seit ihr die einzige Lösung aller Probleme. Und von denen gibt es nun auch einige für die Vorhut, denn Rasputin hat ganz schön Lärm gemacht beim Erwecken und hat nicht nur ein paar eingefrorene Schar- Mobs geweckt, nein, auch gleich einen Wurmgott und einen weiteren Sohn von Oryx (der Antagonist aus dem Destiny 1 DLC “König der Besessenen”).

Und hier fangen auch schon direkt ein paar Probleme an. Nicht nur, dass für Storyfans hier einige Änderungen auf den Plan treten. Nein, ab hier gibt es auch einige Plotholes. Und das nervt mich, als Fan der Story, schon erheblich.

Nokris wird von der Schar beschworen und wird als verstoßener Sohn von Oryx dargestellt. Laut der Lore in Destiny 1 allerdings ist Nokris der sogenannte Osmium König und der Älteste, wenn nicht sogar der Erste der Schar.

Dann wäre da noch der Wurmgott selbst. Xol ist jetzt optisch nichts Besonderes. Er erinnert mich an die Viecher aus dem B-Movie Horrorstreifen Tremors. Er sieht mit seiner Größe von geschätzt knapp 300 Meter zwar imposant aus, aber zur Erinnerung: Die Überreste des letzten besiegten Wurmgottes haben wir in Destiny 1 bereits gesehen. Es war das Grabschiff von Oryx. Ein Raumschiff, das fast so groß war wie unser Planet!!! Das kommt dem Wort Gott schon etwas näher, als das, was uns da Bungie auftischen will.

Ach, und das Rasputin auf dem Mars ist, ist auch neu. Eigentlich sollte er defekt und in unserem Sonnensystem in Fragmente aufgesplittert sein und nicht auf dem Mars herumlungern. Und der plötzliche Hass von Zavala ist auch neu und völlig aus dem Zusammenhang gerissen, aber na ja.

Na ja, ich will ja nicht kleinlich sein. Ich spinne einfach mal weiter. Die Missionen lassen sich angenehm und wie immer mit bis zu drei Mitspielern bestreiten. Die Länge der Story ist mit seinen 2 bis 4 Stunden, je nachdem wie intensiv man spielt, recht kurz aber meines Erachtens ausreichend. Auch an Cut Scenes spart der DLC nicht. Wobei halt nur das Intro gerändert ist.

Und wenn wir die Story nun durch haben? War es das dann?

Ok, soweit so gut. Wie es mit dem Endgame aussieht? Das war ja bis jetzt die Achillesferse von Destiny 2. Gibt es denn da mal was Neues? Jain.

Die Strike-Playlist wird um 3 Strikes erweitert. Ein paar neue PvP-Maps gesellen sich auch wieder dazu. So wie der dritte und letzte Trakt des Leviathan Raids. Aber wirklich neu sind nur zwei Sachen. Einmal das Eskalationsprotokoll und zum anderen die neuen Exo-Missionen. Und die können schon einige Spielstunden verschlucken.

Generell, was das Endgame angeht, ist wohl die größte Erneuerung der Schwierigkeitsgrad. Ich erläutere das mal genauer.

Während man im Hauptspiel und im ersten DLC recht fix an seine Levelgrenzen, sowohl das gesamt Level als auch Lichtlevel, stößt, legt Kriegsgeist eine ordentliche Schippe drauf. Gerade für Gelegenheitsspieler ist dies mal recht angenehm, da man immer wieder zu Destiny 2 zurückkehren kann und somit genug zu tun hat, bis die nächste Erweiterung erscheint.

Das Spiel setzt das Level Cap beim Gesamtlevel auf 30. Das sind nur 5 Level und die hat man auch fix erspielt. Aber das Lichtlevel, das hat es diesmal in sich. Das wird von 335 auf 358 angehoben. Hört sich auch nach nichts an? Ja, aber wenn man bedenkt, dass man gegen Ende der Story gerade mal die 340 knackt und bis 347 fast eine Woche braucht ,ist das schon mal eine Hausnummer und auch mal ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings gestaltet das auch den Rest des Spieles schwerer. Die heroische Strike- Playlist zum Beispiel ist gerade in der ersten Woche echt grausam, denn diese empfiehlt ein Lichtlevel von 350 und hat dazu noch Modifikatoren, die euch nicht gerade in die Karten spielen. Ganz anders ist aber jetzt der Dämmerungsstrike. Dieser sollte eigentlich eine wöchentliche Herausforderung darstellen. Diesen kann man aber zur Zeit fast schon allein bewältigen. Das verwirrt mich, aber ok.

Was ist sonst noch so neu? Bungie hat die Spieler erhört und hat gerade an den exotischen Waffen eine Menge geändert. So kann man die meisten Waffen jetzt wirklich exotisch nennen. Fast alle Waffen wurden überarbeitet und verstärkt. Neue Eigenschaften wurden hinzugefügt und auch die Sniper unter euch können sich auf einen Boost freuen, sodass die Fernkämpfer sich endlich mal wieder an ihre Lieblingswaffen wagen können. War das alles? Nein! Auch sogenannte Katalysatoren stehen den exotischen Waffen zur Verfügung. Im Grunde ist das nichts anderes als eine Mini Quest für jede Exo-Waffen, um diese zu einem Meisterwerk zu machen. Aber auch hier hängt man lange an diesen Aufgaben. Für die D.A.R.C.I. zum Beispiel braucht man um die 500 Abschüsse mit kritischen Schaden. Dafür legt man sich schon mal einige Stunden auf die Lauer.

Viele der alten und neue exotischen Waffen bietet das besagte Meisterwerk Update an.

Ich sagte was von Eskalationsprotokoll. Was ist das?

Joar, ich sage mal, das ist der Destiny eigene Horde- Modus. Dieser befindet sich in der Open World auf dem Mars und ist so ziemlich das schwerste, was man bestreiten kann. Allerdings gibt es auch hier den besten Loot. Sowohl Waffen als auch Rüstung sind hier die Besten, was der DLC zu bieten hat. Allerdings kommt man da nur in den Genuss, wenn man alle sieben Wellen á fünf Phasen erfolgreich bezwungen hat. Vorher gibt es keinen Loot. Und wenn die Zeit vorher abläuft, darf man wieder von Anfang an beginnen. Klingt fair, oder? Nicht nur, dass dieser Modus ein Lichtlevel von 370 voraussetzt, nein, es steigert sich auch noch bis 400. Na ja, sollte ja nicht so das Problem sein. Immerhin können sich ja bis zu 12 Hüter an einem Ort aufhalten und mitmischen. Richtig, aber nur 3 Hüter passen in einen Einsatztrupp. Auf dem PC ist eine Absprache mit anderen Hütern im Gebiet kein Problem. Da gibt es ja einen Ingame -Chat. Aber auf Konsole ist das schon eine Herkulesaufgabe, überhaupt mal sechs Leute zusammenzukriegen. Hier besteht noch Handlungsbedarf seitens Bungie.

Alleine kommt man hier nicht weit.

Also, jetzt zur Fragen aller Fragen. Hat Bungie wieder versagt? Nein. Ich wurde, bis auf die Story Patzer, positiv überrascht. Für 20€ bekommt man dieses Mal eine schöne Erweiterung zum Hauptspiel, welches einen auch wieder mal länger an das Spiel fesselt. Dennoch merkt man hier und da das Bungie die Erweiterung schon länger fertig hatte, aber dann per Panzertape hier und da noch was angebracht hat. Was ja nicht verwerflich ist und auch ein großer Schritt in Richtung Kundenzufriedenheit ist. Aber es wirkt halt nicht wie aus einem Guss.Wenn ich eine Schulnote vergeben müsste, würde Kriegsgeist eine 2 bekommen.Ich spreche also hiermit eine eindeutige Empfehlung an alle Destiny Fans aus, die bis hierhin enttäuscht waren. Es gibt wieder einen Grund zu hoffen. Weiter so Bungie……..aber feuert eure Story Schreiber.

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