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Your Name – Klassiker oder Gewohntes?

Um kaum einen Anime gab es zuletzt so einen Rummel wie um Your Name. Kassenerfolg in Asien und manche Kritiker vergaben sofort den “Film des Jahres” Titel und auch wenn die Kinobetreiber hierzulande noch zurückhaltend waren (etwas das sich im Anschluss änderte) ging die Blu-Ray selbst in der teuren 60€ Sammleredition weg wie die warmen Semmeln.

Aber wie gut ist der Film nun wirklich? Kunstkino für Fans, oder gar übertriebenes Japan-Anime-Kino wie man es kennt (oder eher glaubt zu kennen)?

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=bXXKSdX7K_k

Keines von Beiden! Your Name widerspricht vielen Vorurteilen des Genres und ist einer der wenigen Filme der letzten Jahre, die man als Filmfan gesehen haben sollte. Tatsächlich kann ich mir hier erstmals auch eine Realverfilmung vorstellen. Versteht mich nicht falsch, die Zeichnungen sind spitze und können gehören zum Besten was das Genre hergibt, nur ist die Geschichte so clever & geschickt erzählt, dass die Fantasy-Elemente zu keiner Zeit wirklich störend auffallen.

Primär dreht sich alles um die beiden High School-Jugendliche Mitsuha & Taki. Deren Leben könnte nicht unterschiedlicher sein. Mitsuha lebt zusammen mit ihrer Schwester in einem kleinen Dorf recht abgelegen & lernt von ihrer Großmutter die lokalen Traditionen. Der junge Taki ist dagegen im hektischen Alltag von Tokio gefangen und muss neben Schule auch noch seinen Job meistern um die wenige Freizeit genießen zu können. Eines Tages finden beide heraus dass sie richtige Blackouts haben, an welche sie sich wie an einen Traum kaum mehr erinnern können. Sie tauschen im Schlaf jeweils mit dem Geist des Anderen und müssen sich erstmal zurecht finden. Während sie also etwas Gefallen an dieser oft verwirrenden Situation finden, suchen sie auch dem Ursprung dieses Phänomens.

Was sich am Klapptext anhört wie die x-te Körpertauschgeschichte entwickelt sich aber im Laufe des Films zu einer interessanten Reise zweier Jugendlicher, die versuchen ihren Platz in dieser Welt zu finden, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und die erste Romanze ihres Lebens zu meistern. Gerade letzteres verleiht dem Film eine wundervolle zusätzliche Note, welche nicht übertrieben kitschig inszeniert wird (wie man es sonst vom Genre gewohnt ist).

Mit einer Länge von 107min weist der Film auch keine Länge auf, tatsächlich hätte ich mir an manchen Stellen sogar etwas mehr davon gewünscht, aber zu kurz hält sich der Film auch in keiner Phase. Ebenfalls gelungen sind Sound und die deutschen Synchronsprecher. Ich war zu keiner Minute versucht auf die japanische Sprachausgabe zu wechseln, wie es sonst schon mal der Fall ist und vor allem der Titelsong von Yojiro Noda bzw. der jap. Rockband Radwimps hat Ohrwurm-Qualitäten.

Ich muss auch nochmal die teils atemberaubenden “Kamerafahrten/winkel” erwähnen, welche selbst eigentlich ruhige Momente gut einfangen. Sie unterstreichen so die gelungenen & nie hektisch wirkenden Animationen, einige davon könnt ihr auch bereits im Trailer sehen.

Auf der Blu-Ray befindet sich natürlich die japanische Sprachausgabe (auch auf DVD) und sogar die deutsche DTS-HD MA Tonspur. DVD & Blu-Ray gibt es als Amaray, während die 4k Special Edition als Steelbook erscheint und die Collectors Edition sogar in einem dicken Schuber mit Mini-Artbook & Soundtrack verpackt ist. Beide Sonder-Editionen bekommen auch noch ein paar Artcards.

Your Name ist einer der wenigen japanischen Filme, welchen ich uneingeschränkt empfehlen kann. Egal ob alleine, mit Freunden, oder mit der Freundin/Frau, an diesem liebevollen Drama wird jeder etwas finden, das ihm/ihr im Gedächtnis bleibt.

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