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Mission Impossible Fallout: Heiße Luft?

Wer hätte gedacht, dass eine preiswerte Agenten-Serie von den selben Machern, die damals hinter Star Trek steckten (Desilu Productions) als Vorlage für eine der größten Action-Film-Reihen des 2010er Kinos dienen würde?

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=e6zrnv_u05o

Mission Impossible oder “Kobra, übernehmen Sie” wie sie im deutschen TV hieß, spielte mit der aus den heutigen Filmen fast als Nebensächlichkeit bekannten Verwirrspielen, sei es um einen “unmöglichen” Einbruch zu verwirklichen, oder Informationen/Handlungen von einer wichtigen Person zu erlangen.

Schon beim ersten Film aus dem Jahre 1996 wurden die atemberaubenden Stunts im Laufe des Films wichtiger und etablierte das Verwirrspiel wer auf welcher Seite stand. Letzteres hätte es mit dem Serienformat aus den 60/70ern nicht funktioniert, stellte aber im Medium Film kein Problem dar.

Nachdem jedoch John Woo 2000 die Fortsetzung mit einer sehr oberflächlichen Geschichte, die kaum die übertriebenen Stunt-Szenen verbinden konnte, gewaltig in den Sand setzte, gelang erst 2006 mit einer persönlicheren Geschichte und der Rückbesinnung auf ein IMF-Team das Comeback.

Mit dem sechsten Film will Christopher McQuarrie (Jack Reacher, Mission: Impossible – Rogue Nation, The Mummy) die bekannte Formel aus Stunts, Gadgets, Verwirrspielen und charismatischem Team zwar fortsetzen, dies aber mit einigen Punkten aus vergangenen Filmen anknüpfen, die im Laufe der Zeit vergessen bzw. vernachlässigt wurden. Stimmt das Medien-Echo und handelt es sich bei Mission Impossible Fallout wirklich um einen der besten Action-Filme der letzten Jahre?

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=LeTPtT31EvY

Eine einfache Antwort kann ich nicht bieten. Zuerst aber eine Warnung: Gerade wenn man die Geschichten der Filme nicht mehr so gut im Kopf hatte, sollte man entweder eine Zusammenfassung lesen, oder sich bei Gelegenheit doch noch den Vorgänger Rogue Nation und Teil 3 nochmal zu Gemüte führen. Zwar kann man auch so der Handlung folgen, die Entscheidung mancher Figuren sind aber so nicht immer verständlich.

Was man den Film und eigentlich der ganzen Reihe (bis auf den 2.) zugute halten muss: Die Stunts, welche mit möglichst wenig Computer-Effekten auskommen. Durch diese Limitierung wirken viele Szenen mittlerweile glaubwürdiger als manches teure Greenscreen-Machwerk. Gerade die Verfolungsjagd mit dem Motorrad durch Frankreich oder die Hubschrauberverfolgung muss man zu den Highlights des Films und fast der ganzen Reihe zählen.

Aber das übliche Spiel betreffend der Loyalität neuer Charaktere ist wieder mit dabei. Leider geht dies aber auch dieses Mal nicht über eine recht oberflächliche und großteils vorhersehbare Wendungen hinaus. Dies ist schade, da gerade Fallout im Verlauf der Handlung hier Potential für mehr gegeben hätte, was aber kaum genutzt wird.

Dafür setzt man besser als in der Vergangenheit die Figuren aus früheren Filmen ein und gibt dem Zuschauer erstmals das Gefühl, einer fortlaufende Handlung zu verfolgen.

Ebenfalls sehr gelungen sind die Kampfsequenzen. Vor allem die in diversen Trailern gezeigte Szene auf der Toilette wirkt wundervoll brachial und setzt sich so von anderen CGI-lastigen Filmen gekonnt ab.

Leider hat mich aber dieser Film dann doch am Ende nicht völlig weggeblasen. Das liegt einerseits daran, dass er gefühlt 15 bis 20 Minuten zu lang geht (manche Stunt-Szenen werden dann doch etwas zu lange zelebriert) und andererseits manchen Figuren einfach zu kurz kommen bzw. zu künstlich wirken. Gerade Ethan Hunt ist weit weniger tragisch, als es Freunde & Feinde darstellen wollen.

In bester Tradition der Serie ist Mission Impossible Fallout zwar eine der besten Action-Streifen des Jahres, schafft es jedoch nicht der Reihe etwas mehr Tiefgang einzuhauchen. Das muss er aber nicht um Fans handgemachter Action & geradliniger Agenten-Thriller zu überzeugen.

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One comment

  1. […] Cavill hat schon einige Rollen in seinem Leben bestritten. Seine jüngste Rolle in Mission Impossible 6 gehört dabei nicht zu den […]

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