FilmKomödieReview

Venom – Alles gut Eddie?

Die Kritiker lassen ja kaum ein gutes Haar an der neuesten Comic-Verfilmung von Sony Pictures. Da liest man schon mal gerne “schlechteste Comic-Verfilmung ever!”, “Beleidigung wenn man die aktuellen Marvel-Filme mag” usw.

Dabei vergisst man aber auch gerne wie fremdschämig gerade erst Justice League war, oder wie billig die Effekte im hochgelobten Black Panther zeitweise wirkten.

Aber was ist nun mit dem Film? Gute Comic-Verfilmung? Guter Film? Mit ein paar Bier und Freunden, oder eher nur auf Blu Ray/DVD ausleihen?

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=_8IObFWQNuI

Ganz ehrlich, ich hatte wirklich Spaß im Kino! Klar, vieles kann man direkt in die Tonne werfen: Der Antagonist kommt zum Beispiel über das Abziehbild nicht hinaus. Die Motivation des (Anti)helden wechselt plötzlich und ist dabei nicht wirklich nachvollziehbar und warum Sony in letzter Zeit so gerne die musikalische Untermalung vergeigt bzw. die Showdowns ihrer Comic-Verfilmungen immer wieder im hektisch geschnittenen CGI-Gewitter verkommen lässt, bleibt ein Rätsel.

Aber Tom Hardy macht aus einem (unter)durchschnittlichen Comicfilm eine unterhaltsame Komödie!

Eddie Brock ist eigentlich ein glücklicher und zufriedener Mensch … wenn da nur seine Klappe nicht wäre. Als Enthüllungsreporter tritt er einmal zuviel den falschen Menschen auf die Füße und verliert dabei alles. Plötzlich bietet sich ihm jedoch eine Chance, als der Konzern, welcher ihn zu Fall brachte, Experimente durchführt, welche er lieber hätte sein lassen. So weit so langweilig.

Was da zu Beginn noch so vor sich hin plätschert wird dann mit dem Aufeinandertreffen von Eddie und Venom zur Komödie. Vielleicht nicht ganz freiwillig stimmt das Jekyll/Hyde-Spiel welches Hardy hier so gekonnt umsetzt. Das Gute ist, dass diese witzigen “Selbstgespräche” zunehmend mehr Zeit bekommen. So dreht Eddie teils völlig durch, während Venom im Stil von 2000er Sitcoms mit ihm spricht bzw. Sprüche aus dieser Zeit klopft.

Dies wird im Idealfall von mittelprächtigen bis guten CGI-Schlachten unterstützt, wobei jedoch immer wieder entweder das niedrige Rating, oder das Budget die Möglichkeiten einschränken. In einer Autoverfolgung wird großteils gegen Drohnen gekämpft, oder ein SWAT-Team in dichtem Tränengas bekämpft.

Abseits von Tom Hardy ist die schauspielerische Leistung Anderer zu vergessen. Egal ob das Eddie’s Freundin ist (und das obwohl Michelle Williams eigentlich wirklich was auf dem Kasten hat), das dämlichste Forscherteam der Welt, oder der Möchtegern Elon Musk der hier als Bösewicht aufgebaut werden soll. Vor allem da sie alle ihre teils völlig hirnrissigen Rollen so ernst spielen (gerade im Vergleich zu Tom Hardy) wirkt ihre Leistung noch künstlicher.

Auch das Drehbuch trägt hier nicht viel bei. Logiklöcher und Erklärungen für Kleinstkinder drängen fast den Gedanken auf, dass der Zuseher für nicht sonderlich intelligent gehalten wird.

Untermalt wird das noch wie schon erwähnt von ziemlich unspektakulärer, aber auch nicht störender Musik.

Am Schlimmsten dürfte es dabei eingefleischten Venom-Comic-Fans gehen. Denn wo ich meinen Spaß an der Komödie hatte, suchen sie verzweifelt den düsteren, dreckigen Comic-Film den die Vorlage eigentlich hergeben würde. Dabei ist nicht alleine die angepeilte Altersfreigabe schuld, wie andere hochwertigere Comicverfilmungen zeigten. Den Drehbuchautoren fehlte es einfach an kreativer Energie und das ist leider das Hauptthema vieler Aspekte dieses Films.

Meine Erwartungen waren eigentlich am Boden, aber als (unfreiwillige) Komödie hat mich Venom dann doch überrascht. Trotzdem muss ich auch sagen, dass eine Fortsetzung in ALLEN Belangen zulegen MUSS. Fans der Comics sollten aber einen großen Bogen um den Film machen.

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