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Disgaea 1 Complete – Nur etwas für hartgesottene JRPG-Fans?

Disgaea 1 könnte für Spieler, die nicht gerade an JRPGs gewöhnt und auch nicht gerade Retro-Fans sind, etwas abschreckend wirken. Auch ich hatte zu Beginn meine Zweifel, ob ein Remaster von Disgaea, das 2003 erstmals erschienen ist, etwas taugt.

Schon einmal als kleiner Spoiler vorweg: Disgaea macht wirklich Spaß.

Aber fangen wir einmal ganz von Vorne an.

Once Upon a Time…

In Disgaea spielen wir den Kronprinzen der Unterwelt Netherworld namens Laharl. Laharls Vater ist vor zwei Jahren gestorben und er selbst ist in einem langen Schlaf gefangen, bis ihn eine treue Dienerin versucht zu töten.. ähm zu wecken.

Etnas Versuche, den Kronprinzen zu töten, waren bislang fruchtlos. Aus diesem Grund begleitet sie ihn. Laharl sammelt also nach und nach sein treues Gefolge um ihn herum, um seinen rechtmäßigen Thron zurückzubekommen. Immerhin sprechen wir von der Unterwelt und es gab unzählige Dämonen, die nicht darauf gewartet haben, dass sich Laharl aus seinem Bettchen Jahabemüht.

Rundenbasiertes Gameplay – ganz alte Schule

Dabei spielt sich Disgaea ganz nach alter Kost. Es ist rundenbasiert, doch lässt es sich nicht mit einem XCOM oder einem anderen Spiel vergleichen. Wir haben eine Spawn-Kachel, aus der wir unsere Dämonen ziehen können. Diese dürfen wir dann in unserem Zug auf einer Schachbrett ähnlichen Welt verteilen und angreifen lassen. Nachdem wir alles geplant haben, drücken wir auf “ausführen” und schauen unseren Charakteren zu, wie sie es teils richtig verbocken, denn die einzige Möglichkeit, Gegner zu eliminieren, ist ein Gang Bang.

Möchte man auf Nummer sicher gehen, benutzt man mindestens 3 Charaktere, um einen Gegner auszuschalten.

Mehr Charaktere für mehr Gang Bangs

Neben Laharl und Etna bekommen wir in der Geschichte weitere interessante Charaktere, die alle ihr ganz eigenen Fähigkeiten und vor allem eine sehr seltsame Persönlichkeit ausstrahlen.

Aber wir können auch Untertanen mitnehmen, die sogenannten Prinnies. Diese sind zusammengeflickte Pinguine, die zwar nicht sehr stark sind, aber für so manches Ablenkungsmanöver sehr nützlich sind.

Nachdem wir unseren Zug gemacht haben, ist der Gegner dran. Diese werden mit der Zeit immer schwieriger und ein erneutes Erfarmen der Stages ist unabingbar. Wir haben keine Open World, noch nicht einmal einen Open Schlauch. Wir haben Stages, die wir nach und nach clearen müssen.

Frust vs. Herausforderung

NG+ ist in diesem Spiel keine Schande, sondern sehr viel mehr ein Anreiz, um es beim zweiten Mal besser zu machen. Sein Level, seine Ausrüstung und seine Kameraden darf man sogar behalten.

Frust empfindet man in dem Spiel eher selten. Es ist sehr herausfordend und man merkt erst mit der Zeit, wie viele Mechaniken ineinadergreifen. Zum Beispiel gibt es mit der Zeit immer mehr Pyramiden in unterschiedlichen Farben, die unterschiedliche Buffs/Debuffs haben, die dann wiederum als Bombe genutzt werden können, wenn man sie auf dem richtigen Feld mit der richtigen Farbe aktiviert. Das hört sich nun kompliziert an – ist es auch.

So bekommt das Spiel immer mehr Tiefe und man lernt Step by Step, sich dem Schwierigkeitsgrad anzupassen. Für manche Stages, vor allem Boss-Stages, habe ich teils 10 Versuche benötigt, weil meine Leute unterlevelt waren und ich einen Weg gesucht habe, diese trotzdem durchzubringen. Meine Lieblingstaktik, wie etwa die Prinnies zu opfern und meine starken Chars in einer Linie voranzubringen und dann einfach nur den Boss zu vernichten, ist natürlich kein einziges Mal aufgegangen, weil man alle Gegner töten muss. Trotzdem macht es Spaß, an diesem Spiel zu wachsen.

Nicht selten habe ich  mich abends selbst reden hören: “Nur noch eine Stage, dann höre ich auf”.

Tja, das waren sehr kurze Nächte…

“Mal eben” gibt es in dem Spiel nämlich nicht. Es hat gute 100 Stunden!

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One comment

  1. […] Ja, es läuft alles wieder auf einen Gang Bang hinaus (siehe Review: Disgaea 1: Gang Bang!) […]

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