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Call of Duty: Black Ops 4 – Pixel Royale

Der Primus ist zurück und zeigt sich in diesem Jahr zum ersten Mal ohne bombastischen, wenn auch immer kurzweiligen, Single Player – dafür sprang man auf den Battle Royale Zug auf und beschert der treuen Fangemeinde einen durchaus gelungenen Battle Royale-Modus, der in naher Zukunft noch optimiert und verfeinert wird. In Call of Duty: Black Ops IIII erwarten euch also drei grundlegend verschiedene Multiplayer-Modi die allesamt Spaß machen – lohnt sich denn auch die Investition von 60€?

Das Kernstück ist im neuen COD wie immer der klassische Multiplayer. Allzu große Neuerungen solltet ihr nicht erwarten. Veteranen werde sich schnell zu Hause fühlen und Neueinsteiger werden zu Anfang recht häufig ins Gras beißen, aber die Lernkurve geht mit der Zeit meist nur in eine Richtung: Steil nach oben. Neu ist hingegen die Tatsache das ihr euch stets selbst heilen müsst, was nach kurzer Eingewöhnungsphase aber in Fleisch und Blut über geht. Alte Hasen wie meine Wenigkeit kennen es schließlich noch von früher. Also ganz früher.

Trotzdem gab es ein Paar Änderungen, denn die Wall Runs und Double Jumps wurden entfernt. Vielmehr geht es hier wieder zurück in die klassischen schnellen Duelle, die auf den neuen/alten Maps sehr gut funktionieren, denn es gibt alt bekannte Maps, wie Firing Range oder Summit, die für Black Ops IIII eine Frischzellenkur bekommen haben. Man könnte also auch den “klassischen” Multiplayer als Best-Of-Black-Ops bezeichnen. Trotz der aufgewärmten Kost ist es aber einfach fantastisch über die alten Maps zu Sprinten und Sliden, denn man fühlt sich direkt zu Hause.

Auch bei den Waffen gibt es ein Wiedersehen mit alt bekannten Klassikern wir zum Beispiel der ICR. Auch hier funktioniert das Gameplay fantastisch, denn Gun-Play kann Treyarch! Vielleicht nicht so gut wie Bungie, aber es lässt sich für so einen semi-realistischen Shooter einfach nur genial spielen.

Die Spezialisten aus Black Ops 3 sind auch wieder am Start! Allerdings sind diese auch größtenteils aus Black Ops III und keine neuen Kreationen. Das tut dem Spiel kein Abbruch, denn es gibt auch neue Spezialisten, die alle neue oder abgeänderte Fähigkeiten haben. So hat auch jeder Operator eine Primärfähigkeit: Also eine “Ulti” oder eine “Super”, aber auch eine Sekundärfähigkeit, die die altbekannten Granaten ersetzen. So hat jeder Spieler zu jeder Zeit eine Sekundärfähigkeit die ähnlich zu einer Granate ist (Semtex/Splitter-Hybrid oder Flashbang) oder aber einen Teameinstieg. Das sollen nur Beispiele sein. So belegen diese Fähigkeiten auch keinen Slot mehr im Pick-10-System für den Klassen-Creator.

Zombies gehören zum guten Ton. Wer keine Lust mehr hat sich im klassischen Sinne zu duellieren, der wirft zum Beispiel einen Blick ins alte Rom oder stürzt sich auf die Titanic, das sind zumindest zwei neue Maps für den Modus. Zum Gesamtpaket gehören noch zwei Klassiker “Mob of the Dead” und “Five”. Das kann man als Fanservice bezeichnen … oder auch eben anders. Im Kolosseum habe ich mich aber gut und gerne verlaufen, komplett die Orientierung verloren und hatte dort eher weniger Spaß. Auch hier solltet ihr nicht allzu große Neuerungen erwarten: Ihr ballert euch durch Horden von Zombies, bastelt euch Nettigkeiten an den Werkbänken zusammen und habt mit drei weiteren Freunden eine Menge Spaß!

Der Star ist für mich ist aber ganz eindeutig Blackout. Battle Royal in COD? Kaum vorstellbar war es zuvor wie es im COD-Universum funktionieren soll und nach guten 20 Stunden kann man sich gar nicht mehr vorstellen, wie es all die Zeit ohne ging. Blackout ist eher wie PUBG, dafür aber deutlich schneller und ein klein wenig kleiner. Blackout ist aber ganz und gar nicht wie Fortnite. Was ich persönlich sehr gut finde. Via Hubschrauber und eurem Gleitschirm schmeißt ihr euch über der Karte ab und steuert euren persönlichen Hotspot an. Am Boden angekommen startet ihr sofort die Suche nach Waffen und Ausrüstung und packt euch soviel ein wie es eben nur geht. Glück gehört eben so dazu, wie eine gesunde Balance aus Aggressivität und Zurückhaltung. Einerseits macht es Spaß für Chaos und Aufruhr zu sorgen und manchmal ist es sinnvoll sich zunächst dem Ganzen ein Stück weit zu entziehen und dann ganz hinterhältig abzustauben. Beides macht irre viel Spaß und funktioniert absolut perfekt!

Im Verlaufe des Spiels verkleinert sich die Karte in gewohnter Manier und die Zahl der noch lebenden verringert sich von Minute zu Minute. Und mit jedem Mal auf den Weg zur Zielgeraden steigt der Puls und ich spüre das Herz in meiner Brust ganz kräftig schlagen. Die Ohren drehen sich wie ein Radar, die Augen so scharf wie die von einem Falken und der Finger tausendmal schneller am Abzug als Usain Bolt zur Medaille rennt!

Der Einstieg ist jedoch recht hart, wenn man im Vorfeld komplett andere Spiele gespielt hat und man erst lernen und verstehen muss; aber auch hier kennt die Lernkurve nur die steile Richtung nach oben. Rennen wir zu Beginn noch wie ein aufgescheutes Huhn über das Feld und gackern wie bescheuert vor Naivität, sind wir mittlerweile eine Mischung aus Solid Snake und Rambo – eine absolute Maschine!

Seid ihr im Solo auf euch alleine gestellt, so entfaltet sich Blackout zu zweit oder zu viert erst ganz richtig. Passt es im Team und stimmt die Absprache entwickeln sich unglaublich intensive und mitreißende Schlachten. Schwitzige Hände gibt es inklusive. Die Karte in Blackout bietet euch dafür genug Platz um euch auszutoben. Es ist quasi ein Best-of der bekannten Maps aus vorherigen Teilen und diese wurde wunderbar zu einer großen Karte zusammengestellt. So gibt es Häuserschlachten, Gräben, Tunnel, hohe Dächer und tiefe Schächte. Wenn ihr also Pech habt, fliegen euch aus allen Ecken die Kugeln entgegen. Auch wenn, zum Glück, Doppelsprünge, Wall Runs und Jetpacks fehlen und man meinen könnte, das Gefecht findet nur auf einer horizontalen Ebene statt, der wird vom Gegenteil überzeugt und ist hoffentlich positiv überrascht.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=3pyfKYwlGhQ

 

Solltet ihr aus einem hitzigen Gefecht fliehen wollen stehen euch neben eurem Gleitschirm und euren Füßen noch andere Fortbewegungsmittel zur Verfügung: Ein lautstarkes Quad, einen noch lauteren und sehr langsamen Truck, ein Boot um euch auf dem Wasser schneller zu bewegen und in der Luft bietet ihr eine optimale Zielscheibe, solltet ihr im Helikopter sitzen. Es sollte euch klar sein, dass ihr schon allein durch den Krach die Aufmerksamkeit auf euch ganz alleine lenkt. Stellt euch es so vor: Es sind 35°C und der Eiswagen fährt mit lautem Gedudel am Baggersee vorbei.

Macht Call of Duty mit Blackout denn nun alles richtig? Nein, nicht ganz. Die Trefferkennung ist aufgrund der noch nicht perfekt funktionierenden Server (Wiederholungsrate) zum Teil wirklich unbefriedigend. Da entladet ihr ein komplettes Magazin auf einen pixeligen Feind und ins virtuelle Gras beißt er dennoch nicht. Das mag zum einen an eurem Skill liegen, hängt aber auch damit zusammen das mit unter nur jeder 3. Frame “übertragen” wird und somit wichtige Trefferinformationen verschwinden.

Der Levelaufstieg belohnt wirklich nur aktiver Spieler – was ich grundsätzlich gut finde, es aber durchaus mehr Punkte für einzelne Abschüsse geben könnte. Ich denke aber, dass in beiden Fällen noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht und Luft nach oben ist. Anders bei der Grafik – viel wird da nicht mehr passieren, ist die Engine doch nun augenscheinlich mehr als in die Jahre gekommen. Schön ist es dennoch, aber da bieten andere Entwickler einfach deutlich mehr.

Ich habe mir Call of Duty: Black Ops IIII tatsächlich ausschließlich wegen des Battle Royale-Modus gekauft und habe vor über neun Jahren letztmalig einen Titel aus dem Hause Activision mit den markanten Initialen COD gekauft. Bisher hatte ich eine ziemlich gute Zeit mit Blackout und habe die anderen Modi bisher fast komplett links liegen lassen. Ja, die 60 Euro haben sich für mich gelohnt und ich bin durch und durch begeistert, auch wenn noch mehr aus dem Potenzial gemacht werden muss.

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