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Disgaea 5: Complete – Wie gut ist der PC-Port?

Disgaea 5 ist eigentlich ein Konsolentitel. Kaum eine Anime ähnliche Videospielreihe schafft es auf den PC – oder etwa doch?

Immer wieder sieht man japanische Rollenspiele auf Steam. Viele dieser Spiele sind Remaster oder eben Portierungen, die es erst auf die Konsole und dann auf Steam geschafft haben.

Disgaea ist ein eben solcher Titel, der erst auf der Konsole ganz groß wurde und es sich nun auf Steam gemütlich macht.

Mal ganz abgesehen von Spielen von Square Enix, die in der Regel nicht auf dem PC laufen wollen, und aus diesem Grund auch viele Vorbehalte aufbauen, scheint Disgaea ein Paradebeispiel für ein PC-Spiel zu sein.

Zu Beginn gab es nur eine kleine Schwierigkeit – und dass war sicherlich nicht der Download von 3,6GB. Sobald man das Vollbild aktiviert, startet das Spiel in seiner vollen 1080p Auflösung nicht mehr. Hier muss man sich dann mit der config-Datei auseinandersetzen und auf randloses Fenster umstellen, um das Spiel wieder zum Starten zu bringen.

Ärgerlich, aber nun gut. Es war innerhalb weniger Minuten gefixt.

Generell macht es aber einen technisch einwandfreien Eindruck. Es hat eine wunderschöne Grafik, die das Anime-Herz schneller schlagen lässt. Es läuft mit flüssigen 60FPS, und dass ganz ohne Aussetzer. Die Steuerung mit Maus und Tastatur ist ebenfalls sehr angenehm, gezielt und leicht verständlich. Rein die Tastaturbelegung, u.a. das Menü auf “i” zu legen, ist nicht immer ganz nachvollziehbar. Auch die Interaktion mit “k” macht es da nicht leichter. Aber nun gut, umgewöhnen oder eben umstellen ist dann angesagt.

Doch was ist Disgaea überhaupt?

In Disgaea spielen wir Killia (ja, die Namensgebung ist klasse!). Dieser ist zwischen die Fronten eines Krieges geraten zwischen einen Overlord namens Dark Void, der alle Unterwelten beherrschen möchte und allen anderen Overlords.

Killia eilt an besagtem Tag, an dem er in den Krieg hineingezogen wird, Seraphina zur Hilfe, deren Irrglaube es ist, jeden Mann betören zu können. So versucht sie stets, sich an Killian ranzuschmeißen und lässt dabei wenig Fantasie zu. Neben sehr vielen sexuellen Anspielungen und Brutalität erleben wir also eine sehr humoristisch erzählte Anti-Liebesgeschichte.

Wir kämpfen uns je eine Stage weiter zum großen Bosskampf voran. Die Kämpfe laufen dabei rundenbasiert ab, d.h. wir können unseren Zug planen, ausführen und dann darf der Gegner ran.

Dabei sind nicht alle Gegner gleich stark. Manche haben einen enormen Lebensbalken, währenddessen andere Gruppenfähigkeiten haben, mit denen sie im Team stärker sind. Wieder andere begleiten uns im weiteren Kampf, wenn wir sie einmal besiegt haben.

Ja, es läuft alles wieder auf einen Gang Bang hinaus (siehe Review: Disgaea 1: Gang Bang!)

Wir können uns dabei für verschiedene Klassen entscheiden: Krieger, Walküre, Heiler, Kleriker, die bestimmend durch das Geschlecht und die Spezialisierung besondere Fähigkeiten haben. Im Kampf werden diese Fähigkeiten dann nach und nach zugeschaltet bzw. ausgebaut. Je aggressiver wir spielen, desto mehr werden wir mit Spezialfähigkeiten belohnt. Greifen wir oft mit Kombo-Angriffen an (zwei oder mehr Charaktere greifen zusammen an) erhöhen wir unsere Belohnung am Ende.

In einem Hub können wir uns bei Rüstungsschmieden, Waffenhändlern und anderen gequälten Seelen voll und ganz austoben, bevor wir uns wieder an das Clearen von Stages begeben.

Disgaea 5 ist zwar etwas einfacher als Disgaea 1, doch lässt es Strategen immer noch genug Freiraum zum Rätseln, Planen und Verzagen. Da eine Stage nie wirklich lange geht, ist es sowohl ein Spiel für Gelegenheitsstunden als auch für hartgesottene Power Gamer, die ein paar Stunden totschlagen wollen.

Die Geschichte ist nicht wirklich vordergründig, weshalb man eher selten wegen der Geschichte und einem vermeintlichen Cliffhanger weiterspielt. Auch wenn sie sehr amüsant ist, immer wieder neue Geheimnisse aufwirft und dabei Interesse weckt, ist es doch mehr das Gameplay und die Erfahrung an sich, die einen teils stundenlang weiterspielen lässt.

Denn es ist immer dasselbe: “Nur noch eine Stage!”

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