ReviewShooterVideospiel

‘Metro Exodus’ – Review

Ich habe mir viele Gedanken gemacht, wie man dieses Review einleiten kann, darunter so etwas wie:” Tschu Tschu hier kommt der Hypetrain” oder aber auch etwas düstere Einleitungen. Trotzdem weiß ich nicht so recht, wo ich anfangen soll. Denn trotz seiner Macken ist Metro Exodus ein absolut geniales Game, vielleicht keine 10/10, aber schon extrem nah dran, aber um jetzt nicht zu viel vorweg zunehmen, die Story ist dieses Mal sehr viel persönlicher und wird in weiten Teilen einfach nur über tolle Dialoge erzählt. Aber fangen wir jezt erst einmal ganz von Vorne an!

Getestet wurde von mir die PS4-Version, also nicht die hochgeputschte PC-Version, die wirklich einfach nur umwerfend aussieht, diese habe ich schon auf der GamesCom bestaunt. Trotzalledem wirkt die Grafik einfach nur toll, hier und da muss man im Vergleich zu der PC-Version vielleicht Abstriche machen, aber es lief sehr gut, hier und da ist mal die Framerate eingebrochen, aber das war bei sehr starken Effekten, wie zum Beispiel tolle Dampfwolken, die verdammt gut aussahen, halt so richtig schön wolkig. Ansonsten hatte ich trotz der frühen Version keinen Absturz oder nennenswerten Bug. Das Einzige, was mich ein bisschen an der Technik stört, ist die Steuerung. Die ist Metro-typisch relativ träge und erschwert daher in stressigen Situationen die Feuergefechte. Zudem gibt es dann noch die teilweise zu klein geratenen Aktionsbereiche, also die Bereiche in denen ihr einen Knopf zum Aufheben drücken könnt. Diese kann man dann doch leider sehr schnell skippen und dank der trägen Steuerung ist es dann auch etwas fummelig, diese wiederzufinden, allerdings ist das jetzt auch nicht bei jedem Item gewesen, über das ich gestolpert bin und so ist das wirklich Meckern auf sehr hohem Niveau.

Kommen wir aber nun zum absolut wichtigsten und zwar die Story. Für diese muss ich aber etwas ausholen und so fangen wir bei Metro 2033 an, also wer keinen Lust auf Spoiler hat, überspringt diesen Abschnitt einfach! Also am Ende von Metro 2033 hört man einen Funkspruch von Menschen außerhalb von Moskau bzw. außerhalb der moskauer Metro. Dann nach den Ereignissen in Metro Last Light bzw. Metro 2034 fängt Artjom, der Kerl den wir spielen, an, nach diesem Signal zu suchen. Hierbei ist ganz wichtig, dass Metro Exodus mehr auf die Bücher eingeht und daher auch viele Sachen anderes erzählt werden als in den Spielen und das ist ein riesen großer Pluspunkt! Denn in den meisten normalen Durchgängen wird Artjom in Metro Last Light gestorben sein und so gäbe es keinen Ansatzpunkt für die Story von Metro Exodus, das von dem Buch Metro 2035 inspiriert ist. Also mein Tipp an alle, die jetzt noch die anderen Titel nachholen müssen: Spielt die Spiele oder lest die Bücher, da ihr es ohne eins von beidem sehr schwer haben werdet euch in irgendeiner Art und Weise in dem Universum zurecht zu finden.

Trotzdem aber mal kurz zur Prämisse des gesamten Metro-Universums:

Irgendwann um die 2010er sind Atombomben gefallen und die ganze Welt wurde scheinbar zerstört. Einige wenige Menschen konnten sich in die moskauer Metro (U-Bahn) retten, denn diese ist als Atombunker konzipiert worden und liegt tief genug, sodass Menschen dort “problemlos” überleben konnten. Die Menschen, die nun in der Metro leben, müssen sich den Bedingungen anpassen und sich so gegen mutierte Nagetiere und anderes Monsterzeugs verteidigen, darunter Faschisten, Sozialisten und Banditen. So sind verschiedene Machtbereiche entstanden, die sich auf die Stationen aufteilen, die man sich als eigenständige kleine Länder vorstellen kann. Es gibt natürlich auch Zusammenschlüsse, wie die allmächtige Hanse, die einen Großteil des Handels kontrolliert. Hier setzt dann auch die Geschichte um Artjom an, also knappe 20 Jahre nach dem 3. Weltkrieg.  Vielmehr werde ich dazu auch nicht verraten, da alles andere nur noch mehr spoilern würde.

Die Story war an sich schon fantastisch, gerade zum Ende hin wurde es immer persönlicher und man hat mitgefiebert, gerade als ich dann nur noch wenige Minuten von den Credits weg war, lief mir das ein oder andere Tränchen runter, denn ich wurde emotional so richtig abgeholt und auch wenn die Story zur Mitte hin etwas langsamer macht, ist sie einfach nur fantastisch erzählt. Seien es die Gespräche unter den Kameraden und deren Aktionen oder nur wie mein Handeln die Story beeinflusst hat, es hat alles gepasst, aber… -Ja, auch hier gibt es ein “aber”. – … Artjom spricht nur in den verdammten Ladebildschirmen und das zerstört dann doch etwas die Immersion, denn die Charaktere versuchen ja mit ihm zu reden, nur man antwortet halt auf nichts und das ist verdammt schade. Ich hoffe einfach, dass es im nächsten Teil klappt und dann wird Metro einfach noch besser.

Kommen wir aber jetzt zum Gameplay, denn das ist über jeden Zweifel erhaben. So habt ihr eigentlich das Wunschkind zwischen den vergangen Metro-Teile und Crysis. Ihr habt große offene Gebiete, die euch nur dazu einladen, diese zu erkunden und das ohne nervige “Sammle 20 Äpfel”-Quests oder stumpfsinniges Außenposten-Abgeklappere. Denn die Karte zeigt euch interessante Orte, aber auf diese werdet ihr erst durch euere Kameraden aufmerksam gemacht. Zu den einzelnen Kartenabschnitten bzw. Gebieten werde ich kaum etwas sagen außer, dass diese sehr spannend sind und viele neue Aspekte des Metro-Universums zeigen. Ihr könnt also dank kleinerer Notizen viele spannende Geschichten und Hintergründe erfahren, die aber teilweise auch sehr gut versteckt sind.

Auch gibt es ein Feature, dass ich am Anfang etwas überzogen fand, aber am Ende dann doch irgendwie geliebt habe, denn euere Waffen können verschmutzen. Das fängt schon bei der Optik an, denn eure Waffe wird so richtig dreckig, wenn man durch Matsch stapft oder euch ein Sandsturm überrascht. Gerade aber auch im Wüstengebiet, wurde meine Waffe sehr schnell dreckig und das führte zu einigen Problemen. So könnt ihr durch Visiere mit größerem Zoom-Faktor schlechter sehen und eure Waffe wird an sich ungenau und es kommt öfters zu Ladehemmungen. All das hat mich gezwungen, in brenzligen Situationen doch lieber zu schleichen oder aber Kämpfe ganz zu meiden, um erst einmal eine Werkbank zu suchen, damit ich meine Waffen reinigen kann und vielleicht sogar neue Munition herstellen kann.

Diese ist auch selten und muss im Ernstfall gecraftet werden. Deswegen kriegt ihr auch ziemlich schnell eine Waffe, die auch aus den Vorgängern bekannt ist, für die ihr euch auch in Kämpfen schnell Munition nachmachen könnt. Apropos Crafting, denn das ist mit dem Wegfall der Händler essentiell. Ihr müsst Medikits, Filter, Munition und Wurfwaffen mit Bauteilen und Chemikalien selber herstellen bzw. intakt halten. Dazu gehört auch eure Gasmaske, mit der viele Zonen erst betreten könnt. Sie kann durch Kämpfe und Stürze kaputt gehen und ihr müsst diese auch wieder an einer Werkbank reparieren. Natürlich gibt es trotzdem Erste-Hilfe für eure Maske, denn ihr könnt sie auch mit Klebeband flicken, nur das ist wirklich keine dauerhafte Lösung. So wird euer Sichtfeld gestört und die Maske geht trotzdem schneller kaputt, da ihr so nur das Ersticken an verstrahlter Luft verhindert.

Kommen wir aber von dem ganzen Craftingzeug mal zu den Waffen, denn hier gibt es einfach extrem viel Abwechslung, denn ihr könnt jede einzelne Waffe eurem Spielstil anpassen. So gibt es zum einen die klassische “Kalasch”, eine Ak-47, diese könnt ihr mit anderen Läufen und Visieren versehen. Viel interessanter sind da die selbst gebauten Waffen. Darunter voll anpassbare Schrotpistolen, die ihr mit der Zeit zu einer richtigen Flinte ausbauen könnt oder aber die allseits beliebte Bastardpistole, die Maschinenpistole, Sturmgewehr oder aber auch Präzisionsgewehr sein kann und das beste ist, dass kann man alles selber einstellen bzw. konfigurieren. So kann man wie in Crysis das eigene Vorgehen planen und die Waffen auf die Gegebenheiten anpassen. Die gleichen Möglichkeiten bieten auch die Hauptaufträge, dort habt ihr immer die Möglichkeit, einen leisen und sogar nicht-tödlichen Weg zu gehen.

Gerade der nicht-tödliche Ansatz ist für manche Situationen sehr wichtig, denn Metro-typisch gibt es ein kleines, aber nicht zu unterschätzendes Karma-System. Natürlich könnt ihr den Henker spielen, aber habt ihr schon mal darüber nach gedacht, dass manche Menschen in dieser Welt auch nur Opfer sind oder einfach nur Angst vor euch haben? Tja, dann solltet ihr beim Spielen darüber nachdenken, denn Gegner werden sich auch ergeben, wenn sie merken, dass sie keine Chance gegen euch haben. K.O. schlagen könnt ihr sie dann trotzdem, denn irgendwo her müssen ja die Crafting-Metrialien und Waffenaufsätze kommen. Trotzdem gibt es ein “gutes” und ein “böses” Ende, wobei man in diesem Universum alles relativ sehen muss.

Zum Schluss möchte ich noch ein paar Worte zum Thema Spoiler verlieren: Tut euch selber einen Gefallen und schaut euch, bis ihr Metro durch habt, nicht die Trophäen an. Diese spoilern enorm und verleiten euch eine bestimmte Spielweise zu beachten. Also macht Metro Exodus einfach an und zockt es einfach durch und für den zweiten Durchgang könnt ihr einfach machen, was euch die Trophäen sagen.

So, jetzt noch eine Bitte, auch wenn ich mich da wiederhole: Falls ihr Metro 2033 und Metro Last Light noch nicht gespielt haben solltet, tut es vorher, denn Metro Exodus ist nicht gerade der beste Punkt, um in die Reihe einzusteigen. Natürlich gibt es am Anfang so einen kleinen Überblick über das Universum, aber es ersetzt nicht die Kenntnisse, die ihr durch die anderen Teile gewonnen habt und man wird viele Ereignisse, die überhaupt zu Metro Exodus geführt haben, nicht verstehen.

Fazit:

Tja, was soll ich jetzt noch zu Metro Exodus sagen, außer das es verdammt noch mal einer dieser Must-Have-Titel des Jahres ist und sogar Spiele wie Last of Us: Part 2 und Rage 2 in die Tasche stecken kann. Dank einer emotionalen und vor allem wendungsreichen Story fühlt ihr euch nie gelangweilt. Auch wenn ihr Angst habt, dass der typische Metro-Charme weg ist, kann ich euch sagen, dass es sich einfach wie eine Weiterentwicklung anfühlt, denn genauso wie ihr an der Oberfläche seid, gibt es immer noch sehr beklemmende Tunnel-Passagen, die nur darauf warten, von euch erkundet zu werden. Gerade auch das Ende zeigt, wie emotional so eine Story wirklich werden kann. Also tut euch selber einen Gefallen und besorgt euch Metro Redux für einen schmalen Taler und werft danach direkt Metro Exodus rein, damit ihr das volle Erlebnis haben könnt.

Tags:

2 comments

  1. […] Ein vollständiges Review zum Spiel findet ihr hier. […]

  2. […] Metro Exodus basiert auf dem Roman Metro 2035 und entführt den Spieler in das kalte und atomverseuchte Russland, das den Spieler alles andere als kalt lässt. Mehr dazu in diesem Review.   […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.