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Far Cry New Dawn – aller Anfang ist … gleich?

Nicht ganz vor einem Jahr erschien Far Cry 5. An alle die es noch nicht gespielt haben, aber noch vor haben, sei hiermit eine Spoiler Warnung rausgegeben!

Liebes Far Cry … wir kennen uns nun ziemlich lange. Vom einstigen Inselabenteuer mit Mutanten bis hin zur Gipfeljagt im Himalaya hattest du nun schon alles durch. Zuletzt ein Hillbilly-/Fanatikerabenteuer mit einem Ende, das mit einem gewaltigen Bums endete.

Und hier knüpft die Geschichte von Far Cry New Dawn an. 17 Jahre nach dem atomaren Super-GAU erheben sich die Überlebenden von Hope County und versuchen nun, wie ein Phönix aus der Asche, eine neue Zivilisation aufzubauen. Wenn da nicht die Highwaymen wären. Zwei größenwahnsinnige Zwillinge die nur eins wollen, alles! Du stellst dich wiedermal einer Übermacht an Gegnern entgegen. Alles andere wäre ja auch zu einfach.


Aus alt mach … nicht mehr so ganz neu. Die Grafik hat sich zum Vorgänger nur kaum verbessert, aber Ubisoft zaubert dennoch damit schöne und zerstörte Landschaften.

Aller Anfang ist … gleich?

Aber fangen wir erst mal ganz von vorne an. Wer sind wir überhaupt? Wir sind der „Captain“. Na ja, zumindest wird uns das nachgesagt. Was ich allerdings nicht so ganz verstehe ist: Als Captain gibt man ja eigentlich Befehle oder? Ich für meinen Teil, führe aber irgendwie nur die Bitten der Bewohner und Kameraden aus. Egal. Ich bin halt ein 0815 Dude der sich Captain schimpft und mit seinen Leuten durchs Land zieht und den Menschen dabei hilft, wieder eine Zivilisation aufzubauen. Dabei wird mir am Anfang die Wahl für Geschlecht und Aussehen selbst überlassen. Also bis jetzt alles wie im letztem Teil auch.

Wir fahren also durch die USA und bekommen einen Hilferuf aus Hope County. Wir lassen uns als pflichtbewusste Samariter nicht lumpen und eilen zur Hilfe. Allerdings finden das die Highwaymen nicht so witzig und sprengen unsere Party.

Irgendwie wieder typisch, wir liegen wiedermal in irgendwelchen Trümmern und müssen uns erst aus den Flammen befreien und anschließend fliehen. Bis jetzt also nicht viel anders, als im letzten Teil.

Der Rang entscheidet.

Aber Moment, irgendwas ist hier aber doch anders?! Als ich den ersten Gegner erspähe, sehe ich einen Lebensbalken über dessen Kopf und einen Level, der seinen Schwierigkeitsgrad angibt. OK? Finde ich das nun gut? Ich weiß es noch nicht. Zumindest stecken die Level 3 und 4er absurd viele Kugeln ein. Dies gilt für feindliche Einheiten, als auch für die Lebewesen die durch die Open-World streifen. Fühlt sich ein wenig an wie bei „The Divison“. Auch bei den Waffen macht das System nicht halt. Wollt ihr härter austeilen, müsst ihr euch stärkere Waffen basteln.

Alles in der Welt unterwirft sich diesem Rang-System. Dieses geht von Rang 1 bis Rang 4 (Elite). Wenn ihr nun also die besten Waffen, Fahrzeuge oder andere Hilfsmittel haben wollt, so müsst ihr euch das erst freischalten. Das geht aber nur wenn ihr eure Hauptbasis ausbaut. Ihr habt in eurer Basis verschiedene Bereiche, bei denen das machbar ist. Die Werkbank, das Trainingslager, die Krankenstation etc. Und um diese Bereiche nun zu verbessern, benötigt ihr Ethanol. Jap, ich habe mich auch gefragt, wieso ich für meine Werkbank, den Kräutergarten oder den Kartografen nun Ethanol brauche, aber ich habe das einfach mal so hingenommen. Der Künstler wird sich schon was dabei gedacht haben.

Je höher der Level der Waffen, desto einfacher fallen die Gegner.

Mac Gyver lässt grüßen.

Jetzt wird gebastelt! Basteln? Richtig! Es gibt in dieser neuen, von Anarchie gezeichneten Welt keine offizielle Währung mehr. Alles fällt für das Kaufen von neuen Wummen, Rüstung oder Hilfsmitteln flach. Was ihr zum Überleben braucht, findet ihr nun in den Ruinen der alten Welt. Zahnräder, Drähte, Klebeband und Titan ersetzen den Dollar. In eurer Hauptbasis habt ihr eine Werkbank an der ihr euch die neuen Waffen und Munition selbst zusammen basteln könnt.

Das Geld liegt auf der Straße. Wenn noch was von der übrig geblieben ist.

War ich hier schon mal?

Ansonsten, gibt es kaum was Neues zu berichten. Die Welt ist halt, bis auf die Veränderung der Umgebung nach dem GAU, die gleiche. Jedoch mit einem Unterschied. Sie ist verdammt farbenfroh. Während Spiele wie Fallout in ihrer Farbpalette nur grau, braun und grün kennen, glänzt Far Cry New Dawn mit allem was der Tuschkasten hergibt. Wer die Welt von Far Cry 5 noch im Kopf hat, wird einige Stellen wiedererkennen. Das sorgt für einen schönen Moment und fühlt sich auch ein wenig wie „nach Hause kommen“ an. Das Gefühl wird auch verstärkt, wenn man auf alte Bekannte stößt, die den großen Knall auch heile überstanden haben. Aber dazu will ich hier keinen Spoiler raushauen. Tja, was gibt es sonst noch zu berichten? Eigentlich nicht viel. Wieder ist die Story gespickt mit wahnsinnigen Tyrannen, es gibt wieder witzige und kreative Neben- und Sammelmissionen, man kann wieder jagen und angeln – da hat sich nichts geändert. Es gibt die gleichen durchgeknallten Antagonisten. Es gibt auch wieder Helfer, die dich begleiten und eine Welt, die zum (erneuten) erkunden einlädt. Also eigentlich alles beim Alten, was aber in dem Kontext nicht verkehrt ist.

Immer wieder kommt man zum stehen und denkt sich: “Hä, hier war ich doch schon mal oder?”

Fazit:

Was soll ich nun von Far Cry New Dawn halten? Ist es schlecht, nur weil es „neu“ aufgesetzt ist? Nein! Far Cry New Dawn ist durchaus gelungen, auch wenn ich nicht alle Designentscheidungen wirklich gut heißen kann. Aber es ist eine wirklich gute Weiterführung der Geschichte rund um Hope County. Und das macht es in allen Belangen wirklich gut.

Man nehme Far Cry 5, gießt etwas Mad Max hinein, dazu eine Priese RPG Elemente, aber wirklich nur eine Priese! Verrühre das Ganze mit einem Regenbogen und voilá (!), fertig ist das bunte Endzeit- Szenario. Für Fans des Vorgängers auf jeden Fall zu empfehlen. Für Leute, die schon mit Teil Fünf nichts anfangen konnten, kann ich jedoch nur davon abraten.

Es laufen Nacktmulle durch die Gegend! Wenn das kein Kaufgrund ist!
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