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The Caligula Effect: Overdose – Review

‘The Caligula Effect: Overdose’ ist ein japanisches Rollenspiel, welches nicht nur das bisher gekannte Kampfsystem auf den Kopf stellt, sondern auch storytechnisch einiges auf dem Kasten hat.

Doch fangen wir im Gegensatz zu dem eigentlichen Spiel nicht mitten drin, sondern ganz am Anfang an.

In ‘Caligula Effect’ gibt es Menschen, die unglücklich sind. Dieses Unglück differenziert sich in viele kleine Teile, u.a. fehlendes Liebes- und Familienglück. Wir schlüpfen in die Rolle eines solchen ‘Glücklosen’. Dabei entscheiden wir, ob wir männlich oder weiblich sind und wir entscheiden auch, ob wir ein fürchterliches Geheimnis haben und wie wir zu anderen Menschen stehen, ja, die Welt sehen.

Wir starten mitten in der Abschlussveranstaltung unseres letzten Schultages und müssen eine Rede halten. Durch kleinere Auswahlmöglichkeiten können wir die Rede so halten, wie wir sie für richtig erachten.

Natürlich kann eine solche Rede nicht lange gut gehen. Kaum sind wir von der Bühne gestiegen, erscheint uns ein Anomalie. Wir sehen ein Datenfragment anstelle eines Kopfes. Und diese Datenfragmente erscheinen plötzlich überall.

Entrüstet über das Gesehene, fällt uns schnell auf, dass dies nicht die richtige Welt ist – es ist die Matrix, wie aus dem Film ‘Matrix’. Nur heißt diese Welt anders und wir befinden uns in einem ‘Metaverse-Es’, das augenscheinlich von KIs erschaffen wurde, um unglückliche Menschen in eine glückliche Welt zu laden.

Die eine KI heißt ‘Mü’ und die andere ‘Aria’. Mü beginnt mit ihren Songs die Leute für sich zu gewinnen und diese werden dann, ganz gebannt, dazu gebracht, andere Menschen im Metaverse aufzuspüren, welche die Wahrheit erkennen. So beginnt schnell eine Hetzjagd gegen eine übermächtige KI in ihrer eigens geschaffenen Welt. Wir schließen uns schnell einer Widerstandsgruppe an, dem Club “Go Home”, und auch Aria, die sich als Schwester der bösen KI sieht, schließt sich uns an.

Gemeinsam versuchen wir also, nach Hause, in die richtige Welt zu finden.

Dabei klicken wir uns von Textbox zu Textbox und dürfen ab und an mal eine Entscheidung treffen. Treffen wir die falsche Entscheidung, wird unsere Entscheidung eben vom Spiel abgeändert. Schicken wir als Kommandant beispielsweise die falsche Person in die feindliche Basis, schreitet ein anderer Charakter ein und übernimmt die Aufgabe – nun gut, dann eben nicht.

Zwischendurch dürfen wir unseren Charakter auch mal steuern. Wir dürfen Items einsammeln und auch Truhen in Form von Emotionsfragmenten oder so ähnlich öffnen. Hierfür müssen wir sehr harte Gegner bekämpfen, die mehrere Level über uns sind und dafür werden wir dann auch entlohnt mit Ausrüstungsgegenständen, die zwar unsichtbar, aber sehr nützlich sind. Diese können unsere Werte nämlich krass anheben.

Im Kampf sind wir echte Strategen. Das Spiel ist sehr musikalisch und die Kämpfe nehmen dies ein wenig auf. Wir planen unsere Angriffe und passen die Ausführung solange an, bis sie perfekt ist. Sind wir mit unserer Planung zufrieden, schauen wir uns das Ganze in Ruhe an. Dabei gibt es keine Garantie. Kämpfe, die im Strategiebildschirm noch mit einem Sieg endeten, können schnell zur Niederlage werden, wenn man z.B. nicht trifft.

Im Kampf wird zwischen Schildträgern, Schildbrechern, Gegner-in-die-Luft-Werfern und Kombos-gegen-Gegner-in-der-Luft-Kämpfern unterschieden. Es gibt auch Support-Klassen, wobei alle Klassen ein wenig Unterstützung anbieten.

Die Kämpfe gehen also relativ flott von der Hand und sind in einem angenehmen Maße fordernd. Möchte man aber lediglich die Geschichte erfahren, gibt es auch einen einfachen Geschichts-Modus.

Neben dem Einsammeln und dem Kämpfen können wir mit einer Handy-App namens ‘Wire’ immer wieder mit anderen NPCs in Kontakt treten. Wir können stundenlang Small Talk betreiben, wenn wir das denn möchten. Das Spiel zwingt einem viele Features nicht auf, bietet sie aber wohlwissend an. Auch können wir NPCs ansprechen, Freundschaften schließen und letzten Endes erfahren, warum der Charakter in diesem Metaverse gefangen ist. Manche Charaktere sind schüchtern, weshalb wir auch mal einen kleinen Umweg gehen müssen, um an diesen Charakter heranzukommen. So schließen wir vielleicht erst einmal Freundschaft mit den Freunden des besagten NPCs.

Daraus entsteht ein gigantisches Netz an Bekanntschaften, Freund- aber auch Feindschaften.

Fazit:

Ich habe das Spiel auf der Nintendo Switch getestet. Es ruckelt teils im Handheld und auch im Docked-Modus etwas. Die Grafik generell ist angemessen und die Ladesequenzen sind sehr kurz. Man startet schnell ins Spiel und es gibt einige Speichermöglichkeiten, sodass dieses Spiel gut für die Switch geeignet ist. Die Schrift ist im Handheld ein wenig klein geraten, doch das ist ja Kritik auf hohem Niveau.

Mir hat ‘Caligula Effect: Overdose’ trotz seiner Schwierigkeiten sehr viel Spaß gemacht. Es hat schöne Zwischensequenzen, gut geschriebene Dialoge und die Kämpfe sind für mich eine vollkommene Neuerung zum sonstigen Japano-Schmaus.

 

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