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Outward – eine Reise ins Unvergessliche

‘Outward’ ist kein gewöhnliches Rollenspiel. Wir schlüpfen in die Rolle eines Nicht-Helden, eines Normalos, der keine Fähigkeiten hat, keine besonderen Charakterzüge und nun ja, eigentlich sogar ein ziemlicher Loser ist. Wir erlernen keinen Drachenschrei und werden auch nicht als Held gefeiert. Autsch!

Wir beginnen mit der Bestimmung unseres Charakters, nicht aber seine Abstammung. Ihr wisst schon: Männlein, Weiblein, Haare, Haarfarbe und ein Gesicht, dass man eh immer nur von hinten sieht.

Dann, nach einer unendlich langen Ladesequenz, bekommen wir eine Textbox – unvertont und mit einer Ladezeit direkt danach. Es scheint keine Zwischensequenzen zu geben – schade.

Dann erwachen wir am Strand, denn wir haben Schiffbruch erlitten, weil der Leuchtturm nicht in Betrieb war. Wir erwachen nur in Unterwäsche, weil wir … nun ja, vielleicht während des Schiffsbruchs noch kurz eine Modenschau hingelegt haben? Wer weiß?

Wir fackeln aber nicht lange und suchen uns Kleidung und eine Fackel. Mit der Fackel bewaffnet treffen wir auf einen Freund, der uns sagt, dass wir uns hinlegen sollen. Ladezeit – Textbox – Ladezeit … Mensch!

Dann erwachen wir im Leuchtturm – unserem Leuchtturm! Dort finden wir einige Materialien, die uns am Leben erhalten sollen. Wir finden einen Rucksack, um Krempel zu verstauen, eine Küche, um Matschepampe zu kochen (z.B. Marmelade) und eine Laterne, die nicht so schnell ausgeht.

Auf dem Weg nach draußen werden wir von Bewohnern unseres Dorfes umzingelt. Dass wir schiffbrüchig waren und so ziemlich fertig sind, juckt die dabei wenig. Sie wollen Geld sehen, um genau zu sein, wollen sie 150 Silber sehen. Die Großmama hat wohl irgendetwas Schlimmes getan und nun heißt es Blutzoll von den Nachkommen. Wir haben 5 Tage Zeit, um das Geld aufzutreiben. Treiben wir das Geld nicht rechtzeitig auf, verlieren wir den Leuchtturm.

All unser Besitz ist mit uns untergegangen und einige Seeleute hat es wohl auch erwischt. Wir treffen immer mal wieder einige Überlebende, die uns Vorratslager verraten, die Geld enthalten sollen und ein wenig Ausrüstung.

Auf dem Weg zu diesen Lagern wird es aber auch schon heikel. Eine Sekunde nicht richtig zugehört und wumms, findet man den Weg nicht. Es gibt keine Karte, keine Anzeige – vorerst. Wenn wir irgendwann einmal im Besitz einer Karte sind, markiert die aber auch nicht unseren Standort. Wir müssen uns anhand von Markern, wie etwa einem großen Felsen, orientieren. Oder aber auch den NPCs ganz genau zuhören.

Sollten wir auf dem Weg sterben, haben wir ein weiteres Problem – mal abgesehen vom Horrorszenario namens Ladezeit: Wir werden dann je nach Todesursache entführt und müssen uns befreien. Laufen wir ins erstbeste Banditenlager, weil es sich eben cool anhört, werden wir da vielleicht niedergemetzelt. Dann verschleppen sie uns, packen uns in eine unschöne Zelle, nicht, dass an diesem Spiel irgendetwas schön wäre, und müssen auf einen passenden Augenblick warten, um zu fliehen.

Wir laufen sehr viel. Wer sich viel bewegt, muss auch viel trinken und essen. Daher müssen wir auf unseren Wasserschlauch achtgeben und immer wieder Nahrung suchen. Auch die Temperatur ist unser Feind – generell ist alles unser Feind.

Neben kleineren Rollenspiel-Elementen besteht das Spiel hauptsächlich aus den typischen Survival-Dingen, wie essen, schlafen, trinken, Verbände anlegen.

Eine sehr positive Sache ist aber, dass man das Spiel im Koop spielen kann. Ob nun im Split-Screen oder auch online kann man mit einem Freund zusammen spielen. So können später auch ganz nach Rollenspiel-Manier Klassen ausgewählt werden, wie z.B. Krieger oder Magier. Hier kann man dann Siegel-Magie anwenden. Auch Krieger können z.B. ihren Schild verzaubern.

Fazit:

Die Geschichte ist ok, aber auch nicht wirklich überragend. Die Grafik ist der reinste Horror. Ich habe schon sehr lange keine PS2 Spiele mehr gespielt, aber so sahen sie ungefähr aus. Die Framerate ist dabei auch nicht gerade die Beste. Es ruckelt immer mal wieder. Die Ladezeiten sind ein Albtraum. Dass man das Spiel im Koop spielen kann, bedeutet dann wohl, dass es geteiltes Leid ist – oder auch nicht.

Das Kämpfen an sich macht überhaupt keinen Spaß. Es ist einfach altbacken, auf X/A zu schlagen und auf R1/RB zu blocken. Es ist auch nicht schön, dass man gewisse Fertigkeiten nur mit R2/RT und der jeweiligen Taste aktivieren kann. Manchmal wird man einfach ohnmächtig, obwohl man noch Lebensenergie hatte und weiß sich nicht zu helfen.

In seinem momentanen Zustand macht ‘Outward’, das sich mit Spielen wie ‘Skyrim’ messen möchte, leider überhaupt keinen Spaß auf der PlayStation. Es wirkt einfach zu alt, doch dabei ganz ohne Retro-Charme. Es hat einige Bugs, es läuft nicht flüssig und auch das Spielen an sich macht nicht wirklich Spaß. Es ist schwierig, positive Punkte zu finden, wenn man nichts Positives sieht. Natürlich stehen hinter diesem Spiel Entwickler mit Träumen und Hoffnungen, doch diese sind leider nicht zur Genüge ins Spiel geflossen. Alles wirkt leer, gar tot, und jede Minute wirkt einfach nur gestreckt. Popins sollten nicht als Überraschungsfaktor genutzt werden, um ein lahmes Gamedesign zu überdecken. Auch die Musik ist meist leider sehr unpassend. Archaische Musik, die einem Kampf gewidmet sein sollte, sollte auf gar keinen Fall während des Laufens zu einem weiteren Matschegebiet genutzt werden – ohne, dass etwas passiert!

 

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