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One Piece: World Seeker – Gummitastisch und doch zu elastisch

One Piece: World Seeker ist ein Lizenzspiel. Das bedeutet, dass eine Vorlage genommen wurde und diese dann in ein Spiel geflossen ist. In diesem Fall eben den Manga- und Anime-Hit One Piece.

Im Spiel schlüpfen wir in die Rolle des Protagonisten Ruffy, der in seiner Kindheit eine Gummifrucht verspeist hat, weshalb er nun sehr elastisch ist – wie Gummi halt. Es gibt verschiedene dieser Teufelsfrüchte, die je einen anderen Einfluss auf den Esser nehmen.

Auch im Videospiel ist Ruffy mit seiner Crew auf der Suche nach einem Schatz oder zumindest etwas Wertvollem. Dieses Mal ist es zwar nicht der Seriennamensgeber oder auch Schatz namens One Piece, sondern wertvolle Steine, die es auf einer Himmelsinsel geben soll.

Die Crew gerät in den Hinterhalt des Superbösewichts Isaac, wird von der Insel geworfen, getrennt und gerät anschließend in einen Krieg zwischen Inselbewohnern, Marine und nun ja, Robotern.

Was sich im Nachhinein ziemlich lasch anhört und vor allem ziemlich kurz, entwickelt sich aber im Laufe der Zeit zu einer amüsanten Geschichte mit kleineren Wendungen und sehr vielen Gesprächen zwischen den Lieblingscharakteren des Lizenzspiels.

Auf einer Insel gestrandet lernen wir erst einmal die Grundlagen des Kampfes. Haudegen Ruffy, der nicht gerade für seine logischen Meisterleistungen bekannt ist, lernt zu schleichen, zu kontern und auszuweichen.

In Metal Gear-Manier schleichen wir in Fässern umher und versuchen, Gegner möglichst schlau auszuschalten. Rennen wir nämlich einfach in ein Gebiet voller bewaffneter Gegner rein, bekommen wir ganz schnell auf die Gummifresse.

Normale Gegner unterscheiden sich aber Gott sei Dank von Bossgegnern. Diese haben doch wirklich Mechaniken und können teils nur mit Köpfchen besiegt werden – so viel Köpfchen wie ein Strohhutträger eben aufbringen kann. Da muss dann auch mal geblockt werden oder auch perfekt ausgewichen. Die Bosse sind im Gegensatz zu den normalen Gegnern schwieriger und geben gegen Ende hin auch eine schöne Zwischensequenz.

Manchmal sind wir in der Unterzahl und nur gaaaanz selten, so ziemlich genau einmal, bekommen wir Hilfe von unseren Verbündeten.

Die Hauptquests, die entweder aus einem Gespräch oder einem Kampf oder im schlimmsten Fall aus mehreren Nebenquests bestehen, gestalten sich dabei sehr repetitiv. Oft muss ein Gebiet abgesucht werden und noch öfter müssen Gegner ausgeschaltet werden. Eine Hauptquests kann auch mal gut 9 Nebenquests beinhalten, die besagen, dass man doch bitte 9 Gebiete vor Robotern bereinigen muss. Ja, danke.

Nichtsdestotrotz ist der Hauptstrang der Geschichte gelungen und die Szenen, die auch wirklich vertont wurden, schaut man gerne an.

Nebenquests sind da leider ein anderes Thema. Wirken Hauptquests in dem Spiel repetitiv, dann wirken Nebenquests wie eine Endlosschleife der Langeweile. Wir sprechen hier von Sammelquests und manchmal auch Suchquests – Beides eher ungeeignet in einem Spiel, das 2019 erschienen ist.

Es gibt auch einige Rollenspielelemente, wie sie nunmal jedes Spiel heutzutage hat: Es gibt einen Fähigkeitenbaum. Sehr belustigend an diesem Baum ist aber diese Fähigkeit:

Man kann doch wirklich Kisten schneller öffnen! Wem dies nun suspekt vorkommt, der hat noch nicht knapp 10 Sekunden vor einer Kiste gewartet, die sich einfach nicht hat öffnen wollen.

Andere Fähigkeiten, wie etwa die Gum-Gum-Rakete, mit welche man sich schneller fortbewegen kann oder einem Haki, das Angriffe stark verstärkt, gibt es natürlich auch.

Spielerisch bewegt sich das Spiel also auf Lizenzliebe gepaart mit Rollenspielerfahrungen aus den jungen 2000er Jahren – und es hat trotzdem Spaß gemacht!

Fazit:

Das Spiel ging zwar nur knapp 8 Stunden (alle Nebenquests habe ich mir nicht gegeben), doch blieb es, bis auf wenige Kapitel, spannend und brachte so ein gewisses Retro-Feeling mit sich. Und dass, obwohl doch eigentlich die Grafik ziemlich gut ist. Ich habe das Spiel auf der PS4 Pro mit einem 4k und HDR fähigen Monitor gespielt. Es sah fantastisch aus und auch die Framerate blieb stabil. Die Steuerung hat nicht immer das gemacht, was sie eigentlich sollte und der Schwierigkeitsgrad “Standard” schien auch okay zu sein. Die KI hat sich manchmal extrem dumm angestellt, doch war dies eher lustig als störend.

Hier bin ich reingerannt, wurde erwischt, habe mich in einem Fass versteckt und nach knapp 20 Sekunden sind die Marinesoldaten ihres Weges gegangen 🙂

 

Alles in allem ist One Piece: World Seeker also ein gelungenes Spiel, das in einem Sale ein absolutes Must Have für One Piece-Fans ist. Für knapp 65€ ist es mit seinen 8 Stunden, vielleicht 12 mit Nebenquests, einfach zu kurz und auch nicht wirklich bis zum Ende hin gut. Es ist leider zu repetitiv und auch die Story lässt an manchen Ecken zu wünschen übrig. Außerdem muss man sehr viel lesen, denn es wird nur ein Bruchteil der Sequenzen und Gespräche vertont.

 

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