AdventureVideospiel

Close to the Sun – Review

Es gibt nur wenige Horrorspiele, die sich nicht auf eine Waffe, eine Knarre oder auch nur ein Schwert verlassen können. Close to the Sun kommt dabei aber schon ganz nah an echten Horror in wunderschöner Optik heran.

In Close to the Sun schlüpfen wir in die Rolle einer Journalistin namens Rose Archer. Diese wird von ihrer Schwester Ada auf ein Schiff namens Helios geordert. Zu Beginn weiß Rose noch nicht, welche Schrecken sie erwartet, doch um eines vorweg zu nehmen: Es geht endlich mal nicht um Zombies!

Sehr schnell fühlt man sich in dem Spiel sehr einsam. Während Rose nach und nach das Schiff begutachtet, Türen öffnet und den Weg zu ihrer Schwester sucht, ist sie mutterseelenallein. Sie findet weder einen Kapitän noch Crewmitglieder oder sonstige Lebenszeichen.

Allein drückt sie Schalter für Schalter, öffnet Türen und kommt ihrem Ziel immer näher. Manche Türen benötigen einen besonderen Code, der meist in greifbarer Nähe ist, und sich doch manchmal gut zu verstecken weiß.

Auf der eigentlichen Helios angekommen, findet sich schnell noch weitere Rätsel. Neben dem offensichtlichen Hauptproblem, dass sie eben allein ist, findet sie schon bald die ersten Leichen, die grauenvoll zerstückelt worden sind. Immer wieder gibt es Hinweise auf einen Serientäter, doch kann dieser nicht alle getötet haben – oder?

Tesla, Einstein und auch andere bekannte Physiker haben ihre Spuren auf der Helios hinterlassen und wollen gefunden werden. Kleinere Notizen führen uns von Kabine zu Kabine und enthüllen nicht nur den Komplott untereinander, sondern auch ein düsteres Geheimnis, das die Zeit zu verschlingen droht.

Nur noch eine Tür, nur noch einen Schritt…

und wieder gibt es eine neue kleine Welt zu erkunden, die nur so von Details und Beleuchtung schimmert. Manches ist wunderschön, wie etwa ein besonders gut geschmücktes und riesiges Theater, andere Orte sind lediglich mit Leichen gesprickte Rohrverstümmelungen, die das Grauen schlechthin erwecken.

Nach wenigen Kapiteln rufen uns Menschen an, doch mit den Menschen kommen leider auch die Monster, die es auf uns abgesehen haben. Doch wer ist hier das eigentliche Monster? Das Monster oder der Mensch?

Dieser Fragestellung kommt man im Spiel immer näher und gelangt zu unschönen Erkenntnissen.

Die Spielmechaniken scheinen zu Beginn noch sehr einfach zu sein, da man lediglich läuft, Türen öffnet, Codes eingibt und mit Objekten interagiert. Im weiteren Verlauf werden einige dieser Mechaniken zwar kombiniert, doch mal abgesehen vom Weglaufen passiert nicht wirklich viel – spieltechnisch!

Storytechnisch passiert nämlich noch einiges.

Close to the Sun ist ein Horrorspiel, das sich nicht durch die üblichen Mechaniken brüstet. Wir spielen eine wehrlose Frau, die rennen und tippen kann, und versuchen detektivisch, die Schwester zu finden und der Sache auf den Grund zu gehen.

Mit seinen knappen 4-5 Stunden ist Close to the Sun kein langes Spiel, doch es bringt das wichtigste auf den Punkt. Es hat 10 Kapitel, wobei jedes Kapitel eine eigene Länge hat, sodass es nicht allzu aufgesetzt wird. Das Spiel speichert automatisch an wichtigen und vor allem wenigen Stellen im Spiel und jeweils zum Kapitelende. Dies kann störend sein, wenn man dann doch mal eben aufhören muss, aber nicht kann.

Frustrierend ist es aber nicht. Sollte man einmal sterben, sind die Checkpoints wirklich sehr fair gesetzt und meistens nur wenige Sekunden entfernt.

Technisch sieht Close to the Sun wirklich fabelhaft aus. Gut, es gibt kaum Menschen und meistens wirkt es leider sehr leer, doch immerhin ist das auch das Gefühl, was die Entwickler vermitteln möchten. Man ist allein – und so fühlt es sich auch an!

Die Rätsel sind sehr einfach und dürften auch Rätselmeider nicht allzu sehr fordern. Außerdem findet man sich auch ohne Minimap und ohne Questmarker in den kleinen Gebieten gut zurecht. Nur selten habe ich nicht auf Anhieb den richtigen Weg gefunden.

Im Großen und Ganzen macht Close to the Sun sehr viel Spaß. Es gibt zwar die ein oder andere Trial and Error-Misére, doch das bietet auch etwas Abwechslung zum sonst sehr eintönigen Gameplay. Close to the Sun kostet knapp 30€, momentan im Sale sogar nur 20€ und bietet für das Geld eine ordentliche Spielzeit, eine unfassbar hübsche Grafik (es waren nur gut 10 Entwickler am Werk) und vor allem eine ordentliche Geschichte, deren Wendungen manchmal grausam, aber wenigstens nachvollziehbar sind.

 

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.