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Tropico 6 – Ein Inselparadies auf Abwegen

Wer wollte nicht schon einmal der Zigarre rauchende Diktator eines kleinen karibischen Inselstaates sein? Wer von euch genau diesen Traum mit mir teilt, ist bei Tropico 6 genau richtig. Die Aufbau-Strategie aus dem Hause Limbic-Entertainment fügt sich fast nahtlos in die Tropico-Reihe ein und verbessert genau die Punkte, die schon die anderen Teile so unfassbar witzig und spaßig gemacht haben.

So haben wir jetzt nicht mehr eine kleine Insel, sondern ein ganzes Insel-Archipel, also eine Gruppe von Inseln, das wir bebauen können. So müssen wir bessere Verkehrswege planen, egal ob zu Land oder auf dem Wasser, Transporte, müssen ihr Ziel so schnell wie möglich erreichen können. Sonst haben unsere Produktionsketten öfters mal Leerlauf. Dafür müssen Transportbüros, Straßen, Tunnel und Häfen bauen.

Das Highlight sind allerdings die Sehenswürdigkeiten, diese beschränken sich nun nicht mehr auf Statuen eurer Selbst oder Maya-Pyramiden, sondern ihr klaut euch die berühmtesten Wahrzeichen der Welt zusammen. Dafür müsst ihr besondere “Missionen” erfüllen, also bestimmte Produkte an eure Piratenbucht liefern, die dann zum Beispiel das Brandenburger Tor klaut. Dieses wird dann auch stilecht mit Helikoptern eingeflogen und lockt natürlich Touristen an.

Tourismus, Nahrung und Luxusgüter, das sind die Wege um so viel Geld wie nur möglich zu verdien, denn als karibischer Inselstaat seid ihr auf Exporte euer teuer produzierten Güter angewiesen, denn Steuern spülen über kurz oder lang nicht genug Geld in die Kassen. Deswegen ist es besonders wichtig, dass ihr schon früh im Spiel mit der Produktion von Luxusgütern anfangt. Mein Start besteht immer daraus, erstmal eine ordentliche Rum-Produktion ans Laufen zu bekommen, denn Alkohol will eigentlich immer jeder kaufen. So verdiene ich mir von Beginn an eine goldene Nase.

Trotzdem werden euch von den Supermächten oder Kolonialmächten, je nachdem in welchem Zeitalter ihr gerade steckt, immer wieder Baumstämme in den Weg gelegt. Zu Anfang des Spiels seit ihr noch nicht “El Presidente”, denn ihr seid nur der langweilige Gouverneur einer Kolonie und ihr müsst für jeden Monat, die ihr euer Amt behalten wollt, kämpfen, damit ihr eine Mandatsverlängerung bekommt, also damit ihr länger herrschen dürft. Dafür müsst ihr bestimmte Waren produzieren oder bestimmte Exporte/ Importe machen. Nebenher müsst ihr dann noch genug Bürger auf eure Seite ziehen, damit ihr schnell vor Ablauf eures Mandats die Unabhängigkeit erklären könnt und dass bedeutet: KRIEG!!! Sofern ihr nicht die Geldmittel habt, um euch frei zu kaufen.

In den späteren Epochen kommen dann noch einzelne Supermächte und Fraktionen hinzu, die euch innerhalb Tropicos das Leben schwer machen. So müsst ihr Gläubige, Kapitalisten oder Kommunisten glücklich machen, denn so sonst habt ihr bei eurer Wiederwahl keine Chance.

“Wählen” ist hier das Stichwort, denn ihr könnt ein guter und gerechter Herrscher sein oder aber ihr seid ein böser machthungriger Despot, der die Wahlen fälscht und unliebsame Konkurrenz aus dem Weg räumt. Dazu könnt ihr bestechen, verhaften oder aber auch töten lassen. Ihr habt trotzdem die Pflicht eine Wahlrede vorzubereiten, in der ihr Versprechen macht, die auch eingehalten werden müssen, denn sonst kann es im Extremfall zu Demonstrationen oder einer Revolution kommen.

So viel Spaß Tropico 6 auch macht, sind manche Sachen einfach nicht ganz so geil, denn das Bauen von Straßen funktioniert oft nicht wirklich gut und macht Probleme, da könnte man sich mal eine große Scheibe von Cities: Skylines abschneiden, denn dort funktioniert das super. Zum anderen nervt es einfach, dass eure Tropikaner immer in der Nähe ihrer Arbeitsstätte wohnen wollen, dabei ist es egal, ob es im Kern noch zahllose freie Wohnungen gibt, da wird lieber in einem Wellblechverschlag gewohnt. Sowas zwingt euch dann euren Stadtkern immer weiter auseinanderzureißen, bis sich Industrie und Stadt komplett vermischt haben.

Technisch ist allerdings alles super, denn Tropico sieht Dank der Unreal Engine 4 einfach nur toll aus und läuft auch auf schwächeren Rechnern sehr gut.

Fazit:

Trotz das Anno 1800 schon draußen ist, kann ich Tropico 6 jedem empfehlen, der es nicht so ernst mag.Tropico bringt mich immer wieder zum Lachen. Natürlich ist nicht alles perfekt, allerdings seid ihr auch nicht so sehr an bestimmte Bauweisen gebunden, die euch helfen, Platz zu sparen. Ihr könnt eure Insel so zu pflastern, wie ihr es wollt, genauso könnt ihr auf die Produktion setzen, die ihr toll findet. Ich für meinen Teil kann Tropico 6 fast bedingungslos empfehlen und hoffe, dass es sich jeder Aufbau-Fan mal anguckt!

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