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Der totale Krieg in Total War: Three Kingdoms

Und da ist es endlich: Ein ganz frisches Total War, das sich auf seinen authentischen und vor allem geschichtlichen Wurzeln beruht, anstelle der bislang eher Fantasy lastigeren Reihe namens Warhammer. Back to the Roots ist das große Stichwort des aktuellen Teils von Total War und dennoch zeigt es sehr viele Neuerungen.

Das erste Total War hieß Shogun und wurde 2000 veröffentlicht. Gute 19 Jahre später und einige Spieletitel dazwischen, ist Total War: Three Kingdoms erschienen.

Nachdem wir in letzter Zeit mit Elfen und Zwergen verwöhnt worden sind, gibt es nun den eiskalten Krieg in China im 2. Jahrhundert. Während des Aufrurs gegenüber der Han-Dynastie gibt es drei Mächte, die sich behaupten möchten.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=BuSXOn9KoTw

Je nach Spielstil und je nach Schwierigkeitsgrad können wir uns unseren zukünftigen Herrscher aussuchen. Zu Beginn empfiehlt sich ein diplomatischer Zug, da die Kämpfe doch einiges an Kriegsgeschick erfordern.

Nachdem wir uns den untersten aller unteren Adeligen herausgesucht haben, beginnt auch schon der knüppelharte Kampf und die heißersehnte Regentschaft. Wir kämpfen uns als Underdog von kleinem Dörfchen zu Dörfchen und nehmen alles mit, was nicht niet – und nagelsicher ist. Sobald wir einige kleinere Adelige unterworfen haben, können wir über Diplomatie, Koalitionen und Friedensabkommen sprechen. Manche sind aber so hinterlistig, dass man auch mal gerne mit ein paar befreundeten Nachbarn die Städtchen ausradieren geht. Wir wollen ja ein friedliches Nachbarschaftsverhältnis – bis wir stark genug sind und auch wirklich ALLE unterjochen können. Wir wollen immerhin alleiniger Herrscher, sprich Kaiser, werden.

Wenn wir nicht mit unseren Infanteristen und Bogenschützen das Städtchen plattmachen, dann greifen wir auch mal gerne auf ganz faire Duelle zurück. Im Zweikampf beweisen wir unser Können bzw. schauen unserem Können emsig zu!

Gewinnen wir, werden wir gefeiert und unser Einsatztrupp haut noch einmal mächtig drauf. Verlieren wir, haben wir ein ziemlich großes Problem. Während wir japsend und erbärmlich am Boden liegen, unser Pferd wegläuft und die ein oder andere Träne auf dem Bildschirm flimmert, siecht die Moral des Einsatztrupps dahin und nicht selten laufen sie dann auch mal davon. Jetzt kann man Manns genug sein und die Niederlage hinnehmen, oder man lädt einfach neu 🙂

Der Kampf gestaltet sich auch ohne Duell als sehr herausfordernd. Wir können diverse strategische Züge, wie etwa die Aufstellung, per Knopfdruck erledigen lassen oder wir machen uns die Mühe und werden richtig hinterlistig.

Alles geht ganz nach Stein, Schere und Papier. Kavallerie scheut sich nicht vor Pfeilen, aber ganz sicherlich vor Speeren. Die Bogenschützen scheuen sich vor Pferden, aber dafür weniger vor ihrer eigenen Art. Im Fernkampf sind sie unschlagbar.

Manchmal verteidigen wir, manchmal greifen wir an. In der Position des Verteidigers ist es einfacher, da man nur die Stellung halten muss bzw. die Flagge vor den Angreifern schützt. Auch wenn “einfach” in dem Spiel ein sehr weit gedehnter Begriff ist.

Wir können also Runde für Runde zu unseren Nachbarn schleichen und sie hemmungslos niedermähen, doch gehört im neuen Total War noch einiges mehr dazu.

Wir können nun Diplomatie á la Anno handhaben. Wir suchen uns Herrscher aus, bieten ihnen eine Dienstleistung, Dienstgüter oder im Notfall Geld, damit sie uns unterstützen und mögen. Dann unterstützen sie uns und wir genießen ihren Schutz und ihr Vertrauen.

Nicht alle Nachbarn können sich leiden. Immer wieder kommt es vor, dass Leute in unsere GroKo wollen, doch nicht alle Parteien wollen gewisse Parteien in diese Koalition lassen. Ein ganz gewisser Herr, dessen Name irgendwas mit Bing war, war dabei sehr aufdringlich. Auch nach dem 10. Versuch war er es nicht leid, mir Geld zu bieten, um in MEINE Koalition zu kommen. Doch leider war Bing ein A***, weshalb ihn keiner haben wollte. 

Nebenbei bauen wir unsere Territorien immer weiter aus. Wir vergrößern, verbessern und erweitern unser Sortiment an Arbeitskraft, Soldaten, Nahrung und Schmiergeld.

Auch bauen wir via Äste an einem Kirschblütenbaum unser Handelsgeschick, unsere Kriegskunst und so weiter aus.

Fazit:

Total War: Three Kingdoms bietet alles und mehr der letzten Total War-Teile. Es ist ein sehr gutes strategisches und auch taktisches Spiel und der Einstieg ist etwas leichter als in seinen Vorgängern. Für Total War-Fans ist das hier ein Muss und für Neueinsteiger definitiv eine Überlegung wert. Die Geschichte ist gut erzählt, auch wenn man mal mit den Namen und den ganzen Weltkonflikten durcheinander kommen kann, doch behält es einen roten Faden bei.

Total War: Three Kingdoms ist authentisch, performanter als sein Vorgänger (wenn auch immer noch ein Leistungsfresser), detailliert gestaltet und bietet einen großen Umfang. DLCs werden mit Sicherheit in nächster Zeit noch dazu kommen.

Total War hat sich bislang 25 Mio. Mal verkauft. Momentan gibt es über 1 Mio. aktiver Spieler und die Zahlen steigen stetig. Das aktuelle Total War: Three Kingdoms verzeichnet die meisten Vorbestellungen – zurecht.

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