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Wie kalt lässt einen ‘Vambrace: Cold Soul’?

Vambrace lässt sich am besten als Darkest Dungeon im Anime-Look beschreiben. Wir beschreiten eine Fantasy-Eiswelt, in der wir die Protagonistin Evelia Lyric spielen. Nach dem Tod ihres Vaters hat diese nämlich sich zum Ziel gesetzt, eine geheimnisvolle Stadt zu erkunden, die nur mit einem magischen Artefakt zu beschreiten ist: Armschienen. Diese Armschienen hat sie geerbt und macht sich auf die Suche nach dieser Stadt. Als sie einen Weg hineinfindet, wird ihr schnell bewusst, dass die Bewohner keinen Weg herausfinden. Nur sie ist mit ihren Armschienen in der Lage, die undurchdringlichen Barrieren zu durchdringen.

Schnell wird man zum Spielball der einzelnen Charaktere, die vorort leben und einen auf die ein oder andere Verfolgungs- und Suchmission schicken.

Das Gameplay ist dabei rundenbasiert. Es stehen sich immer vier gegen vier Freunde bzw. Feinde gegenüber. Je nach Initiative-Wert darf man dann früher oder später zuschlagen. Hat man einige Schläge ausgeteilt, darf man eine Spezialfähigkeit einsetzen, die um einiges stärker ist, wie etwa ein Stoß mit einem Kletterhaken – nun ja, richtig geil geht anders.

Wenn wir nicht kämpfen, schauen wir uns Dialoge an, die teils vertont, teils unvertont sind. Der deutsche Untertitel ist zwar verständlich,  gibt aber nicht immer sinngemäß alles wieder.

Die Zeichnungen sehen wirklich gut aus und auch die Animationen sind selten schlecht, doch laden sie nicht wirklich ein, sich neue Charaktere auszusuchen. Neben dem Hauptcharakter darf man nämlich 3 Rekruten mitnehmen. Diese sind entweder Krieger, Magier oder Auskundschafter. Die meisten Krieger sind Zwerge, Auskundschafter und Magier sehen aus wie Elfen… – Variation sieht anders aus.

Auf dem Weg zum nächsten nicht ganz so fairen Kampf durchsuchen wir Kisten, die teils böse sind, stolpern über Fallen, die immer böse sind und latschen von einem Missgeschick ins nächste. Wir können nur selten an einem Lagerfeuer rasten, um uns auszuruhen und Gesundheit zu regenerieren. Wenn wir ein Lagerfeuer einmal benutzt haben, ist es auch schon aufgebraucht und kann nicht wiederverwendet werden.

So stolpern wir wortwörtlich von Kampf zu Kampf, verlieren Lebensenergie und unsere Feinde werden immer stärker. Sterben wir, müssen wir im Dorf wieder anfangen, Rekruten aussuchen, zu dem Punkt laufen, an dem wir gestorben sind und wieder ALLE Gegner bekämpfen, die nun aber teils auch stärker sind, denn die Gegner sind vollkommen random. Klar haben wir ein “Geistometer”, das uns anzeigt, wenn Gefahren lauern, aber wir können trotzdem nur in die Gefahr hineinlaufen. Es gibt kaum Ausweichrouten und wie gesagt, man kann nicht mal eben ans letzte Leuchtfeuer zurück, um Energie zu tanken.

Immer wieder von Vorne anzufangen, ohne jeglichen Fortschritt und das dann noch gepaart mit dem doch sehr hohen Schwierigkeitsgrad bzw. mit unfairen Kämpfen – das macht mir leider gar keinen Spaß.

Als “unfair” definiere ich dabei, wenn eine Gruppe starker Gegner hintereinander weggerotzt wird, ohne dass ich die Chance zum Taktieren, zum Rückzug oder zum Heilen habe.

Die Geschichte ist also nett, die Grafik ist auch ganz hübsch, die Framerate bleibt oft stabil, aber nicht immer und das Gameplay ist nicht ganz so gut. Solide ist das Spiel an sich also nicht, doch wenn man unbedingt Darkest Dungeon spielen möchte, nun ja, dann sollte man lieber das noch einmal durchspielen, denn Vambrace hat auf so vielen Ebenen noch so viele Fehler, die auch ein Update oder Patch nicht beheben kann. Es geht um den Kern des Spiels, der hier nicht in Ordnung ist. Viele Schadensarten und auch -Höhen könnte man zwar ausbalancieren, doch fehlt es erheblich an Tiefe.

Vambrace läuft hier auf sehr dünnem Eis und bricht sekündlich beim Spielen immer mehr ein. Machen die ersten Minuten noch Spaß und versprechen ein Abenteuer, mündet dies nach gut einer Stunde in eine Frusthölle aus unsagbar fürchterlichen Hass und dem Wunsch, das Spiel zu deinstallieren.

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