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Judgment – eine Polizeisaga mit Yakuza-Anleihen

Judgment spielt im Jahr 2018 und behandelt die Geschichte von Takayuki Yagami, einem Detektiv bzw. einem früheren Anwalt. Yagami hat es nicht leicht, denn er beginnt seine Detektiv-Karriere nicht sonderlich gut. 

Zu Beginn des Spiels wird Yagami in einen unschönen Vorfall verwickelt. Sein Mandant, der wegen Mordes angeklagt wird, wird dank Yagami freigesprochen. Nur kurze Zeit später tötet sein Mandant seine Freundin und ist unmissverständlich schuldig. 

Yagamis Ruf und aber vor allem sein moralischer Kompass werden in Mitleidenschaft gezogen. Die Bürde, ein guter Anwalt zu sein, zieht Yagami schwer herunter. Aus diesem Grund möchte er ein Detektiv werden und eröffnet sein eigenes Büro, das er zusammen mit seinem besten Freund, der ebenfalls ein ehemaliger Yakuza ist, führt.

 

Sein Wunsch ist es, jeden Fall zu Ende zu bringen und nicht vor Gericht aufzuhören. Als sein neuster Fall von seinen Ex-Kollegen, der sich nebenbei bemerkt mit dem Thema Serienkiller beschäftigt, schwierig zu werden droht, beziehen sie Yagami mit ein. Dieser soll dann mit Beinarbeit, Köpfchen und technischem Spielzeug herausfinden, wer für die brutalen Morde verantwortlich ist. Doch es ist nicht alles so einfach, wie es zu Beginn scheint, weshalb die Story mehr als eine Wende bezüglich des Täters nimmt. 

Die Umgebung erinnert dabei stark an Yakuza, was wohl auch daran legen mag, dass es sich um dieselbe Location, nämlich Kamurocho, handelt, die auch schon in sämtlichen Yakuza-Teilen immer wieder aufgenommen wurde. Zwar wird hinsichtlich der Beleuchtung immer mal wieder etwas hinzugefügt, doch es bleibt das gute alte Kamurocho, das nun schon seit über 10 Jahren existiert.

Das Gameplay könnte man, in Anbetracht zu Yakuza, dabei eher als aufgefrischt bezeichnen. Man spielt einen Ex-Anwalt/Detektiv, der ordentlich zu vermöbeln weiß. Es gibt zwei Kampfstile, die mit Fertigkeitenpunkten weiter verfeinert werden können. So kann man beispielsweise an eine Wand springen und die Gegner von da aus mit einem kleinen Sprung vermöbeln. Aber auch Fertigkeiten, wie etwa das Knacken von Schlössern oder auch vermehrter EXP-Gewinn, sind Fähigkeiten, die es nach und nach freizuschalten gilt. 

Das Kampfsystem ist eine verbesserte Variante von Yakuza und es fühlt sich in den meisten Fällen sehr flüssig an. Die Animationen zwischen anvisieren, angreifen und wieder zurück sind flüssig und sehen dabei sehr authentisch aus. 

Das Kämpfen an sich nimmt aber keine allzu große Rolle ein. Es ist sehr ausbalanciert worden zwischen Zwischensequenzen, Dialogoptionen, Orte untersuchen und kämpfen. 

Manchmal kann man auch eine Drohne steuern, muss Verdächtige verfolgen oder in Beweismaterial die Sequenz finden, welche die Aussage wasserdicht macht. Dabei ist nicht allzu viel Köpfchen gefragt und die Dialogzeilen erinnern manchmal an eine amerikanische Gerichtssendung, doch bleibt es stets spannend und auch die englische Vertonung leisten ihren Teil dazu bei, die Atmosphäre zu halten. 

Generell hat das Spiel eine gute Mischung aus Drama, Komödie und Anwaltsserie. Oft fühlt es sich weniger wie ein Spiel denn wie ein interaktiver Film an. Erst wenn es heißt, dass man Kamurocho erkunden soll oder mal wieder einen Anruf erwartet, spürt man die kleineren Spielelemente. Die Nebenaktivitäten nehmen auch in diesem Spiel wieder einen großen Raum ein. Sie sind allesamt optional und laden zu kleineren Autorennen bishin zum Dartspielen ein. 

Freunde sind eine der neusten Neuerungen in Judgment. Es gibt Aufgaben, die dafür Sorge tragen, dass Freunde einem Geschenke machen und der Freundschaftsrang steigt natürlich auch. Manche Freunde sind dabei sehr interessant und auch in die Geschichte eingebunden, wie etwa ein IT-Spezialist, der nicht so gerne rausgeht, dafür aber alles und jeden hacken kann. 

Andere wiederum könnten nicht uninteressanter sein, wenn sie in einem Supermarkt oder Restaurant arbeiten und auf der Suche nach dem besten Selfie sind. 

An sich könnte man an dieser Stelle also sagen, dass Judgment eine gute Weiterentwicklung zu Yakuza ist und Neueinsteigern freundlich gesonnen ist. Es hat eine gute Grafik, das Gameplay ist facettenreich, wenn auch nicht perfekt und die Geschichte kann durchaus mit Neuerungen aufwarten, da das Thema noch recht unverbraucht ist. Man fühlt sich im Spiel wie ein echter Detektiv, der zwar keine Rechercheaufgaben übernehmen muss, aber dennoch auch unschöne Dinge erledigen muss, wie sich etwa als Obdachloser zu verkleiden und abzuwarten. 

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One comment

  1. […] dazu ein Review. Schaut euch also gerne erst den unten eingebundenen Launch Trailer an und danach lest ihr euch das Review von Anja […]

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