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‘Thronebreaker: The Witcher Tales’

Ach ja, The Witcher hat uns so einiges gelernt in Bezug auf Spiele, Open Worlds und Fantasy-RPG mit fest vorgeschriebenem Charakter in einer Welt, die aus einer Buchreihe stammt und das alles verpackt in einer wunderschön designten Welt.

Doch was kommt nach The Witcher? Cyberpunk 2077?

Das neue Spiel von CD Projekt Red lässt noch einige Zeit auf sich warten und in der Zwischenzeit werden dann die alten The Witcher-Teile noch einmal herausgeholt:

  • The Witcher 1 war dabei leider ein Totalausfall. Die “tolle” Engine von BioWare sorgt für Ruckler im Standbild-Format und auch das Gameplay will nicht so richtig zünden. Die Geschichte aber ist wirklich gut. Typisch The Witcher eben.
  • The Witcher 2 sieht schon besser aus, doch auch hierfür benötigt man ziemlich viel Rechenleistung, um die Programmierallüren zu fixen. Die Geschichte ist dafür aber umso besser.
  • The Witcher 3 ist dabei ein echtes Träumchen: tolle Grafik, tolle Geschichte, einfach alles, was das Gaming-Herz begehrt.

Lässt man mal japanische Rollenspiele außen vor, gibt es leider nicht sehr viel Konkurrenz. Alle Jahre gibt es mal ein neues Skyrim, ein neues Dragon Age oder ein neues Spiel von Publisher Focus, das aber meistens eher lauwarm ist.

Man wartet also auf High oder auch Dark Fantasy – vergebens.

Doch dann ist da dieses Spiel aufgetaucht, das zuvor ein Spiel in einem Videospiel war: Gwent. Erst kam eine Beta, die rein Multiplayer-Spieler verwöhnte und so ganz ohne Story daherkam. Dann kam das Spiel heraus und änderte all seine Regelwerke, Karten und mehr. Gewöhnungsbedürftig dürfte der Begriff dafür sein.

Nach langen Wartens erschien dann die Hauptkampagne für einen Obulus. Diese spielt vor den The Witcher-Spielen und ungefähr während der Bücher. Es geht nicht um den wendigen Geralt, den Hexer, der in der Badewanne berühmt wurde, es geht um Königin Meve.

Ein hohes Tier, das durch Verrat erst ganz unten ankommen muss, um sich wieder nach ganz oben zu kämpfen. Die Geschichte ist vielseitiger, als das sie hier erwähnt wird, doch geht es um die Frage von Gerechtigkeit, Vaterlandliebe, Vorurteile und Rache. Je nachdem wie man sich im Spiel entscheidet, ist man ein gütiger Herrscher, der verzeihen kann oder man kann das Land mit eiserner Hand führen und seine Truppen stählen.

Das Hauptspiel lässt sich aus einer Mischung aus rumlaufen und klicken und Kartenspielen spielen. Mit Meve klickt man sich durch die Areale in isometrischer Sicht und hat mal abgesehen von einigen Überraschungskämpfen die freie Wahl, wen oder was man angreifen möchte – duelliert wird sich nur mit Karten!

Das Kartenspiel unterscheidet sich:

  • in Puzzles, bei denen man bestimmte Karten in einer bestimmten Reihenfolge legen muss,
  • in Standardkämpfen, bei denen man mit seinem Deck drei Runden bestreiten muss,
  • in Sonderregel-Kämpfen, bei denen man sein Deck benutzt, aber zum Beispiel nur eine Runde kämpft oder weitere Sonderregeln beachten muss.

Die Puzzles sind meist sehr einfach, doch können sie auch schwieriger werden, wenn man nicht den richtigen Ansatz findet. Die Standardkämpfe waren für mich, die in Profi-Rängen gespielt hat, leider viel zu einfach. Selbst auf schwer hatte ich selten zu kämpfen. Doch muss ich ehrlich zugeben, dass ich nach über 300 Stunden Online-Kampf nicht wirklich eine gute Einschätzung geben kann.

Sonderregel-Kämpfe können da schon schwieriger sein. Oft muss man sein Deck auf einen gesonderten Kampf einstellen. Nehme man zum Beispiel einen Gegner, der sich immer wieder bufft, wenn man angreift und man selber habe nur Angriffskarten – läuft nicht so gut. Daher muss man entweder sehr ausgewogen spielen oder sein Deck hin und wieder abändern.

Die Grafik ist nicht gerade der Hit, doch sind die Zwischensequenzen sehr schön gezeichnet und animiert. Die Gespräche sind inhaltlich gut, doch muss auch sehr viel gelesen werden.

Ich finde es sehr schön, dass sich die Geschichte so an die Hauptgeschichte von The Witcher anschmiegt, ohne dass sie etwas vorweg nimmt – mal abgesehen von Geralts Namen.

Es ist eine Geschichte rundum Krieg, die mit Karten, Dialogen, Dialogoptionen und vor allem den Entscheidungen des Spielers erzählt wird. Der Spaßfaktor macht vor allem der Spaß am Kartenspiel aus, daher sollte man hier mindestens einen kleinen Faible haben. Wem Gwent in The WItcher 3 Spaß gemacht hat, dürfte hier richtig liegen, doch Obacht: Es ist alles anders 😉

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