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Mutant Year Zero: Road to Eden – spektakuläre Mutanten-Baller-Action im Rundendesign

XCOM hat den Pfad für sehr viele rundenbasierte Strategiespiele gelegt. Eines dieser Spiele ist auch Mutant Year Zero – Road to Eden, welches sich mit einer dystopischen Endzeitstimmung befasst. 

In Mutant Year hat die Menschheit bereits versagt. Durch Wegsehen und auch Atomkriege haben sich die Menschen größtenteils selbst ausgerottet. Neben den noch verbliebenen Menschen gibt es aber auch Mutanten, die in tierischer Gestalt sehr menschliche Dinge tun. Auch gibt es unterschiedliche Verbliebene, wobei manche sich zu einem Kult zusammenschließen und andere wiederum lieber unter sich in der Arche, einem sehr hoch gelegenen Haus, verweilen. 

Die Mutanten wissen nicht, woher sie kommen. Bormin ist ein mutiertes Schwein, Duck eine mutierte Ente, Selma und Magnus so etwas Ähnliches wie Menschen und Fox ist ein mutierter Fuchs.

Die Gruppe findet sich nach und nach zusammen und macht sich auf den Weg nach Eden, wie der Titel auch schon vermuten lässt. Eden ist dabei ein Gerücht von einem Ort, an dem alles besser sein soll: Nahrung, Wasser, Schutz … hier soll es alles geben. 

Der Weg dorthin ist aber sehr steinig. Immer wieder wird die Gruppe mit schwierigen Aufgaben konfrontiert, die zwar alle nach Schema F laufen, sprich, suche, finde und zerstöre, doch dabei sehr gut erzählt werden. Jedes Gebiet ist ein bisschen anders und jedes Gebiet erzählt seine eigene Geschichte. 

In jedem Gebiet gibt es auch immer eine neue Herausforderung. Zu Beginn machen einem vielleicht größere Gegner mit größerer Reichweite oder auch größeren Waffen Probleme. Sobald man diese nicht mehr ganz so schlimm findet, wird man vor den nächsten Gegner geworfen, der noch einmal eine ganz neue und schlimme Eigenart hat. So bleibt das Spiel eine stetige Herausforderung, die nicht zu langweilig wird. 

Auch kann man nicht immer alle Gegner in einem Gebiet sofort bekämpfen. Manchmal verhält es sich so, dass Gegner mehrere Stufen über der Gruppe sind und erst zu einem späteren Zeitpunkt angegriffen werden können. 

Dabei ist der Angriff auch schon das ausschlaggebende Wort für die Strategie. Die Gruppen an Gegner sind immer in der Überzahl und haben auch oft mehr Lebensenergie als die Mutanten-Gruppe selbst. Um sich gegen die Feinde zu behaupten, muss man also etwas taktieren. Stupides Reinlaufen und Ballern ist da nunmal nicht. 

Man muss sich Höhenvorteile beschaffen, vielleicht schon einige Gegner leise beim Pinkeln ausschalten oder auch dafür sorgen, dass eine große Explosion wirklich so viele mitnimmt wie nur möglich.  Der direkte Ansatz, ist dabei meist nicht der Richtige. Immer wieder muss man sich den richtigen Ort, den richtigen Einstieg, suchen, um auch erfolgreich zu sein. Da man aber sogar im Kampf speichern und laden kann, ist das erneute Laden gar nicht frustrierend. 

Man sucht sich also aus seinen Mitstreitern 3 Mutanten aus, die im Team sind, rüstet die besten Waffen aus (bestenfalls hat man diese vorher aufgewertet), sucht sich Rüstungen mit Boni heraus ( Feuerimmunität oder Immunität gegen Gedankenkontrolle können hilfreich sein) und pickt sich einen Gegner nach dem anderen heraus, bis man den großen Bulk an Gegnern angehen muss. Dann schaut man nach einer schicken Sniper-Position, rammt mit dem Schweinchen die lästigen Ich-Rufe-All-Meine-Freunde-Gegner in Grund und Boden. Neben der Möglichkeit, Gegner mit Waffen zu töten, gibt es nämlich noch Spezialfähigkeiten. 

Manche Spezialfähigkeiten sind unterstützender Natur, wie etwa eine Ranke, die Gegner an Ort und Stelle hält. Andere sind zerstörerisch, wie etwa der Kettenblitz, der mehrere Feinde trifft und Deckungen sprengt (manchmal auch die eigene 😉 ).

Runde für Runde nutzen wir Waffen, Fähigkeiten und ziehen unsere Charaktere in unterschiedliche Positionen, um den größtmöglichen Vorteil zu erzielen. Es gibt die Option “Permadeath”. Verblutet ein Charakter nach 3 oder 5 Runden, bleibt dieser tot, jedoch muss man Permadeath nicht aktivieren. 

Medikits, die der Heilung dienen, gibt es dabei auch nicht sehr viele. Man kann im Laden welche kaufen, doch sind diese recht teuer, sodass man pro Level gut 2 bis 3 kaufen kann, je nachdem, wie viel man gesammelt hat. Im Spiel selbst findet man meist bei sehr schwierigen Gegnern 1 bis 2 Medikits, doch sind diese vor allem in der Mitte des Spiels sehr rar. 

Mit seinen 8 bis 10 Stunden Spielzeit kann einen das Spiel sehr gut beschäftigen. Gerade dann, wenn die Mitte etwas gestreckt wirkt, geht es auch schon Richtung Ende, sodass man sich nicht langweilt. Die Geschichte ist sehr schön in Zwischensequenzen mit Bormin als Sprecher erzählt und geben eine dystopische Welt mit etwas Humor wieder.

Fans der XCOM-Reihe werden an diesem Spiel ihren Spaß finden. Neueinsteiger könnten zu Beginn leichte Schwierigkeiten bekommen, da es einen sehr schnell ins Spiel lässt und die Krücken so schnell wie möglich wegbläst. Eine Empfehlung für Strategiefreudige kann ich aber dennoch aussprechen. 

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