ActionHorrorReviewShooterVideospiel

Hunt: Showdown – vom Jäger zum Gejagten

Tja, was ist eigentlich Angst in einem Multiplayer-Spiel? Gibt es so etwas überhaupt? Natürlich haben Spiele wie Dead by Daylight oder oder auch Friday the 13th bewiesen, dass ein asymetrisches Killer-Versteckspiel Spaß machen und auch Spannung hervorbringen kann. Aber ist das wirklich Angst und Schrecken oder ist es nur die klassische Anspannung bei einem Versteckspiel?

Aber was ist, wenn wir den Spieß umdrehen? Die Spieler kämpfen gegen das Monster und können sich auch gegenseitig bekriegen, besonders wenn die Karte zusätzlich von Zombies und anderen Monstern bevölkert wird?

In Hunt: Showdown funktioniert es, hier bin ich der Jäger, aber nicht der Alpha-Predator, denn das Jagdziel ist gefährlicher als ich. Besonders spannend wird die ganze Prämisse, wenn man weiß, dass einem andere Jäger auch die Beute streitig machen wollen und einem nach dem Leben trachten. So kommt Atmospäre auf, wenn die Landschaft dabei noch im Tageslich erstrahlt. Ist ja alles in Butter und alles nicht so schlimm, denn hier gibt es keine Überraschungen, die aus den Schatten kommen können. Aber bei Nacht und Gewitter sieht die Sache schon ganz anderes aus. Hier hört man nur Schüsse und aufgeschreckte Krähen, aber man sieht ohne Öl-Lampe nicht besonders weit und die Zombies sind auch oft nicht sofort zu erkennen. Wovor muss ich mehr Angst haben? Die Horde aufschrecken oder vor den anderen Jägern, die sich die Beute genauso wie ich nicht entgehen lassen wollen?

So fühlt sich Hunt an: spanndend, beängstigend und vor allem intensiv. Anders kann man dieses Spiel nicht beschreiben. Nachdem man eine kleine Tutorial-Runde hatte, die einem die Grundlagen der Jagd beibringen soll, geht es schon richtig los. Na ja, fast, denn am Anfang habt ihr noch die Stützräder an. Hier kann euer Jäger noch nicht das Zeitliche segnen. Erst wenn ihr eure Blutlinie, also euren übergreifenden Fortschritt auf Level  15 angelangt ist, werdet ihr ohne Stützräder losgeschickt. Hier kann euer Jäger, der auch ein Level hat, sterben. Also euer bis dato gut ausgerüsteter Jäger ist dann einfach so weg. Er kommt nie wieder und ihr habt keine Möglichkeit, ihn wieder zu beleben. Hier zeigt Hunt wie kompromisslos die Jagd nach Monstern sein kann. Es gibt keine Jäger-Romantik wie bei Supernatural oder Buffy, genauso wenig gibt es zweite Chancen, denn einmal einen Fehler gemacht, bedeutet direkt, dass es das Ende für euren Jäger ist. Natürlich könnt ihr Boni über eure Blutline freischalten, aber die müssen auch erst einmal von einem Jäger ausgerüstet werden können und dafür muss dieser auch erst einmal leveln.

Kommen wir nun aber erst einmal zu der Monsterkunde, denn hier wird es so richtig spannend. Es gibt Grunts, also ganz normale Zombies, die euch in ihrer Anzahl das Leben schwer machen. Diese reagieren auf Geräusche und können euch sehen. Dann gibt es noch größere und dickere Monster. Diese sind zäher und stärker und wollen euch auch ans Leder. Das sind aber nur Beispiele, denn es gibt weitaus interessantere Monster und diese sind eure Ziele! Dazu gehört zum einen die Spinne, wobei man sagen muss, dass Spinne etwas optimistisch klingt, denn die Gliedmaßen bestehen aus menschlichen Körperteilen, also es sieht schon ziemlich eklig aus. Dieses Vieh ist schnell, giftig und kann sich nicht mit Feuer anfreunden. Dann gibt es noch den Butcher, ein na ja fast menschlicher Gegener, der einen Schweinskopf hat. Als Waffe hat er einen Fleischerhaken, den er auch anzünden kann. Zu guter letzt gibt es noch den Assassinen. Dieser besteht aus Insekten und nimmt die Form eines Humanoiden an, also wirklich menschlich ist er nicht, um euch anzugreifen. Er ist vor allem extrem schnell!

Um es mit diesen Mistviehchern aufzunehmen, bekommt ihr allerhand Waffen. Der einzige Haken ist, dass diese alle aus dem 19. Jahrhundert stammen und damit leider nicht die stärksten Waffen sind, die man sich vorstellen kann. Also habt ihr Revolver, Repitiergewehre und Schrotflinten zur Auswahl, wobei jeder Jäger sein eigenes Schießeisen mitbringt.

Zusätzlich zu den Monstern macht euch die Umgebebung auch noch das Leben schwer, denn Hunt spielt im sumpfigen Süden der USA. Hier gibt es natürlich Sümpfe, die euch nur langsam vorankommen lassen. Zusätzlich liegen in Siedlung viele Sachen rum, die viel Krach machen können, darunter Scherben, Äste und Krähen. Wie schlimm kann das schon sein? Sehr schlimm, denn ihr alarmiert damit die “kleineren” Monster und was noch viel schlimmer ist: Andere Jäger hören bzw. sehen das auch, denn die aufsteigenden Krähen sieht man schon aus einiger Entfernung und so kann man sich lästige Konkurenz schnell und vor allem mit Vorteil vom Hals schaffen.

Kommen wir aber nun zum Wichtigsten: die Grafik und die Soundkulisse. Die Grafik ist typischerweise extrem gut, ist auch klar, denn die CryEnigne zeigt, was sie kann. So hat man eine Menge Details und Spiegelungen, die man bei den halb verwesenden Körpern vielleicht nicht so gerne hätte. Kommen wir aber nun zu dem Sound, denn dieser ist außergewöhnlich gut. Ihr hört alles und es hört sich auch alles einfach nur genial an. Bis auf die eigenen Schritte, denn diese sind schon wirklich laut, aber nicht so extrem wie in Firestorm (Battlefield V). Dann gibt es da noch diesen genialen Soundtrack im Menü, der ist einfach nur geil und stimmt einen richtig ein!

Ihr wolltet euch schon immer mal wie Sam und Dean Winchester fühlen oder einfach mal mit ein oder zwei Kumpels auf eine spannende Monsterjagd gehen? Tja, dann solltet ihr bei Hunt: Showdown zuschlagen, denn das Ding rockt! Es hat die passende Atmosphäre und kann einem hier und da einen kalten Schauer über den Rücken jagen. Auch wenn der Early Access und die Alpha-Phase nicht so erfolgreich waren, lohnt sich hier ein genauerer Blick! Noch nie war das Gefühl auf der Jagd zu sein und gleichzeitig der Gejagde zu sein so gut!

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.