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Vampire: The Masquerade Bloodlines 2 – ein Ersteindruck

Vampire in einem Videospiel? Und das auch noch 2020, wenn die ganz großen Titel, wie etwa Cyberpunk 2077, herauskommen? Kann das entzücken? Ich konnte mir auf der gamescom 2019 eine Demo ansehen und aktiv in die Entscheidungen des Spielgeschehens eingreifen. Um es ganz kurz zu machen: Ja, Vampire kann es mit Cyperpunk aufnehmen.

Vampire hat seine Wurzeln in eine Pen & Paper, einem Gesellschaftsspiel, das die Spieler ermutigt, in eine Geschichte voll und ganz einzusteigen und dann unumstößliche Entscheidungen zu treffen. Als Vampir gilt erst einmal, dass Vampir nicht gleich Vampir ist. Es gibt Frischlinge, Vampire, die gerade erst erschaffen wurden und es gibt Vampire, die ganze Clans von Vampiren anführen und dementsprechend älter, erfahrender und auch gefährlicher sind.

In Bloodlines 2 steigt man als ein solcher Frischling ein. Man gehört noch keiner Gruppierung an und gestaltet so seine ganz eigene Erfahrung als Einsteiger. Kein Clan gleicht dem anderen und so ist die Entscheidung, welcher denn nun der Richtige ist, keine leichte. In folgenden Videos werden die Clans vorgestellt:

Thinblood:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=xELjqNZjmaM

Brujah:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=dU6LwptKvYg

Tremere:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=IFKGdJiF_2s

Toreador:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=aAoFUt-RW-c

Ventrue:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=ceYjCOOVyUk

Malkavien:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=_s7O0OWohvE

Hat man erst einmal einen Clan, einen Spielstil und eine gewisse Richtung der Antworten gewählt, die man den gerne im Spiel austesten möchte, sofern man denn “in character” bleiben möchte, kann das Spiel so richtig losgehen. Ob man nun mit jedem feilscht, ob man direkt zuschlägt oder auch einfach nur den “Assassin’s Creed”-Approach ausnutzen möchte, für jeden Spieler ist etwas dabei. Wobei man hier aber noch eine kleine Warnung anbringen sollte: Das Spiel hat zwar ein Kampfsystem, das auch sehr gut funktioniert, doch selbst Spieletester hatten Schwierigkeiten, wenn sie versucht haben, sich einfach so durchzuschlagen. Das Spiel setzt den Fokus ganz klar auf eine alternative Führung und rückt die Entscheidungen samt Konsequenzen in den Vordergrund. Auch das Vorankommen im Level ist stets davon abhängig, welche Fähigkeiten man gewählt hat. Wenn man nun telepathisch begabt ist, wird man wohl versuchen, Gegenstände von Türen wegzurücken, sodass man hindurchgehen kann. Kann man sich in einen Schatten verwandeln, wird man durch Rohre schlüpfen und wenn man ganz am Punkte der Verzweiflung steht, na dann versucht man sich eben durchzuquatschen. So entsteht für jeden Spieler eine ganz eigene Spielerfahrung – und genau das ist das Ziel des Spiels.

Hier ist das Gameplay-Video, das auf der gamescom gezeigt wurde:

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=QEYGez6JLZ8

Auf die Frage hin, wieso man nicht Schlösser richtig knackt, sondern diese einfach mit dem Halten einer Taste öffnen kann, sofern der Skill das mitmacht, gab es ebenfalls eine gute Antwort. Die Devise des Teams lautet: Wem nichts dazu einfällt, wie man eine Spielmechanik aus anderen Spielen verbessern kann, sodass diese Spaß macht, der soll auch keine Spielmechanik einbauen. Denn das Knacken von Schlössern hat schon in Skyrim keinen Spaß gemacht.

Es geht also um Spielspaß, um Freiheit und darum, dass man nicht jedes Problem (ob nun real oder im Spiel) mit den Fäusten lösen kann.

Und jede Entscheidung wirkt sich auf den weiteren Spielverlauf krass aus. Nehme man das Beispiel aus dem Gameplay-Video. Die Frau gibt uns einen Auftrag. Die Informationen, die wir beschaffen sollen, sind für einen Clan sehr wichtig. Ein anderer Clan möchte nicht, dass diese Informationen weitergegeben werden. Was wir auch tun, einer der Clans wird nicht erfreut sein. Dementsprechend müssen wir abwegen, was wir als Nächstes tun. Fallen wir zu sehr in Ungnade, wird sich das der ein oder andere Clan ganz sicher nicht gefallen lassen und uns vielleicht sogar jagen.

Um nun zu der ursprünglichen Frage, ob sich Vampire mit Cyberpunk messen kann, zurückzukommen: Die Frage, die man sich eigentlich stellen sollte, ist nicht etwa, ob das eine Spiel erhaben ist, sondern welcher Typ von Spieler man ist. Mag man lange Dialoge, Entscheidungen und Spiele, die einem mehr Erfahrung als Action bieten, dann ist man hier genau richtig aufgehoben. Die Grafik ist gut, das Gameplay besser und die Geschichte bzw. die Regeln rundum die Maskerade noch besser.

 

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