ReviewRollenspieleVideospiel

The Witcher – Auf welcher Plattform macht Geralt die beste Pirouette?

The Witcher ist nun seit 2015 nicht mehr von der Game of the Year-Liste in puncto Rollenspiel wegzudenken. Seit 2015 ist dabei gar nicht so viel rundum den Hexer geschehen. Es gab insgesamt zwei große DLCs, welche die Geschichte teils weitererzählten, ohne aber den Eindruck dabei erweckten, aus dem Hauptspiel rausgeschnitten worden zu sein.

Seit wenigen Tagen kann man The Witcher nun auch auf der Nintendo Switch genießen, der kleinsten, leistungsschwächsten Konsole der Generation. Macht es daher Sinn, The Witcher 3 auf dieser Plattform zu erwerben? Das und vieles mehr klären wir nun auf.

The Witcher 3: Wild Hunt ist kein Open World-Spiel. Es hat unterschiedliche Regionen, die zwar sehr groß sind, nicht aber miteinander verbunden. In jedem Gebiet gibt es eine ausgeprägte Flora und Fauna, Menschen, die ihrem alltäglichen Lebenszyklus nachgehen und Monster, die sowohl vielfältig als auch zahlreich sind.

Um The Witcher genießen zu können, gibt es vier Möglichkeiten: PC, PS4, Xbox One und Nintendo Switch. Auf allen Plattformen sind alle DLCs erhältlich bzw. auf Switch sogar inklusive, wobei die Game of the Year-Fassung von den anderen Plattformen ebenfalls alles Wichtige enthält.

Der Preis unterscheidet sich zum einen aufgrund des Alters des Spiels als auch plattformunabhängig ganz typisch voneinander. Auf dem PC ist es mit 49,99 Euro ohne Angebot recht teuer. Es gibt keine Box-Versionen mehr, d.h. es muss auf einen Key zurückgegriffen werden. Es ist häufig im Angebot und man kann es auch häufig bei Steam oder auch GOG für 15 Euro erwerben, doch kostet es grundsätzlich noch recht viel. Auf der PlayStation oder auch der Xbox kann man es beispielsweise bei Saturn für 36,99 Euro bekommen. Die Nintendo Switch-Version, die erst vor wenigen Tagen und nicht etwa vier Jahren erschienen ist, kostet daher etwas mehr: Mit 54,99 Euro ist sie die teuerste Version, die man sich besorgen kann.

Doch der Preis ist ja nicht alles. Wie sieht es also mit der Leistung aus.

Puh, wenn man da nicht gerade von der PC-Version spricht, gibt es hier einiges zu bemängeln. Nehmen wir die Versionen mal eine nach der anderen auseinander.

PC-Fassung des Spiels
PC-Fassung des Spiels

PC: Die PC-Fassung ist optisch die beste Fassung. Wir sprechen von Kantenglättung, Umgebungsverdeckung, Weitsicht und Materialkomplexitität, die jeden Waffenschmied ins Staunen bringen wird. Doch diese Leistung hat auch ihren Preis: Man braucht einen guten leistungsstarken Rechner, um alle Wunder bestaunen zu können, die ein The Witcher so mit sich bringt. Das fängt mit den PhysX-Effekten, den Haaren, an und endet mit der Anzahl der FPS, die man erreichen möchte. Der Vorteil am PC ist ganz klar, dass man nicht auf die nächste Konsolengeneration achten muss. Hat man eine neue Grafikkarte, einen neuen Prozessor oder gar einmal ganz aufgerüstet, kann man einige Einstellungen im Spiel erhöhen und hat sein ganz eigenes Remaster. 4K-Gaming bleibt aber bislang eher ein Traum – zumindest für die meisten PC-Spieler. Hierfür benötigt man mindestens eine GTX 2080 und einen sehr guten 7-Prozessor, um es mit 60FPS oder mehr spielen zu können und selbst dann macht Novigrad noch seine Späßchen.

PS4-Fassung

PS4/Xbox One: Beide Plattformen kann man mittlerweile sehr gut unter einen Teppich kehren, da sie sich nicht allzu viel nehmen. Auf der Konsole hat man relativ stabile 30 FPS und kann The Witcher auch in 4K spielen. Vorteilhaft an der Konsole ist meistens, dass es Couch-Gameplay einlädt. Auch dass man auf beiden Konsolen problemlos in 4K spielen kann, ganz ohne Angst vor einem Videoeinstellungsmarathon, hat seine Vorteile. Die Grafik ist in Ordnung und zeigt nicht allzu viele Unterschiede zum PC, wenn man jetzt einmal die Ultra-Einstellungen vorweg lässt. Die Preis-Leistung steht hier im Mittelpunkt, wenn man außerhalb von Angeboten agiert.

Nintendo Switch: Wie kann ein Spiel, das auf dem PC schon hier und da für Probleme sorgt und auch immer mal wieder auf den Konsolen das ein oder andere Patch-Problem hatte auf der kleinsten und schwächsten Konsole der Generation punkten? Der Preis ist es schon mal nicht. Die Grafik mit ihrer sehr kleinen Auflösung und den super niedrigen Details auch nicht. Was ist mit dem Spielspaß? Kann dieser zur Entscheidung beitragen?

The Witcher mag ein reines Actionspiel mit Rollenspiel-Anleihen und einem Batzen Story sein. Manchmal hat es langsamere Passagen, wenn man auf seinem Pferd Plötze auf Ausrüstungssuche oder Pflanzenpfücken geht. Der große Vorteil der kleinen Konsole ist ganz klar ihre Portabilität. Mal eben im Bus oder in der Bahn kann diese für einen gewissen Zeitausgleich im Work/Life-Balance sorgen. Was vorher lästig war, kann nun mit Freizeit gefüllt werden. Wenn man im Handheld-Modus spielt, sieht man den grafischen Unterschied zur PC-Fassung ganz klar. Alles ist wischi-waschi und sieht nicht so richtig gut aus, aber auch nicht so richtig schlecht. Es ist trotzdem eines der hübscheren Nicht-Anime-Spiele auf der Switch und zeigt die wichtigsten Details. Die Performance ist meistens in Ordnung, auch wenn nicht immer die 30 FPS gehalten werden. Manchmal stockt es in Zwischensequenzen, wenn diese geladen werden müssen, manchmal stürzt es ab und manchmal hat es einen Bug, so wie auf jeder anderen Plattform auch. Es ist aber keineswegs in einem schlechten Zustand. Es macht sogar regelrecht Spaß auf der Switch zu spielen, da man jedezeit pausieren kann und an passender Stelle weiterspielen kann. Zwar kann man in The Witcher fast jederzeit per Hand speichern, doch muss man die anderen Konsolen und auch den PC recht lästig hoch- und runterfahren. Auf der Switch ist das nicht so. Hier drücken wir einen Knopf und es geht direkt weiter – ohne Umschweife, ohne Einloggen, ohne sich zu viele Gedanken zu machen, wo man denn das letzte Mal gespeichert hat. Der DHL-Mann klingelt? Kein Problem. Der kann das Päckchen beim Nachbarn abgeben, solange ich meinen Boss mache 😉

So muss jeder für sich entscheiden, welche Plattform ihm lieb ist oder aber auch welcher Preis für ein 4 Jahre altes Spiel angemessen ist. The Witcher 3 bleibt ein bislang unerreichter Meilenstein der Rollenspiel-Geschichte, doch verlieren Spiele im Laufe der Zeit nicht nur an Reiz, sondern auch an Preis. Die Switch-Version des Spiels wird lange Zeit nicht günstiger werden, außer man findet ein außergewöhnliches Angebot. Die PS4 und Xbox-Version bekommt man teils in der Wühlkiste bei Saturn für einen Schnapper und PC-Spiele haben in der Regel eh keinen Wert mehr. Doch sieht man über den preislichen Wert des Spiels hinaus, über den Wiederspielwert und auch Grafikwert, bleibt nur noch das eigene Belieben nach Plattformen. Welche Plattform hat man, welche Plattform mag man und wo hat man am meisten Zeit, um dieses Spieleerlebnis zu erfahren.

Ich habe es mir auf allen Plattformen geholt und bislang hat mich keine Plattform enttäuscht. Spaß hat es auf der Nintendo Switch allemal gemacht und ich werde es auch weiterspielen, denn auch ein Windows-Update kann mal so lange dauern, dass es Zeit für The Witcher ist.

Tags:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.