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The Outer Worlds – Ein Fallout, das wir niemals bekommen haben

Was macht ein post-apokalyptisches Epos aus? In Fallout war diese Frage immer schnell beantwortet: Die Welt ist kaputt, die Menschen sind kaputt und der eigene Charakter ist zumindest mental ziemlich kaputt.

The Outer Worlds ist dabei nicht wirklich post-apokalyptisch. Wir sprechen nicht vom totalen Atomkrieg und müssen uns auch nicht mit Strahlung auseinandersetzen. In The Outer Worlds geht es vielmehr darum, eine für die Menschen schädliche Weltherrschaft Einhalt zu gebieten. Immer mehr Menschen sterben aufgrund zu wenig Nahrung, schlechter Behandlung und generell wird so ziemlich jeder auf jedem Planeten versklavt. Jeder Planet hat dabei seine eigenen Probleme, die über das typische Hol-Mir-10-Davon hinausgehen. Direkt auf der ersten Welt werden Menschen als Arbeiter versklavt, bekommen kaum bis keine Medizin gegen die Pest und haben in ihrem Leben noch nichts anderes als Thunfisch aus der Dose zu Gesicht bekommen. Ein paar Rebellen haben sich einen Garten aufgebaut und nutzen Strom, der natürlich für die Hauptstadt geeigneter scheint.

Und so macht sich unser unfreiwilliger Held, der aus dem Kryo-Schlaf von einem verrückten Professor erweckt wurde, auf den Weg, nicht nur einen Planeten vor den bösen Menschen zu retten, sondern alle Menschen – nun gut, vielleicht nicht wirklich alle. Immerhin gibt es einige Plünderer, die ihr Leben damit verwirkt haben, böse zu sein.

Unschuldig ist unser Charakter aber auch nicht. Wir können Schlösser knacken, stehlen und lügen. Manches können wir im Laufe des Spiels besser und bekommen, was wir uns wünschen. Anderes können wir schneller und da reicht manchmal nur der Griff zur Waffe. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten: Mit Engelszunge können wir Charakteren weiß machen, dass wir ihnen nur helfen möchten und bekommen wieder das, was unser Herz begehrt. Wir retten einen Seuchen verseuchten Bürger und dieser hilft uns mit einer Zahlung dabei, einen Auftrag zu erfüllen. Mit den richtigen Dialogoptionen gibt er uns nicht nur, was er so rumfliegen hat, sondern auch seine letzten Bitcoins, die er bei sich trägt – das Leben ist halt kostbar.

Im Trailer schien es zuvor so, dass sich das Spiel auf seinem Humor ausruhe. Das Spiel hat bislang sehr viel Humor, die Charaktere sind sehr stark und mit Vorurteilen behaftet ausgeprägt. aber dennoch spiegelt das Spiel auch einen gewissen Ernst der Lage wider. Menschen in Not und dennoch seinen eigenen Interessen nachzugehen, Konsequenzen heraufzubeschwören, wenn man eine knallharte Entscheidung treffen soll und aber auch Aufträge anzunehmen und zu erfüllen, die nicht immer so koscher sind, um seine Ausrüstung aufzubessern, sind nur einige der Tätigkeiten im Spiel, mit denen man sich erst einmal auseinandersetzen muss.

Was sehr viel Spaß macht, ist dabei das Leveln. Man levelt recht flott alle 20 Minuten, bekommt Punkte, die man gut verteilen kann und auf seinen eigenen Spielstil auslegen kann und kann sich dann sogar noch Vorteile nach jedem zweiten (!) Level-Up erspielen. Diese können Gesundheitsupgrades sein oder aber auch unseren Begleitern Erfahrungspunkte-Boosts geben.

Unsere Begleiter sind dabei recht nützlich. Auch sie können sich Vorteile erspielen (noch mehr leveln, yay!). Manche haben dann mehr Gesundheit, helfen beim Hacken oder sind einfach nur wunderbare Kugelschwämme, die vor uns her laufen und die Gegner austricksen, während wir uns gemütlich auf unsere Sniper-Position begeben und die Gegner nach und nach eliminieren.

Fazit:

Nach knapp 4 Spielstunden muss ich doch sagen, dass The Outer Worlds einen guten und soliden Eindruck macht. Die Welt ist wunderschön gefüllt mit Flora, Fauna, Gegnern und Loot. Die Begleiter und auch ihre Missionen erinnern stark an Fallout, genauso wie die Art des Humors, die Waffenhaltung, die Skill-Verteilung,.. und das muss nicht schlecht sein. Ganz frech gesagt, könnte man The Outer Worlds als eine Mischung aus Mass Effect: Andromeda (dem guten, kleinen Teil davon) und Fallout 4 sehen. Denn so hätte ein Fallout im Weltall aussehen können, hätte man sich gegen dieses Online-Gedöns entschieden, das eh keiner haben wollte.

Dennoch ist The Outer Worlds etwas Eigenes. Es gibt sehr viel Liebe zum Detail, im großen Teil spannende Dialoge und auch sehr viele verrückte Charakter, die nur durch verrückte Waffen und vor allem verrückte Finisher getoppt wird.

Als Game Pass-Titel ist The Outer Worlds ein absolutes Muss. Als vollwertiger und vollpreisiger Titel würde ich allerdings vorsichtiger formulieren: Es kommen ja diesen Monat nicht so viele gute Nicht-Indie-Spiele heraus, mal abgesehen von Call of Duty: Modern Warfare, weshalb ein Blick auf das Spiel nicht schaden könnte.

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