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Planescape: Torment – Qualen auf der Switch

Es gibt nun schon einige Spiele, die im Nachhinein für das beliebte Handheld erschienen sind. Manchmal handelt es sich dabei um ein recht modernes Spiel, wie etwa Overwatch, manchmal sind es aber auch die ganz alten Titel, die das Licht der Welt noch auf keiner anderen Nintendo-Konsole erblickt haben.

Planescape: Torment ist eines von vier Spielen, die diesem Muster folgen:

  • Baldur’s Gate 1&2
  • Icewind Dale.

Die Frage, die sich bei Spielen stellt, die vor oder genau 2000 erschienen sind, ist meist, ob es sich dabei nur um Fan-Gewäsch handelt, oder eben Spieler, welche das Spiel noch nie gespielt haben, ebenfalls in den Genuss eines guten Adventures, eines Rollenspiels, kommen können. Die ersten drei Titel, wobei Icewind Dale etwas später erschienen ist, erfüllen dabei das Fantasy Genre und bedienen sich eifrig an der sehr guten Vorlage von Dungeons und Dragons.

Anders verhält es sich aber mit dem SciFi-Abenteuer Planescape.

Hier schlüpfen wir in die Rolle eines vermeintlichen Zombies. Wahrscheinlich war man schon einmal tot, vielleicht steckt aber auch mehr dahinter. Kaum sind die toten Augen geöffnet, erfreut uns auch schon ein schwebender Schädel mit seiner Gesellschaft. Morte ist sein Name und er vermag gerne zu scherzen.

Wir haben Fragen. Wir kennen unseren Namen im Gegensatz zum ständig sprechenden Schädel nicht. Die Erinnerungen gilt es sich also nach und nach zurückzuholen. Auf diesem Wege finden wir immer wieder neue Geheimnisse und auch Untote. Gerade zu Beginn treffen wir sogenannte Staubmenschen, welche Leichen wiederauferstehen lassen, um sie als billige Arbeitskräfte auszunutzen. Wir töten natürlich nur die männlichen Zombies, immerhin braucht Morte eventuell in seinem Grab noch Gesellschaft.

Doch auch einzelne Körperteile erscheinen wichtig. Manche Zombies haben Schlüssel, manche tragen sie offen in der Hand, sodass der Spieler entscheidet, wie er an die Sache herangeht. Natürlich kann man einfach alles töten, wobei natürlich bei einem Spiel von 2000 nicht wirklich natürlich, sondern schon sehr fortgeschritten ist.

Um aber nicht zu viel vorweg zu nehmen, da das Spiel einen sehr großen Fokus auf die Geschichte setzt, belassen wir es an dieser Stelle einmal dabei.

Planescape: Torment ist ein Remaster, d.h. es wurden alte Umgebungen, Charaktermodelle und Texte genutzt, diese noch einmal auf eine höhere Auflösung gesetzt und für die Switch “übersetzt”.

Die Grafik bleibt fast dieselbe und ist für heutige Standards teils erschreckend. Je länger man aber spielt, desto weniger fällt einem diese auf. Man taucht sehr schnell in diese Welten ein und lernt die Pixelhässlichkeiten schnell zu übersehen. Was nicht da ist oder nicht erkannt werden kann, baut das eigene Gehirn nach und es sieht dann so aus, wie man es sich eben vorstellt.

Das Gameplay an sich ist ehrlich gesagt schon schwierigere Kost. Man steuert die Charaktere nicht direkt, man gibt ihnen lediglich die Richtung und den Gegner vor. Dann gibt es ein paar Angriffe, die ausgewürfelt werden. Manchmal führt es dazu, dass eben nichts passiert. Held und Feind stehen sich gegenüber und fuchteln mit ihren Waffen des Todes die Luft des anderen hinfort, treffen ihn aber zum Verrecken nicht.

Die kämpfe werden also schnell langweilig, sorgen aber auch dafür, dass man sich bei den Entscheidungen anders autobt. Hätte man in einem Prügelspiel die Option, seinem Gegner einfach so eine reinzuhauen, überlegt man sich diesen Ansatz in Planescape zweimal. Vielleicht sucht man doch den Schlüssel, vielleicht geht man die Wendetreppe noch einmal hoch, vielleicht redet man noch einmal mit dieser Person, die angeblich nicht sprechen kann… mit dem Kopf durch die Wand ist immer eine Lösung!

Doch kann man das Spiel einfach so empfehlen?

Fazit:

Alle vier Neuauflagen haben etwas für sich. Fans, welche die Spiele bereits kennen, dürften ihren Spaß daran finden, was sie sich so anders ausgemalt haben. Was hat man die Spiele doch in den Himmel gelobt.. und nun das. Anderseits zeigen sie den Ursprung heutiger Spiele. Sie sind raffiniert geschrieben, strotzen vor Emotionen und entführen den Spieler in eine eigens gefertigte Welt. Doch reicht das aus, um gut zu sein?

Das muss jeder für sich entscheiden. Die Spiele können Spaß machen, doch können sie nicht unbedingt mit neuen Blockbuster-Titeln mithalten, zumindest nicht was Grafik und Gameplay angeht. Viele Story-Elemente wirken geklaut oder bekannt, weil sie eben von anderen Spielen übernommen wurden. Planescape ist und bleibt das Erste seiner Art und sollte auch dafür gewürdigt werden.

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