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Neverwinter Nights – Das Remaster für die Switch im Test

Am 18. Juni 2002 erschien Neverwinter Nights, eines der ersten Spiele des Rollenspielmagnats BioWare aus dem Hause EA. Wie oft hört man doch von Rollenspielveteranen, dass früher alles besser war, die Geschichten intensiver und das Gameplay ausgefuchster..

Falsch gedacht, denn es gibt Spiele wie Neverwinter Nights, die dem Spieler genau das geben, was man an Vorurteilen gegenüber einem Spiel vor gut 18 Jahren haben kann:

Grafik

Das Spiel wurde zwar leicht remastered, aber seien wir einmal ehrlich. Das Spiel kann nicht mit neuen Spielen mithalten und ist aufgrund seiner damals noch neuen Polygon-3D-Technik heute alles andere als auf einem neuen ansehlichen Stand. Die Figuren sind stark kantig, die Umgebung trist in Grau- und weniger Grautönen gehalten und alles sieht altbacken aus.

Die Schrift ist verschwommen, klein und nicht so gut zu lesen, gerade dann nicht, wenn man es im Handheld-Modus spielt

Nun gut, das Spiel hat nun auch ein gewisses Alter und viel kann man da in einem Remaster auch nicht rausholen. Es ist ja auch kein Remake, wie es zum Beispiel Final Fantasy VII sein möchte.

Performanz

Was ist schlimmer als ein Spiel, dessen Grafik nicht ganz so toll aussieht? Ganz klar: Ein Spiel, das schlecht aussieht und dann auch noch bis zum Erbrechen ruckelt. Im Gegensatz zu Baldur’s Gate und Co. kann die Framerate so gut wie gar nicht auf 30 FPS gehalten werden.

Menü

Auch wenn es nun wie eine Hasstirade klingt, die einfach nicht abklingen möchte: Das Menü und die Inventarführung sind leider nicht gut gelungen. Sie halten sich noch zu nah an der PC-Version und ein Radialmenü in einem Radialmenü in einem weiteren Radialmenü, um in Kämpfen seine Zauber gegen Feinde zu schleudern, macht an sich wenig Spaß und sorgt in heiklen Situation schon einmal für den ein oder anderen Tod.

Geschichtenerzählung

Wenn die Grafik nicht so möchte und das Gameplay nicht so viel Spaß macht, wie es vielleicht vor 18 Jahren noch der Fall war, kann man sich ja immer noch darauf stützen, dass die Geschichte gut ist, denn früher war ja alles besser.

An sich kann man diesen Punkt nicht wirklich bestreiten. Neverwinter Nights entführt einen in eine dystopische Welt. Es geht um eine letzte verbliebene Stadt namens Neverwinter, die in einer monsterträchtigen und schwierigen Umgebung ihr Überleben sichern muss. Eines Tages bricht in dieser Stadt eine Pest aus, die eine Großzahl der Bevölkerung hinrafft. Die einzige Hoffnung, wenn Medizin und Heilzauberkräfte keine Chance mehr bieten ist also, einen Helden zu finden, der die Ursache der Pest herausfindet und beseitigt.

Die Geschichte verzweigt sich noch einige Male und es gibt auch einige Nebenaktivitäten, welche nicht nur die Stadt und ihre Umgebung, sondern auch die Hauptgeschichte mit Leben füllt.

Dialoge und Konsequenzen

BioWare ist ein Studio, das sich Konsequenzen quasi mit in den Firmennamen geschrieben hat. Ob nun Dragon Age oder Mass Effect, es gab immer Entscheidungen, die der gemeine Videospielspieler treffen musste. Manche Entscheidungen sind dabei einfach und bestimmen lediglich die Reihenfolge der Themen, die besprochen werden, ganz nach dem Motto: Erst erzählst du mir was über meine Zauberstab, dann über das Monster hinter dem Berg dort.

Andere Entscheidungen verlangen schon etwas mehr ab, doch veränderten sie früher noch nicht so viel vom Geschehen wie heute.

Fazit

Eine einfache Kaufempfehlung ist hier leider nicht auszusprechen. Zum einen könnte das Spiel jedem Spaß machen, der es noch kennt und einfach unterwegs mal wieder zocken möchte. Dann muss aber abgewogen werden, wie viel dieser Spaß denn kosten darf. Bei einem Kostenpunkt von knapp 50 Euro, und für den Preis bekommt man schon Baldur’s Gate 1&2 mit allen DLCs, sollte wirklich überdacht werden, wie sehr man es spielen möchte – oder eben auf einen Sale warten.

Spieler, die Neverwinter Nights noch nicht kennen und dies einmal ausprobieren möchten, weil sie wissen möchten, woher die heutigen Spiele kommen und wie sie beeinflusst wurden, sollten auch lieber auf eine Aktion warten.

Spieler, die lediglich an Rollenspielen interessiert sind und vielleicht sogar Dragon Age, Baldur’s Gate oder Mass Effect gespielt haben, könnten teils enttäuscht werden. Nicht, weil das Spiel nicht gut ist, sondern weil es einfach nicht so viel von den Sachen liefert, welche die anderen Spiele so gut gemacht haben: Story, Charakterentwicklung, Grafik, …

Insgesamt ist Neverwinter Nights eine schöne Beschäftigung, doch als richtiges Videospiel und gerade in Anbetracht des Preises und der Konkurrenz muss es noch einiges mehr liefern, um wirklich zu überzeugen.

 

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