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Atelier Shallie: Alchemists of the Dusk Sea DX

Die berühmt berüchtigte Videospielreihe Atelier findet zumindest mit Atelier Shallie: Alchemists of the Dusk Sea DX ein Ende, denn Atelier Shallie ist der letzte Teil dieser Trilogie.

2014 erschien Atelier Shallie erstmalig auf der PS3. Seitdem hat sich im JRPG-Universum einiges getan und mittlerweile kann man von der Atelier-Reihe “nur noch” von einem JRPG-Lite sprechen.

Das mag sich erst einmal komisch anhören, denn was kann an einem JRPG “Lite” sein? Doch gehen wir das Ganze mal Schritt für Schritt durch.

Story

Die Atelier-Serie lebt von ihren Geschichten und je mehr man davon im Vorhinein erfährt, desto frustrierender das Erlebnis. Deshalb fassen wir uns an dieser Stelle besonders kurz: In Atelier Shallie kann man in die Rolle einer Shallie schlüpfen. Es gibt zwei Shallies: Shallotte und Shallistera. Beide verfolgen ihre eigene Geschichte, wobei die eine aus eher normalen Umständen kommt und die andere etwas besser betucht ist. Beide haben sehr einfache, dafür aber ausgeprägte Charaktertypen. Der Grundbaustein beider Geschichten ist die langsame Dürre. Immer mehr Seen und Gewässer trocknen aus, Tiere sterben, Lebensraum geht zu Neige und die Menschen müssen sich etwas Neues einfallen lassen.

Shallisteras Dorf beispielsweise ist besonders stark betroffen, daher möchte sie herausfinden, was zu dieser Dürre geführt hat.

Neben den beiden Hauptstängen, die ihre eigenen Cut-Scenes, ihr eigenes Ende und generell zwei unterschiedliche Spiele darstellen könnten, gibt es einige Nebenquests, die dem Ganzen Leben einhauchen. Natürlich sind es Sammel- und Such-Quests.

Gameplay

Ein Atelier wäre kein Atelier, wenn es sich nicht hauptsächlich um die Arbeit am Kessel handeln würde. Alchemie ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil der Videospielreihe und wird auch nicht langweilig. Es gilt in Regionen so viele Zutaten wie möglich zu sammeln, um diese dann zu verwerten, zu modifizieren und zu neuen Gegenständen zu basteln. Manches ist für die Heilung, manches für den brachialen Kampfeinsatz.

Der Kampf indes besteht wieder aus guter alter Rundenstrategie. Nacheinander dürfen Zaubersprüche, Hammerschläge und Bomben ausgetauscht werden, um Feinde zu bezwingen. Dies geht dieses Mal sogar in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden, sodass auch Spieler, die rein die Story genießen möchten, nicht allzu sehr gefordert werden. Kenner der Reihe können es sich besonders schwer machen, um größtmöglich gefordert zu werden.

Reden ist weiterhin Hauptaugenmerk der Atelier-Reihe bzw. eines jeden JRPGs. Man kann mit fast jedem NPC sprechen, man bespricht sich mit seinen Kameraden und kommt so nach und nach an neue Quests und Ereignisse. Die Dialoge sind dabei gut geschrieben und es wird auch nicht langweilig.

Performanz und Grafik

Es handelt sich um ein Remaster, das bedeutet, dass es etwas besser als früher aussieht, aber noch nicht wirklich gut. Wobei man hier auch Abstriche machen muss: Zwar sehen Umgebungen etwas altbacken aus, die Charaktere aber sehen dafür umso besser aus. Es ist ein recht zeitloser 2D-Anime-Look, der zwar auch in die Jahre kommen kann, aber nicht für Sehschwächen wie zum Beispiel bei einem alten BioWare-Spiel sorgt.

Die Performance hatte leider in meinen Spieldurchgängen einige Einbußen. Oft waren es nur kleinere Ruckler, die auch schnell wieder vergingen, doch lief das Spiel nicht einwandfrei.

Fazit:

Atelier macht nach all den Jahren zwar immer noch alles richtig, wenn man denn davon ausgeht, dass der jeweilige Spieler sehr gerne Dialogen folgt, mit leichter Musik im Hintegrund auf Pflanzenjagd und Monsterschau geht – oder war es andersherum?

Bei einem JRPG geht es meist um eine Heldengeschichte. Zwar sind beide “Heldinnen” auf einem guten Weg dahin, doch ist es nicht so stark überzeichnet, dass man wirklich von einer Heldentat sprechen kann. Die taktischen Einlagen sind zwar gut präsentiert, doch fehlt es ihnen an taktischer Tiefe. Oft sind Kämpfe sehr schnell mit wenig Aufwand bestritten und die KI hilft, wo sie auch nur kann.

Lite ist in diesem Falle kein Schimpfwort, auch soll es das Spiel nicht als weniger einstufen als es ist, doch soll es für Neulinge ein Anhaltspunkt sein, auf was sie sich einlassen. In anderen JRPGs muss man sich stundenlang einlesen, was man da überhaupt tun muss, man muss auf sehr viele Boni, Statusveränderungen und mehr achten und sich regelmäßig um Rüstungen und Waffen kümmern. Das gibt es hier zwar auch, doch es ist handlicher, zugänglicher und das Hauptgefühl am Ende eines jeden Spieltages ist nicht Erschöpfung durch harte Boss-Battles, sondern eine Art von Relaxt. Man fühlt sich nach dem Spielen ausgeruht und Aggressionen des Alltags können sogar komplett verschwinden.

 

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