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The Coma 2: Vicious Sister – Kleiner Grusel für zwischendurch

Am 28. Januar ist Coma 2: Vicious Sister für PC, Mac und Linux erschienen. Für 14,99€ ist das kleine Survival-Horror-Adventure von Devespresso Games erhältlich. Der Release der Konsolenversion (Xbox, Playstation, Switch) ist für das 1. Quartal 2020 angesetzt. Wir haben für euch einen Blick in Minas Kampf gegen die dunklen Mächte einer noch dunkleren Welt gewagt. 

 

Story

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Mina

Minas bester Freund Youngho ist vor drei Wochen aus unerklärbaren Gründen ins Koma gefallen. Er wacht einfach nicht mehr auf. Seitdem plagen Mina Albträume.

Das Spiel startet in der Sehwa-High School. Dort werden wir durch einen scheinbar normalen Schultag geführt. Nach der letzten Stunde ist Mina die letzte im Gang. Vermeintlich. Sie entdeckt ihren Klassenkamerad Seho, der in einer Abstellkammer verschwindet. Sie folgt ihm, aber er ist nicht mehr zu finden. Die Wände der Abstellkammer sind mit seltsamen Zeichen beschmiert, durch ein Fenster strahlt das Licht des blutroten Mondes und ein seltsames Buch liegt auf einem der Tische. Sobald sie das Buch näher untersucht, wird Mina unglaublich müde und fällt in einen tiefen Schlaf. Als sie wieder erwacht, ist die Schule nicht mehr dieselbe. Überall sind grausige, blutige Kritzeleien, komisches Zeug wuchert durch die Wände und Treppenhäuser und überall liegen die verzerrten, seltsam verdrehten und teils ebenfalls überwucherten Leichen von Schülern. Minas ultimatives Ziel ist es nun, diese seltsame Welt zu verlassen. Aber das ist nicht ganz so einfach, denn es wimmelt von Gefahren. Insbesondere die entstellte, blutrünstige Version ihrer Lieblingslehrerin, die ihr dicht auf den Fersen ist und sie bei jeder Gelegenheit umbringen will.

 

Gameplay

In dem Spiel bewegt man sich in einer 2D-Ansicht durch die Flure der jeweiligen Orte, an denen man sich gerade befindet. Dabei kann man in der PC-Version entweder die Tastatur oder einen Controller verwenden.

Relativ am Anfang des Spiels erhält man ein Feuerzeug, das in der dunklen Welt von Coma Licht spendet. Mit vielen Gegenstände kann man ohne Licht nicht interagieren. Dazu zählen unter anderem auch die Itemboxen, die auf dem Boden verteilt sind. In diesen befinden sich beispielsweise Heilitems, Staminaauffüller oder Geld, um an den rar verstreuten Automaten Items zu kaufen, falls das Gewünschte nicht mehr in einer Box zu finden ist. Dabei ist allerdings auch zu beachten, dass das Inventar nur vier Items und ein Pfefferspray gleichzeitig fassen kann. Man muss somit bedenken, was man jederzeit griffbereit haben will. Im Verlauf des Spiels erhalten wir noch eine weitere Methode, um bestimmte Kisten zu öffnen und kleinere Gegner zu verbrennen. Diese Streichhölzer sind nicht unendlich nutzbar, sondern brauchen sich langsam auf. 

Auch wichtige Nebeninformationen zur Geschichte des Spiels sind nur mit dem Feuerzeug aufhebbar. Über das ganze Spiel sind Notizen verteilt, die zum aktuellen Kapitel oder der Vorgeschichte Informationsschnipsel liefern. Wenn man alle Notizen sammelt, hat man einen tieferen Einblick in die Geschichte des Spiels.  

Mit unserem treuen, Gegner anziehenden Feuerzeug durch die Flure rennen, um nicht von irgendwas getroffen zu werden… Bis die Stamina aufgebraucht ist natürlich.

 

Einer der wichtigsten Aspekte des Spiels ist das Wegrennen und Verstecken vor Gegnern, die einen mit einem Schlag töten können. Über die Gebiete verteilt gibt es viele Tische, Spinde und andere Verstecke. Sobald man verfolgt wird, muss man schnell zu einem dieser Orte. Je nachdem, ob der Gegner folgt, muss anschließend eine Kombination von Richtungstasten gedrückt werden, damit man seinen Atem weiterhin anhält und der Gegner einen nicht im Versteck entdeckt. Dies muss dann so lange gemacht werden, bis der Gegner keine Lust mehr auf Suchen hat und verschwindet. 

Die Quicktime-Events sind teilweise relativ schnell und schwierig. Bloß nicht die falsche Taste drücken!

 

Das Spiel ist in mehrere Kapitel aufgeteilt. In jedem hat man die Möglichkeit, etwas zu basteln, das einem am Ende des jeweiligen Kapitels davor bewahrt, einen seiner anfänglich fünf Lebenspunkte zu verlieren. Allerdings wird das Basteln dieser Hilfsmittel von Kapitel zu Kapitel schwieriger und langwieriger. Das liegt einerseits an den Rätseln selber und andererseits daran, dass die Karten teilweise so groß und unübersichtlich werden, dass man nicht genau weiß, wie man genau zu einem bestimmten Ort gelangt. Wenn man vorsichtig spielt und oft an einem der spärlich verteilten Speicherbücher seinen Fortschritt sichert, kann man aber auch mit weniger Lebenspunkten gut durch das Spiel kommen. 

Das Ziel des Spielers in jedem der Abschnitte ist entweder das Finden eines wichtigen Gegenstandes oder das Entkommen von dem jeweiligen Ort. Dabei wird man durch einige Nebencharaktere und Zwischensequenzen geleitet. 

 

Grafik & Musik

Wo wir schon bei den Zwischensequenzen und Charakteren sind… Diese sind in einem einheitlichen, leicht gore-angehauchten Comic-Stil gehalten. Dabei ist wenig Unterschied zwischen den Zwischensequenzen und dem Spiel zu finden. Die Stimmung ist düster und alles ist relativ dunkel gehalten. Selbst die Orte, an denen Licht vorhanden ist, wirken unbehaglich. Somit herrscht durchgängig eine angespannte Atmosphäre, die auch durch die Musik (oder das Nicht-Vorhandensein dieser) untermalt wird. 

Ausschnitt aus einer der ersten Zwischensequenzen –  Smile for the Camera.

 

Fazit

Ich hatte noch nicht viel von dem Spiel gehört und somit auch nicht den Vorgänger gespielt. Somit bin ich ganz grün hinter den Ohren in das Spiel gestartet. Erster Eindruck war: Ganz nett, vielleicht kriegen mich die paar Jump-Scares ja ab und an doch mal. 

Da ich auch nicht wusste, was storytechnisch auf mich zukommt, war ich sehr positiv überrascht. Die Geschichte ist gut erzählt und trotz ein paar offener Fragen relativ schlüssig. Insbesondere, wenn man alle Notizen so akribisch zusammensammelt, wie ich das getan habe. Das Spiel ist allerdings nichts für Lesefaule. Es ist kaum vertont und baut auf Textkästchen auf. Viel Leserei also.

Außerdem sollte beachtet werden, dass die Quicktime-Events sehr redundant und sehr nervig werden können. Persönlich würde ich das Spielen mit dem Controller empfehlen. Allerdings muss man dabei beachten, dass das Auswählen der Items aus dem Inventar dabei etwas hakelig ist. Zum Glück kann man aber auch beide Steuerungen kombinieren und somit eben die Tastatur benutzen. 

Allerdings finde ich, dass man dem Spiel eine Chance geben sollte, weil es gute Arbeit beim Schaffen einer leicht unangenehmen, angespannten Atmosphäre leistet. Wirklich gegruselt habe ich mich allerdings nicht… Aber ich wollte trotzdem unbedingt wissen, wie es zu Ende geht. Auch, wenn ich Stellenweise eine Pause von dem Spiel brauchte, weil irgendwas Frustrierendes auf mich geworfen wurde. 

Mit “The Coma 2: Vicious Sister” erhält man ungefähr acht Stunden semi-grusel mit passender Grafik. Wenn man sich nicht vor ein bisschen Lesearbeit scheut und etwas affiner mit Quicktime-Events ist, kann man durchaus einen Blick in das Spiel werfen. 

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