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Shadow of the Colossus – Rückblickend

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Ich weiß noch wie ich nachmittags beim Kumpel zu Hause war und die Gamepro frisch eintraf. Zu dieser Zeit lagen den Zeitschriften noch DVDs bei, um sich sämtliche Trailer, Reviews, Previews und weiß der Kuckuck anzuschauen. Da waren auch diese peinlich schlechten Soap ähnlichen irgendwas Sendungen/Shows dabei. Kennt noch einer zum Beispiel Raumschiff Gamestar? Videospielgott bewahre …

Auf jeden Fall befand sich auf dieser DVD ein Trailer zu Shadow of the Colossus. Es hat sofort “zoom” gemacht, würde ich einen bekannten deutschen Schlagerhit zitieren wollen. Ein Typ auf einem Pferd und mitunter Hochhaus hohe Kolosse?! Shut up and take my money! Ich war Feuer und Flamme. Schwert und Bogen. Ich wollte es einfach sofort haben. Und so kam es dann auch am 14.02.06.

10 Jahre und etwas mehr als 6 Monate ist es nun her, als ich mich mit Wander auf die Reise begab um Mono zu retten. In welcher Beziehung die beiden zu einander standen, weiß ich bis heute nicht. Aber Wander war mutig und fest entschlossen, also half ich ihm. Koste es was es wolle.

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Kennt es jemand nicht? Dann helfe ich kurz und erzähle ein wenig zur Geschichte. Wirklich viel ist aber nicht bekannt. Lord Emon verurteilte Mono zum Tode, sie sei verflucht heißt es. Im verbotenen Land Dormin soll es eine Möglichkeit geben, Tote in das Reich der lebenden zurückzuführen. Deshalb hat Wander sie dorthin gebracht. Kurz nach Eintreffen in einem heiligen Tempel wird Wander von einer düsteren Stimme bedroht, die ihm gleichzeitig offenbart, welch mächtiges Schwert er besitzt. Das Wander nicht auf eine ehrliche Weise an das Schwert gekommen ist, bezahlt er am Ende teuer. Im Grunde ist das alles.

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Shadow of the Colossus lebt bis heute davon und fasziniert mich immer wieder. Es liegt zwar schon einige Jahre zurück und ich habe es schon länger nicht mehr gespielt, aber ich erinnere mich an jeden Koloss und wie intensiv die Suche nach Ihnen war. Wie aufregend und spannend die Kämpfe waren. Wie ich die Riesen mit Pfeil und Bogen aufmerksam auf mich gemacht habe. Wie sehr mein Blick die Konditionsanzeige fixierte und wie lange ich manchmal brauchte, um herauszufinden, wo sich die Schwachstellen befanden und wie ich sie erreiche. Das alles wurde manchmal mit rein gar nichts untermalt und viele andere male mit wunderschöner Musik. Beides trug zur dichten Atmosphäre bei.

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Es zog mich hinein. Wieder und wieder. Mit einem damaligen Freund, spielte ich es an einem Abend und in einer Nacht durch. Ich konnte es auswendig und doch war ich am Ende jedes mal aufs neue traurig. Das war neu für mich. Shadow of the Colossus schaffte es als erstes Spiel, mich auf einer völlig neuen Ebene als Videospieler zu erreichen. Bei vielen anderen Spielen war es der Triumph über die schnellste Zeit, die meisten Tore oder einfach nur grandiose actiongeladene Unterhaltung. Hier, fühlte ich mit und konnte den Abspann nicht ändern. Egal wie schnell oder gut ich war. Mono und Wander verloren sich.

Wer noch eine PS2 sein eigen nennt und es in einem guten Zustand haben möchte, muss etwas tiefer in die Tasche greifen. Nicht ganz so tief und etwas schicker kommt die Remastered Version für die PS3 daher. Das Spiel lohnt sich – auch heute noch. Und wer es nicht gespielt hat, der sollte es wirklich nachholen. Gerade dann, wenn man The Last Guardian, trotz Verschiebung ins Auge gefasst hat.

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2 comments

  1. Ein wirklich einzigartiges Spiel und auch eins der seltenen echten Kunstwerke unter den Videospielen. Der Großartige Soundtrack verdiehnt meiner meinung nach auch besondere beachtung. Ein beispiel dafür wäre ( ich glaube ) Koloss Nr. 3, der mit dem Schwert. Hier ändert sich die stimmung der musik schlagartig in dem moment, wo man den weg endeckt hat, ein toller moment der mir bis heute in erinnerung geblieben ist ( song name übrigens “the opened way” ).
    Bei jedem besiegten Koloss fühlte ich mich schlechter und schlechter, ich kann wirklich nicht sagen das ich spass daran hatte und dennoch war das spiel eine erfahrung die ich nicht missen möchte. sehr mutig von dem team ico wie ich finde.
    natürlich freue ich mich riesig auf the last guardian und von mir aus kann es noch jahre dauern bis es erscheint. die sollen sich soviel zeit nehmen wie sie brauchen, kunst kennt kein verfallsdatum und ist auch nicht von hype’s abhängig.
    Danke für den, etwas kurzen, aber tollen Artikel.

    1. Hi FreqGoesDown! Ich hatte mich tatsächlich schon gefragt ob du noch hin und wieder hier vorbeischaust! Vielen Dank für deine Antwort. Und ja, du hast Recht das der Artikel recht kurz geraten ist – aber ich war mir nicht ganz sicher, ob ich denn noch mehr schreiben soll?! Gerade weil man im Grunde so wenig weiß, würde es viel vom Spiel nehmen. Und natürlich hätte ich noch etwas zu den einzelnen Bossen schreiben können, aber auch da das gleiche. Und Gaius, so heißt Koloss Nr. 3, war ein absoluter Traum. Als ich den Trailer damals sah und dann plötzlich selbst vor Ihm stand – mein ganzes Zimmer hat damals gebebt!

      Wir hören und lesen uns hoffentlich spätestens zu The Last Guardian hier wieder, gerne aber auch früher! 🙂

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