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Uncharted 4: A Thief’s End – Review

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Bereits zum Anfang des Jahres habe ich über meine Vorfreude des angeblich und endgültig letzten Uncharted-Titels geschrieben. Die Wartezeit bis zum Release war trotz Verschiebung auszuhalten … weil ich so die Chance hatte mich perfekt auf Teil vier vorzubereiten. Mit der Nathan Drake Collection warf ich Sony nochmals Geld in den schon vollen Hals und wurde wie schon Jahre zuvor bestens unterhalten. Keine Sekunde wirkte verschwendet oder dröge. Viel mehr war ich von der technischen Umsetzung begeistert. Knackigere Texturen, kein Tearing, verdammt fixe Ladezeiten, bessere Charaktermodelle und vor allem 60fps. Wie auch schon im HYPE Artikel geschrieben – wer noch immer nicht mit Uncharted in Kontakt getreten ist und auf einen passenden Moment wartet – dann spätestens jetzt. Noch länger zu warten wäre eine Beleidigung. Hier geht’s zum Artikel.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=hh5HV4iic1Y

Ich warne ausdrücklich vor möglichen und definitiven Spoilern! Hackt mir nicht die Finger ab. Los geht’s … Nathan hat sich zurückgezogen, verdient normales Geld und lebt sein Leben zusammen mit Elena. Schon dieses Bild sorgte für sentimentale Momente. Der Schusswechsel auf dem Dachboden, mit all den Verbindungen zu den vorherigen Teilen war dann die Kirsche auf einem Stück Schwarzwälder Kirschtorte. Jede verdammte einzelne Kirsche. Nach dem man dann alle Finger genüsslich abgeschleckt hat, klopft es plötzlich an der Tür. Der große Bruder ist zurück. Und der steckt in ungemütlichen Schwierigkeiten. Zusammen geht’s los um den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Ob es gelingt und wer möglicherweise so alles stirbt, wird nicht verraten …

Von New Orleans nach Italien, weiter nach Schottland und am Ende ins wunderschöne Madagaskar. Die Schauplätze sind abwechslungsreich, offener als je zuvor in einem Uncharted und vor allem ein absoluter Augenschmaus. Das ist Grafikpracht in Perfektion und Naughty Dog lässt mächtig die Grafikmuskeln spielen. Wie Arnold in seinen besten Zeiten mal drei. Der Spielfluss wurde des Öfteren von mir selbst unterbrochen und ich habe viele, viele, viele Minuten im Screenshotmodus verbracht. Explosionen, Ausblicke, Verfolgungsjagden, Schusswechsel, Sprünge und ach was weiß ich noch alles. Tolles Feature.

 

 

 

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Man reist, springt, rennt und fährt durch die verschiedenen Schauplätze und in Sachen Schusswechsel nimmt sich Nate ziemlich zurück. Auch das Aiming wurde deutlich überarbeitet und macht nun einen “realistischeren” Eindruck. Vom Gefühl sind die Kämpfe intensiver, dafür seltener und mehr in deiner Hand. Gegner können markiert werden, du schleichst dich von hinten an und selbst wenn dein Plan nicht aufgeht – die Gegner können dich auch wieder aus den Augen verlieren. Da kann man kurz den Bogen zu The Last of Us spannen. Denn jede Gameplay-Mechanik zeigt für mich eine Steigerung, die auf das Meisterwerk rund um Joel & Ellie ruht. Der Spielfluss profitiert davon massiv, wie schon genannt, sowie Interaktionen per Knopfruck sind dezent und fein in die Spielwelt eingebaut. Nur ein paar Beispiele die mir gefielen. Das Videospiele nicht nur von Ballereien und Klettereinlagen leben, wurde schon oft genug bewiesen. Allen voran Uncharted selbst und so auch mit dem neuesten Ableger. Ein deutlich ernsterer, fast schon melancholischer Grundton herrscht über die gesamte Spielzeit. Mag vielleicht auch an mir gelegen haben, da mir jede Minute unbewusst bewusst war, das es ja irgendwann aufhört. Wie auch immer Uncharted 4 unter Amy Henning und Justin Richmond geworden wäre – vielleicht erfahren wir das Gerüst ja in ein paar Jahren, interessieren würde es mich – ist der Wechsel auch beim Storytelling deutlich zu spüren. Sage ich so, ohne zu wissen wohin die Reise zuvor gegangen wäre.

Denn A Thief’s End ist ein Meisterwerk und ganz großes Kino. Mag die Geschichte rund um Captain Avery und seine Männer für die ein oder anderen nicht der erhoffte Knall gewesen sein, das ist nicht meine Meinung, so kann man nur dankbar den Hut vor den Menschen ziehen, die mit wahnsinnigem Gespür und Geschick die Dialoge geschrieben haben. Denn die Linien zwischen Videospiel und Film verschmelzen hier nahezu – und auch nur nahezu, weil ich vor und nach den Zwischensequenzen den Controller wieder mit meinen Daumen befeure. Ist es bei Cutscenes noch leichter die Charaktere in die passende Position zu bringen und das Worte auf den Punkt und passend kommen, so gelingt dies aber auch während des Spieles. Nate, Sam und Sully – alle anderen eingeschlossen – unterhalten sich so natürlich und homogen, sprechen von früher und erzählen von alten Abenteuern, das Sie sich sogar unterbrechen lassen, um dann im Anschluss vom letzten Erzählpunkt fortzufahren. Das fühlt sich überhaupt nicht abgespult, getriggert oder gezwungen notwendig an. Das kommt einfach. Wo bleibt also der abendfüllende Streifen?

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Und Eigentlich käme jetzt der Punkt, an dem ich mir vorgenommen hatte, noch über einzelne Kapitel zu schreiben und die, die mir besonders gut gefallen haben hervorzuheben und bla, bla, bla, bla, bla. Ich mach’s nicht. Weil ich einfach merke wie nachhaltig fasziniert ich vom Spiel bin und wie prägnant sich gewisse Parts ins Hirn gebrannt haben. Es wäre nicht fair das sich jemand auf so einem kleinen und belanglosen Blog groß spoilern lässt. Viel zu vieles im Spiel sollte man ganz unerfahren und neugierig erleben. Was ich aber machen kann – das Spiel empfehlen. Kauft es euch und taucht ein, weil es wieder mal unendlichen Spaß macht Nathan Drake zu sein. Um mich einfach mal selbst zu zitieren: “Lasst Nate von Klippen zu Hausdächern springen. Mir soll die Kinnlade auf den Tisch knallen. Das Magazin soll er leer feuern und den Rest mit Fäusten klären. Von brennenden Motorhauben aufs Motorrad springen und den Schwung der Explosion grinsend mitnehmen. Ich will riesengroße Skulpturen und mysteriöse Bauten sehen.” Das ist es geworden.

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