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WandaVision – Folge 9 “Das Serien-Finale”

Erstaunlich wie die Zeit vergeht, da haben wir Wochen, ach was sage schreibe ich da, Monate auf den Start der neuen Marvelserie WandaVision von Disney gewartet und nun sind wir schon beim Finale angekommen. Was war das für ein wilder Trip, voller Rätselraten und Theorien, wer hinter allem steckt und was uns noch erwartet. Am Ende war es eine Geschichte um Liebe, Trauer und die Bewältigung dieser Lebensphasen. Ich bin immer noch begeistert, dass Marvel diesen mutigen Schritt durchgezogen und uns mit dieser Serie ein ganz anderes Bild des MCU gezeigt hat. Nun aber Vorhang auf, für die letzte Vorstellung …

Die Folge knüpft ohne umschweife an das Ende aus Episode 8 an, Wanda (Elisabeth Olsen) und Agatha (Kathryn Hahnstehen sich immer noch auf der Straße gegenüber und Agatha hat Billy (Julian Hilliard) und Tommy (Jett Klyne) in ihrer Gewalt. Es ist nun mittlerweile deutlich, welche Absichten Agatha hat, sie will Wanda’s Magie um mächtiger zu werden. Agatha benutzt hierfür den gleichen Trick, den sie auch schon bei ihrer Hexenzunft angewendet hat. Sie entzieht Wanda mit jedem magischen Schlag ihre Energie und schwächt sie damit. Der plötzliche Auftritt von White Vision erleichtert die Angelegenheit natürlich nicht! Zum Glück kann unser Vision Wanda aus dieser Situation retten und nun kämpfen sie gemeinsam für ihr Zuhause.

Nun wird leider auch eine von mir sehr gehypte Theorie nicht nur Wiederlegt, nein, sie wird regelrecht pulverisiert. Wir sehen Monica (Teyonah Parris) und Quicksilver (Evan Peters) in seiner Männerhöhle. Monica versucht aus dem Zimmer zu fliehen, was Pietro aber zu verhindern weiß. Aber he, Monica ist nicht umsonst bei einer mega geheimen Bundesbehörde, wenn sie nicht auch ein paar Tricks auf Lager hätte und somit überwältigt sie den Speedster im Handumdrehen. Monica findet heraus, dass es sich bei Quicksilver nicht um die Version aus den X-Men Filmen handelt, sondern einfach um einen gewöhnlichen Schauspieler, der von Agatha benutzt wurde. By the Way – Ralph. Tja, meine Freunde was soll ich euch sagen, da wurden wir von Marvel wohl heftig getrollt … oder?

Vergessen wir aber ganz schnell diese Gedanken und widmen wir uns wieder dem eigentlichen Thema, Wanda und Agatha befinden sich nun auf der Hauptstraße und Wanda bekommt eine kleine Lektion in Hexenkunde. So wie Agatha vermutet hatte, weiß Wanda nicht im Ansatz, was sie ist und welche Kräfte in ihr schlummern. Im Darkhold, dem Buch der Verdammten, wird der Scarlet Witch sogar ein ganzes Kapitel gewidmet. Sie wird nicht geboren, sondern erschaffen, sie gehört keinem Zirkel an und benötigt keine Zaubersprüche um ihre Magie auszuüben. Nicht einmal der oberste Zauberer ist mächtiger als sie! Hier ist auch der klare Verweis auf Doctor Strange! Wanda will von all dem aber nichts hören. Agatha öffnet ihr die Augen und lässt die Bewohner von Westview sprechen, welche durch Wanda immer in dieser Realität gefangen sind. Sie begreift nun, dass sie die Menschen wieder freilassen muss und öffnet das Hexfeld. Der unbeliebte Nebeneffekt, der sich dadurch aber ergibt, alles was innerhalb des Hex erschaffen wurde kann somit nicht weiter existieren. Wanda muss sich also entscheiden, will sie die Bewohner retten oder ihre Familie beschützen. Sie entscheidet sich für ihre Familie und somit auch für den Kampf gegen Agatha.

In der Zwischenzeit schaffen es Hayward (Josh Stamberg) und seine Truppe in das Hex, gefolgt von Billy, Tommy und die beiden Vision’s. Somit sind alle Schachfiguren auf dem Feld versammelt und der Tanz kann beginnen!

Dass der Kampf Vision gegen Vision nicht einfach in einer “materiellen” Schlacht endet, sondern auf einer anderen Ebene stattfindet, ist aus meiner Sicht nur die logische Schlussfolgerung der Serie und die vollkommen richtige Entscheidung. Die Frage, wer der wahre Vision ist, wird anhand eines philosophisches Paradoxon aus der Antike erörtert. Das Schiff des Theseus (auch Theseus-Paradoxon) berührt die Frage, ob ein Gegenstand seine Identität verliert, wenn viele oder gar alle seiner Einzelteile nacheinander ausgetauscht werden. Handelt es sich bei White Vision um den echten Vision, da er aus den Einzelteilen des echten Vision wieder aufgebaut wurde? Oder handelt es sich bei dem Vision der aus Wanda’s Erinnerung geschaffen wurde um den echten Vision, da dieser alle Erinnerungen in sich trägt? Es kann nur eine Kombination aus beiden sein! Unser Vision überträgt somit all seine Erinnerungen in den neuen Körper und erschafft sich somit womöglich wieder selbst. Diese Szene ist einfach faszinierend, da sie zwischen all der Action, einen Moment der Stille und des Nachdenkens schafft und somit die Art von Vision, Probleme zu lösen, wunderbar auf den Punkt bringt.

Ganz so philosophisch geht es derweil auf der Straße nicht zu, Hayward macht seinem Ruf als Bösewicht alle Ehre und greift ohne umschweife Billy und Tommy an. Glücklicherweise kann Monica einschreiten und ihre neu gewonnenen Kräfte verwenden um die beiden Kinder zu retten. Den finalen Schlag darf dann Darcy (Kat Dennings) – die es nun endlich von der Kreuzung geschafft hat – gegen Hayward ausrichten und diesen endgültig Schachmatt setzten.

Bleiben nur noch zwei: Im finalen Kampf entfaltet Wanda nun ihr vollkommenes Potential und lehrt Agatha, dass noch mehr in ihr steckt als sie zu Anfang dachte. Durch einen simplen Trick kann Wanda Agatha täuschen und wendet ihre eigenen Methoden gegen die lila Hexe an. Mit diesem Sieg akzeptiert nun auch Wanda ihr Schicksal und verwandelt sich endgültig in die bekannte Scarlet Witch! Natürlich samt neuem Kostüm … ein Traum!

Ein großer Pluspunkt wie ich finde, Wanda lässt Agatha am Leben und verbannt sie lediglich in die Rolle, die ihr am besten steht – die neugierige Nachbarin. Somit bleibt für Agatha Harkness die Tür für weitere Auftritte im MCU erst einmal offen. Eventuell bekommt sie auch noch die Rolle, die wir aus den Comics kennen und nimmt im späteren Verlauf noch eine Mentorenfunktion für Wanda ein. Sehen wir mal, was Doctor Strange 2 hier bereit hält.

Nun kommt aber der Zeitpunkt in dem sich Wanda und auch wir, von Billy, Tommy und auch Vision verabschieden müssen. Die Auflösung des Hex, hat bekanntlich auch Auswirkungen auf die drei. Natürlich werden auch diese Szenen, nicht die einfachste sein und wie wir es aus der Serie schon kennen, sind die Dialoge mehr als nur gut geschrieben. Hier und da kann auch ich mir nicht die ein oder andere Träne verdrücken. Ein schöner Abschluss für die beiden!

Marvel wäre nicht Marvel, wenn uns hier nicht noch ein “one more thing” bevor stehen würde und mit dieser Folge gibt es sogar gleich zwei. In der ersten Post-Credit Szene bekommen wir einen schönen kleinen Verweis auf Captain Marvel 2. Als Monica von einer FBI Agentin in das Kino gelockt wird, da ein Freund ihrer Mutter sie gerne sprechen würde. Die Agentin entpuppt sich als eine Skrull und zeigt Richtung Himmel, wahrscheinlich eher in die Sterne. Ich gehe davon aus, dass sie mit Freund Nick Fury meint und dieser Monicas Unterstützung benötigt. Freut mich jetzt schon, mehr von ihr und Photon zu sehen.

Die letzte Post-Credit Szene zeigt uns Wanda die nun abgeschieden in einer Berghütte wohnt und die Stille genießt. Hat mich im ersten Moment an Thanos in Infinity War erinnert, der nach seinem Snap beruhigt über sein Land wacht. Wir sehen wie Wanda in die Hütte geht und sich einen Tee macht, die Kamera dreht sich weiter und wir erblicken Scarlet Witch, die auf der Astralebene das Darkhold studiert. Im Hintergrund hören wir die Hilferufe ihrer beiden Kinder. Dies kann ja nur den obersten Zauberer auf den Plan rufen!

Rückblickend schaue ich mit einem weinenden und einem lachenden Auge auf dieses letzte Folge und hoffe natürlich inständig, dass hier noch nicht wirklich das Ende erreicht ist und wir noch etwas mehr Geschichten dieser Art bekommen. Das Finale hat mich nicht im geringsten enttäuscht und ich bin jetzt schon gespannt, welchen nächsten großen Masterplan Kevin Feige und Disney hier vorbereiten. Falls ihr immer noch nicht genug von WandaVision bekommen habt, hört doch mal in unseren Podcast rein. Vielleicht nicht ganz so philosophisch, aber dafür mehr als unterhaltsam.

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