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Godstrike – Leben ist Zeit

Der kleine Entwickler OverPowered Team aus Madrid, Spanien, veröffentlicht am 15. April 2021 seinen nächsten Titel. Godstrike ist ein Boss-Rush-Bullet-Hell-Shooter wie sie ihn selbst bezeichnen. In Godstrike schlüpfst du in die Rolle von Yissia, die eine verlorene Maske namens Talaal fand. Talaal findet in letzter Sekunde eine Trägerin, bevor sie gegen ihre Geschwister kämpfen muss, die es auf sie abgesehen haben, um die ihr innewohnende Macht an sich zu reißen. Die Trägerin wird in einen Kampf hineingezogen, der nicht ihr eigener ist, und steckt in einem Kreislauf gefangen, aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt. Die Geschichte ist zweckmäßig und spielt eine untergeordnete Rolle in Godstrike. Zwischensequenzen oder Grafiken die euch durch die Geschichte führen gibt es nicht wirklich.  

Gespielt habe ich die Steam-Version mit einem Controller. Ihr steuert euren Charakter ganz klassisch via Twin-Stick. Mit dem linken Stick bewegt ihr die Figur und mit dem rechten Stick feuert ihr in sämtliche Himmelsrichtungen. Dazu könnt ihr die Schultertasten mit Spezialfähigkeiten belegen. Bevor ihr euch aber in den Kampf begebt startet ihr in einer Art Hub, wo ihr euch mit aktiven wie auch mit passiven Fähigkeiten ausstatten könnt. Der besondere Kniff an dem Spiel ist die Zeit. Die Zeit ist untrennbar mit euch verbunden und bietet verschiedene taktische Möglichkeiten. So habt ihr für jeden Boss unterschiedliche Zeitlimits – um euch das einmal ganz nüchtern zu verdeutlichen gehen wir in meinem Beispiel von 03:00 Minuten aus.

Mit jeder Sekunde die im Kampf verstreicht verliert ihr zugleich Lebensenergie. Leben plus Zeit gleich Lebenszeit. Ganz unabhängig davon ob ihr Schaden erleidet oder nicht. In meinem Beispiel habt ihr also insgesamt 03:00 Minuten Zeit um den Boss zu besiegen. Ist die Zeit abgelaufen seid ihr aber nicht sofort tot, sondern könnt einen einzigen weiteren Treffer einstecken. Solltet ihr aber während des Kampfes getroffen werden, verliert ihr zusätzlich Zeit. Das kann durchaus kniffelig und herausfordernd werden. Auf der einen Seite müsst ihr euch ohnehin beeilen und auf der anderen Seite Treffer vermeiden, da eure Lebenszeit so noch schneller schwindet.

Neben euer Standardattacke, die aus Energiekugeln mit beschränkter Reichweite besteht, habt ihr die Möglichkeit im Laufe des Spiels zwischen verschiedenen Spezialattacken auszuwählen, die ihr euch auf die vier Schultertasten legen könnt. Nun, das Ganze ist mit solchen Angriffen natürlich einfacher – da sie stärker sind. Da es aber eine Herausforderung bleiben soll, kostet euch jede Spezialattacke das wichtigste Gut in Godstrike – Zeit. So können aus 03:00 Minuten ganz schnell auch nur noch 02:20 Minuten werden und weniger. Voll ausgerüstet könnt ihr zwar deutlich mehr austeilen, steckt aber auch deutlich weniger ein. Ihr habt also weniger Lebenszeit und müsst ergo besser und gezielter spielen. Ein Tanz auf dem Drahtseil wenn man so will. Außerdem soll es ja kniffelig bleiben und deshalb müsst ihr, um die Spezialattacken überhaupt zu aktivieren, Seelen sammeln in dem ihr den Gegner trefft. Dieser spuckt blaue Seelen Orbs aus die von euch einzusammeln sind. 

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=2zb1isUQaeA&ab_channel=Pixeltyp

Neben den aktiven Attacken, der beispielsweise auch eine Art Schutzschild sein kann, gibt es passive Fähigkeiten. So bewegt ihr euch schneller, erhöht die Feuerrate, erleidet weniger Schaden usw. Aber keine Sorge, von eurem Lebenszeitkonto wird für die passiven Fähigkeiten, die euch aktiv im Spiel helfen, nichts abgezogen. 

Zum Launch wollen und werden euch insgesamt zehn Bosse kräftig den Arsch versohlen. Ob irgendwann weitere Bosse nachgereicht werden ist aktuell nicht bekannt, wäre aber meiner Meinung nach wünschenswert. Jeder Boss hat neben der Vielzahl von Angriffen auch unterschiedliche Phasen. Ist der Lebensbalken bei null, wechselt die Phase. Eure Lebenszeit lädt sich im Kampf übrigens nicht wieder auf – ihr verliert also kontinuierlich, bis ihr am Ende gewinnt. Die Bosse unterscheiden sich von massiv zu flink. Meistens sind die massiven Bosse die, die vor allem mit hoher Feuerkraft und anderen fiesen Spielereien aufwarten. Die flinkeren jagen euch natürlich auch Energiekugeln um die Ohren, gehen aber deutlich häufiger in den Nahkampf. Und dann gibt’s die, die sich irgendwo dazwischen bewegen. 

Das Spielgefühl ist direkt und fühlt sich grundsätzlich sehr gut an. Die verschiedenen aktiven und passiven Fertigkeiten wirken sich tatsächlich sehr stark auf’s Spiel aus und jede/r muss für sich herausfinden womit er/sie/es am besten auskommt. Schade ist nur die etwas öde musikalische Untermalung. Ihr seid ständig im Stress und Ruhephasen gibt’s eigentlich gar keine, aber der Soundtrack dümpelt so im Hintergrund vor sich hin und könnte bei so einem Spiel auch deutlich treibender sein. Manchmal hatte ich auch leichte Schwierigkeiten mit der Kamera, da sie in seltenen Fällen stark raus- und wieder reinzoomt, wenn der Boss plötzlich von Nah- auf Fernkampf wechselt. Auch manch Spezialattacke verursachte den für mich ungewollten Zoom und so gingen einige Angriffe ins Leere. Nur kleinere Mankos die in Zukunft ja vielleicht noch per Patch korrigiert werden können.

Das kleine spanische Studio setzte im übrigen auf die Unity Spiel-Engine – die zwar auch mehr kann als das was wir in Godstrike sehen – ich es aber alles in allem sehr stimmig und passend fand. Vielleicht hätten hier und da etwas mehr Effekte auftauchen können um es weiter abzurunden – ich hätte es gemocht. Eventuell würde ich aber auch gegenteiliges behaupten wenn es zu viel gewesen wäre, da es auch so schon nicht immer einfach ist allen Geschossen auszuweichen.

Weitere Features im Spiel:

  • Anpassbare Fähigkeiten ermöglichen den Spielern, ihren Spielstil zu optimieren.
  • Gameplay mit Fokus auf den Wettkampf, sodass du deine Freunde herausfordern und Highscores übertreffen kannst.
  • Mehrere Spielmodi, darunter auch Roguelite!
  • Twitch-Kompatibilität ermöglicht Zuschauern, das Spiel zu beeinflussen, um das Spielerlebnis zu verbessern und zu erneuern.
  • Vollständige Gamepad- und Controller-Unterstützung.

Godstrike ist ein wirklich sehr fordernder Bullet-Hell-Shooter der mit der Lebenszeit-Mechanik ein tolles Konzept umsetzen konnte und euch viele Möglichkeiten bietet euren Spielstil zu finden. Ich glaube wer gerne seinen eigenen Highscore knackt und schaut, ob er/sie noch besser werden kann – der kann mit Godstrike viel Spaß haben. Für den ersten Durchlauf benötigte ich 4,5 Stunden und habe mir an einigen Bossen fast die Zähne ausgebissen und andere schneller besiegt als ich zunächst dachte. Ab dem 15. April könnt ihr entweder via Steam oder auf der Nintendo Switch loslegen und bekommt für 15 Euro ein mehr als solides Spiel! Easy to learn hard to master.

Marco
Marco
Seit 1987 dabei. Von SEGA irgendwann bei der PlayStation gelandet. Hin und wieder auch Mal Maus und Tastatur - aber am liebsten doch mit einem Controller in der Hand.

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