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Mini Motorways – wunderschön aber brutal

Woher kommt die Faszination und der Reiz bei einem Spiel, bei dem man lediglich Linien zwischen Gebäuden zieht und man beobachtet, wie sich auf diesen Linien Autos von A nach B bewegen? Es muss das simple aber auf den zweiten Blick komplexe Spielprinzip sein, dass einen nach wenigen Minuten schon schwer süchtig macht. Die Formel ist ganz einfach: Es reduziert die Grafik und Audio, nimmt die Story heraus, sowie notwendige Charaktere, mit denen sich der Spieler identifizieren könnte und fokussiert sich auf das reine Gameplay: Das Management des Straßenverkehrs einer großen Stadt. Denn genau das liefert das Spiel Mini Motorways vom Publisher Dinosaur Polo Club.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=QRvvtAowB_Y

Wie bereits erwähnt, ist das Spielprinzip einfach, es müssen Straßen einer stetig größer werdenden Metropole zu einem Verkehrsnetz ausgebaut werden. Ziel ist es, dass die Reissenden ihr Ziel erreichen ohne das Staus und zu lange Wege diese aufhalten. Sollten der Verkehr zum Stocken geraten oder sogar vollständig zum Erliegen kommen ist das Spiel nach einer Vorwarnung vorbei. Sind wir mal ehrlich – jeder von uns der mit dem Auto unterwegs war und in einem Stau feststeckte, hat sich gedacht diese Straßen und die Verkehrsführung könnte ich viel schlauer und effizienter umgestalten. Die Macher von Dinosaur Polo Club nutzen hierfür einen der mächtigsten Urinstinkte des Menschen aus, der dafür gesorgt hat, dass wir uns nicht mit dem Lagefeuer zufriedengegeben haben. Der ewige Drang sich und seine Umwelt zu optimieren und zu verbessern. Hierfür bekommt der Spieler nach Ablauf einer Woche ein neues Powerup zur Auswahl (bspw. Autobahn oder Ampeln) sowie eine begrenzte Anzahl von weiteren Straßen, die verbaut werden können. Umso länger wir eine Stadt vom Verkehrskollaps abhalten, umso größer wird auch die Karte und man wünscht sich den Sonntag herbei, um neues Material zu bekommen.

Die Macher setzen auf den mächtigsten Urinstinkt des Menschen – den Drang sich und seine Umwelt zu optimieren

Das Spiel setzt wie bereits zu Beginn erwähnt nicht auf anspruchsvolle Grafik, sondern legt den Fokus auf einen bunten und fast schon popartigen Grafik-Stil. Dieser hilft dem Spieler auch sich auf das wesentliche zu konzentrieren. Die Steuerung läuft vollständig über die Maus. Mit dieser werden die Straßen gezogen, die Zeit angehalten oder eben auch beschleunigt. Gerade die Pausenfunktion wird nach einigen Minuten schon zum besten Freund des Spielers, um sich einen Überblick verschaffen zu können und die nächsten Schritte zu planen.

Das Spiel beginnen wir mit einer kleinen, aber feinen Auswahl von Städten wie u. a. Los Angeles, Peking oder München. Je nachdem wie lange wir den Verkehr aufrecht erhalten, schaltet man dann weitere Städte frei. Die Karten sind zwar den Städten nachempfunden (bspw. die Flüsse) allerdings sind diese keine direkten Kopien. Der Sound ist simpel gehalten und untermalt die jeweilige Stimmung der Karte. Da im Spiel außer dem Management des Autoverkehrs nicht allzu viel passiert sind auch die Soundeffekte eher praktisch angelegt aber von hohem Niveau.

Mini Motorways ist wirklich etwas Besonderes! Es ist kein Spiel zum Entspannen oder Einschlafen wie ich erst dachte. Es fordert den Spieler zu jeder Zeit und es nötigt einen am Ball zu bleiben und die Übersicht nicht zu verlieren. Das Spiel ist in seiner simplen und verspielten Art gleichzeitig schön, aber brutal und verzeiht keinerlei Fehler. In seinem Genre ist dieses Spiel etwas besonders und kann uneingeschränkt empfohlen werden. Dem Spieler muss aber bewusst sein, worauf er sich einlässt – es ist Kopfarbeit gefordert. Dinosaur Polo Club weiß eben nach den Erfahrungen mit Mini Metro, was ein Mini Motorways braucht um den Spieler zu fesseln.

Fabian
Fabian
Grillen ist mein Leben und ich gehe gerne mit meinem Hund Clea spazieren. Außerdem bin ich der Meinung das Kathargo zerstört werden muss.

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